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„Ohne Reservisten wären wir nicht da, wo wir jetzt stehen“




Oberstleutnant Ralph Erlmeier im Gespräch mit Brigadegeneral Andreas Henne.

Foto: Michael Mey

Brigadegeneral Andreas Henne ist General für Standortaufgaben Berlin.

Foto: Michael Mey

berlinlandeskommando

Der General für Standortaufgaben Berlin, Brigadegeneral Andreas Henne, lobt das Engagement der Berliner Reservisten. Im Interview spricht er über deren herausragenden Einsatz in der Corona-Krise und über die vielversprechenden Verwendungsmöglichkeiten im künftigen Landeskommando Berlin.

Herr General. Das ganze Land wird von der Coronavirus-Krise in Atem gehalten. Wie ist Ihr Aufgabenbereich von der Krise betroffen?
Wir beschäftigen uns derzeit mit fast nichts anderem als mit dem Coronavirus. Der ganze Aufgabenbereich ist betroffen. Das ist aber auch in Ordnung. Die ganze Abteilung Standortaufgaben macht jetzt fast nichts anderes als Lagezentrum und die Bearbeitung von Hilfsanträgen (nach Paragraph 35 Absatz 1 des Grundgesetzes, Anm. d. Red.) und deren Ausführung.

Dabei ist die (Reservisten)-Arbeit, die wir in den drei vergangenen Jahren geleistet haben, jetzt im Zusammenhang mit dem Coronavirus zu Ergebnissen gekommen. Wir haben den Bereich des Generals für Standortaufgaben Berlin quasi zum Landeskommando umgeformt, und zwar mit unserem Lagezentrum. Das haben wir fit gemacht, auch für die Krise. Wir haben im Nachgang zum Terroranschlag auf dem Breitscheidplatz unsere Lehren gezogen und für das Bundeswehrkrankenhaus eine Absicherung ausgeplant. Die haben wir jetzt in Gang gesetzt, zunächst mit dem Wachbataillon und dann in der Folge mit der Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskompanie (RSU) Berlin. Sie macht einen super Job, auf den ich auch sehr stolz bin. Ich glaube behaupten zu können, dass wir uns mit unserem Output nicht vor den anderen Landeskommandos verstecken müssen.

Sie haben gerade die Arbeit mit den Reservisten genannt. Ich verstehe Sie so, dass in dieser Lage die Reserve besonders wichtig beziehungsweise notwendig ist?
Ich gehe noch weiter. Ich habe gesagt, dass wir hier in Berlin eine besondere Situation vorfinden, weil wir noch kein Landeskommando haben, aber logischerweise erwartet wird, dass wir den Output liefern, den ein Landeskommando bringen muss. Als wir 2017 die Getex-Übung (Gemeinsame Terrorabwehrübung von Polizei und Bundeswehr, Anm. d. Red.) durchgeführt haben, war sehr schnell klar, dass sich das Kommando Territoriale Aufgaben (KdoTA) nicht um Berlin kümmern kann. Das müssen wir Berliner schon selbst machen.

Da ich als General Standortaufgaben Berlin kein aktives Personal in der personellen Stärke zur Verfügung hatte, wurde relativ schnell deutlich, dass wir dafür Reservisten benötigen. Wir haben angefangen, erst einmal auf den Stamm an Reservisten zurückzugreifen, die wir hier in Berlin haben. Im Laufe der Zeit habe ich mir Reservisten herangezogen, die langfristig Eckpfeiler etablieren. Somit war die solide Basis, aber auch die Breite an Aufgaben, die das „Landeskommando Berlin“ jetzt schon wahrnimmt, eigentlich auf der Hinzuziehung von Reservisten gebaut und nur so möglich. Ohne Reservisten stünden wir nicht da, wo wir jetzt stehen. Das muss klipp und klar gesagt werden.

Wie ist der aktuelle Stand mit der Etablierung eines Landeskommandos Berlin?
Ohne den entsprechenden Einsatz konnte noch nicht der abschließende Beweis erbracht werden, ob wir ein Landeskommando brauchen oder nicht. Ich glaube nach bislang schon neun Wochen Coronavirus-Krise, in der das Lagezentrum Berlin 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche bereit ist, muss jedem klar sein, dass wir ein Landeskommando brauchen. Momentan haben wir eine sehr hohe Zahl an aktiven Reservisten, die uns helfen.

Ich habe hier zurzeit etwa 70 Reservisten in meinem Bereich – mit RSU und Lagezentrum. Das funktioniert sehr gut. Aber die „Korsettstangen“ an Zeit- und Berufssoldaten sind ein bisschen spärlich gesetzt, was eben auch eine Folge der Struktur ist, wie wir sie haben. Diese müssen wir etwas unterfüttern, weil wir nicht immer sagen können, wir machen das mit Reservisten. Der „Nachteil“ von Reservisten ist, dass sie auch noch ein ziviles Leben haben und die Arbeitgeber irgendwann sagen: „Jetzt reicht es aber!“ Dafür müssen wir gerüstet sein.

Durch die Coronavirus-Krise wurde jetzt ganz klar, dass wir die Strukturen brauchen, die in anderen Bundesländern Landeskommando heißen. Deshalb ist es gut, dass die Verteidigungsministerin die Aufstellung eines Landeskommandos für Berlin für die nahe Zukunft angewiesen hat.

[…]

Die hier dargestellten Fragen und Antworten sind eine gekürzte Fassung. Das ausführliche Interview lesen unsere Mitglieder exklusiv in der Juni-Ausgabe der loyal.

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