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DER VERBAND

Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr (VdRBw) hat mehr als 115.000 Mitglieder. Wir vertreten die Reservisten in allen militärischen Angelegenheiten.

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Ohne die Reserve keine Neuausrichtung




"Der Reservistenverband muss relevant bleiben – für die Bundeswehr, seine Mitglieder und die Gesellschaft." Der Präsident des genannten Verbandes, Roderich Kiesewetter MdB, sprach diese Worte eindringlich zu den Gästen der diesjährigen Jahrestagung Reservistenarbeit in Halle, bei der sich traditionell Entscheidungsträger der Bundeswehr und der Reserve austauschen und gemeinsame Ziele besprechen. Kiesewetter nannte dafür drei entscheidende Felder: Die Mittlerrolle, die Ausbilderrolle und der Verband als Plattform für die in der Reservistenarbeit tätigen Verbände in Deutschland.

Der Verband brauche dafür keine Revolution, aber eine Evolution. "Wenn wir bleiben, wie wir sind, verlieren wir an Bedeutung", sagte Kiesewetter. Künftig sollten vor allem die Angebote für Reservisten verbessert werden und einen größeren Mehrwert bieten. Die neuen Ansätze der militärischen Ausbildung innerhalb des Verbandes – vor allem das Projekt IGF/KLF – zeigten außerdem erste Erfolge, so der Verbandspräsident. Schließlich solle das Verbandsnetzwerk erweitert werden – sowohl in Richtung anderer Verbände, als auch in die Bundeswehr. "Wir müssen stärker auf Schlüsselpersonen zugehen. Sogenannte Spießtagungen könnten die Kontakte in die Dienststellen der Bundeswehr vertiefen." Am Ende werde die Neuausrichtung der Reserve nicht ohne die Unterstützung der Bundeswehr gehen, sagte Kiesewetter.

Reserve als Bestandteil verstehen
Die gleiche Erkenntnis aus umgekehrter Perspektive bemerkte der stellvertretende Generalinspekteur der Bundeswehr  Peter Schelzig: "Ich habe eines begriffen", so der Generalleutnant. "Wir werden die Neuausrichtung der Bundeswehr ohne eine starke Reserve nicht hinbekommen." Die Reserve sei Teil des Systems und müsse künftig so aufgestellt werden, dass sie den Bedarf der Bundeswehr an Reservisten für den passenden Posten voll abdeckt. Derzeit muss die Reserve in erster Linie die begrenzten beorderten Dienstposten decken. Wenn die Bundeswehr künftig ihren Soldaten eine höhere Arbeitszeitflexibilität gewährleisten will, muss auch hier die Reserve stärker einspringen. Eine große Aufgabe, vor dem Hintergrund, dass derzeit die besetzten Dienstposten in der Bundeswehr deutlich unter den Soll-Zahlen liegen. "Da müssen wir hinkommen. Und daran arbeiten wir derzeit", sagt Schelzig.

Parlamentarische Initiative
Um das System Reserve zu verbessern und attraktiver zu machen, hätten die Regierungsfraktionen der CDU/CSU und SPD im Verteidigungsausschuss nun einen Antrag angenommen, so Kiesewetter. In diesem fordern sie – mehr dazu in unserem Top-Thema – Reservistendienstleistende mit aktiven Soldaten gleichzustellen, die Verfahren zu vereinfachen und stärker auf den einzelnen Reservisten abzustimmen. Generalleutnant Schelzig bewertete den Antrag positiv: "Das gibt uns nun Rückenwind. Wie und ob wir jeden einzelnen Punkt dann schließlich umsetzen, ist natürlich eine andere Geschichte." Ein Teilnehmer der Tagung warf ein, solche Vorschläge und Prozesse noch stärker gesamtgesellschaftlich zu debattieren.

Der Verband als Plattform
Generalmajor a. D. Rainer Fiegle, Vorsitzender des Beirates für freiwillige Reservistenarbeit beim Reservistenverband, ging näher auf die Idee ein, den Reservistenverband stärker als sicherheitspolitische Plattform zu positionieren. "Wir haben bei uns im Beirat 21 Mitgliedsverbände. Und die alle haben mit den gleichen Herausforderungen zu kämpfen." In erster Linie sei dies der demografische Wandel. "Wir müssen mehr voneinander wissen, damit wir uns gegenseitig ergänzen können", sagte Fiegle.  Bereits im Jahr 2015 sollen erste Maßnahmen den Informationsaustausch vereinfachen. Dabei soll der Reservistenverband als primus inter pares (lat. Erster unter Gleichen) auftreten und keine privilegierte Position gegenüber den Partnern einnehmen, so Fiegle in seiner Einschätzung.


(dh)

Bild oben: Teilnehmer der Jahrestagung
Reservistenarbeit in Halle (Foto: Dennis Hallac).

Bild unten: Generalleutnant Peter Schelzig ist
Stellvertreter des Generalinspekteurs der Bundeswehr
und gleichzeitig der Beauftragte für die Reservistenarbeit
in der Bundeswehr. Er spricht auf der diesjährigen Tagung
Reservistenarbeit. Rechts im Bild: Roderich Kiesewetter,
Präsident des Reservistenverbandes (Foto: Dennis Hallac).

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