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Pakete zum Fest mit Geschenken für Soldaten – von Fremden




Amerikaner schicken Pakete an ihre Soldaten im Einsatz – ohne sie persönlich zu kennen. Das hat dort eine lange Tradition. In diesem Jahr folgten auch viele Deutsche diesem guten Beispiel.

Der Reservistenverband hatte in der Zeitschrift Loyal/Reservistenreport dazu aufgerufen. Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ARD und ZDF berichteten an Heiligabend von den unzähligen Briefen und Päckchen, die in den deutschen Feldlagern ankamen. Im US-amerikanischen Feldlager Camp Spann erlebte der deutsche Reservist Peter M. aus Kempen, wie dort die Geschenke aus der amerikanischen Heimat verteilt werden.

Die Weihnachtsüberraschung wartet im Camp Spann in Mäsar-i Scharif im Norden Afghanistans hinter einer unscheinbaren weißen Holztür: Im Gift Shop, dem provisorischen Geschenkeladen, finden die dort stationierten 1.500 US-amerikanischen Soldaten Präsente aus ihrer Heimat. Die Amerikaner haben auch die 80 Deutschen im Feldlager eingeladen, sich etwas zum Fest auszusuchen.

In Amerika gibt’s Beifall für Heimkehrer
Der 49 Jahre alte Peter M. begleitet als Mentor den Aufbau der Pionierschule des afghanischen Heeres. Der Oberstleutnant der Reserve ist einer von derzeit 345 deutschen Reservisten, die gemeinsam mit ihren 4.231 aktiven Kameraden am Hindukusch für Deutschlands Sicherheit sorgen. "Dass andere Nationen, besonders die USA, ein deutlich positiveres Verhältnis zu ihren Soldaten haben als die deutsche Gesellschaft zu den Angehörigen der Bundeswehr, das ist zumindest am Rande bekannt. Auf YouTube finden sich mühelos viele Videos, auf denen zum Beispiel die US-Soldaten auf Flughäfen von den anderen Passagieren mit Beifall begrüßt werden, wenn sie aus dem Irak oder Afghanistan zurückkehren", sagt Peter M. "Diese Solidarität drückt sich nicht nur in Applaus oder im Tragen einer gelben Schleife aus, sondern auch ganz praktisch im Einsatzland selber: Hier im Gift Shop finden Soldaten Artikel, die ihnen amerikanische Bürger zugeschickt haben."

Freundschaften entstehen
Oft sind es Sportvereine, Schulklassen und Firmen, aber auch Einzelpersonen und Familien, die Spenden sammeln und Pakete an ihnen persönlich unbekannte Soldaten schicken. "Darin befinden sich häufig Dinge des täglichen Bedarfs wie Seife, Zahnpasta oder Taschentücher, aber auch Bücher, Spiele und Zeitschriften, dazu viel Weihnachtsdekoration. Dabei kommt es aber gar nicht auf den materiellen Wert des Geschenkes an, sondern auf den ideellen", sagt der Niederrheiner. Manchmal hinterlasse der Absender seine Adresse, so dass sich die Soldaten für die Anteilnahme und Anerkennung bedanken können. "Die eine oder andere andauernde Freundschaft soll auf diesem Wege auch schon entstanden sein", sagt der Kempener.

Kontakt zur Familie in Deutschland via Internet
Der deutsche Reservist arbeitet in Mäsar-i Scharif mit Norwegern, Schweden, Finnen, Ungarn und Kroaten zusammen, mit denen er gemeinsam Weihnachten gefeiert hat. "Heiligabend gab es bei uns eine kleine Feier, allerdings bescheiden mit Bockwurst und Kartoffelsalat." Mit seiner Familie – Ehefrau und drei schulpflichtige Kinder – konnte der Reservist per Internet in Kontakt treten. Er konnte von den Temperaturen in Afghanistan berichten. Zehn Grad sind es dort. Auch vom Staub, der zwischen den Zähnen knirscht, erzählte er seiner Familie. Die wichtigste Nachricht an Weihnachten jedoch: "Mir geht es soweit gut."

Helmut Michelis / dest

Bild oben: Deutsche Feldpoststelle im
afghanischen Faizabad. Pakete kommen an
(Foto: Bundeswehr, Pressestelle Faizabad)

Bild unten: Reservist Peter M. aus
Kempen ist in Afghanistan, hier neben einem
US-amerikanischen Kameraden im Gift Shop
(Foto: Helmut Michelis)

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