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Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr (VdRBw) hat mehr als 115.000 Mitglieder. Wir vertreten die Reservisten in allen militärischen Angelegenheiten.

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Pilotprojekt erfolgreich abgeschlossen: Neue Reservisten für die Bundeswehr




Mit großem Erfolg ist das Pilotprojekt zur Ausbildung Ungedienter durch den Reservistenverband zu Ende gegangen. Zehn Monate nach dem Start haben die 18 Rekrutinnen und Rekruten nach der Abschlussübung auf dem Standortübungsplatz Berlin in der Döberitzer Heide die Rekrutenprüfung bestanden.

Die ausgebildeten und zertifizierten Reservistinnen und Reservisten stehen ab sofort als Personal für Beorderungen in der Bundeswehr zur Verfügung und können sich durch zusätzliche Aus- und Weiterbildungen für verschiedene Verwendungen in der Bundeswehr fortbilden. So zum Beispiel beim neuaufgestellten Kommando Cyber- und Informationsraum der Bundeswehr oder den Landesregimentern. Neun der Rekruten wurden bereits in die Regionale Sicherungs- und Unterstützungskompanie Berlin überführt und sind dadurch Teil der aktiven Reserve.

Jetzt geht es an die Auswertung
Für Reservistenverband und Bundeswehr beginnt nach Abschluss des Pilotprojekts die gemeinsame Auswertung, wie erfolgreich die Ausbildung Ungedienter verlief. Darauf aufbauend wird eine Entscheidung getroffen, ob und wenn ja, in welchem Umfang, dieses Modell bundesweit Anwendung findet. Zwar bildet auch die Bundeswehr Ungediente aus, um sie als Reservisten für die Streitkräfte zu gewinnen, doch in diesem Fall kamen die Ausbilder fast ausnahmslos vom Reservistenverband und fand mehr als die Hälfte der Ausbildungsveranstaltungen auch in organisatorischer Verantwortung des Verbandes statt.

Für die 18 Absolventen des Pilotprojekts haben sich jedenfalls alle Mühen gelohnt: Hinter den Rekrutinnen und Rekruten liegen vierzehn Wochenenden voll mit Unterrichten, Formaldienst, ABC-Ausbildung, körperlich forderndem Gefechtsdienst und Schießausbildung sowie der Ausbildung zum "Einsatzersthelfer A". Doch nun ist es geschafft: Sechs Frauen und zwölf Männer zwischen 25 und 62 Jahren aus den Landesgruppen Berlin und Brandenburg haben nun ihre Grundausbildung abgeschlossen. "Man lernt viel über sich selbst: Grenzen und Schwächen. Die Ausbilder waren ausgezeichnet. Das gilt auch für die Motivation, mit der diese, aber auch wir als Gruppe an die Herausforderungen herangegangen sind, um das Beste zu geben", sagte Jäger d.R. Jakob Claussen. "Ich wurde aufgrund meines Studiums vom Wehrdienst zurückgestellt, sodass ich etwas nachholen wollte, was ich verpasst habe. Außerdem wollte ich etwas zurückgeben", beschreibt Claussen, der im zivilen Leben Firmenberater ist, seine Motivation.

"Die Rekruten haben mich wirklich beeindruckt"
Nach einem schriftlichen Test zu Fragen der Inneren Führung und Recht sowie theoretischen Grundlagen des Gefechtsdienstes, der Schießausbildung und des Sanitätsdienstes absolvierten die Rekrutinnen und Rekruten unter den strengen Augen des Leiters des Kompetenzzentrums für Reservistenangelegenheiten der Bundeswehr, Oberst Benedict Freiherr von Andrian-Werburg, und ihres Ausbildungsleiters, Oberstleutnant d.R. Karsten Ahrens, den praktischen Teil der Rekrutenprüfung. "Die Rekruten haben mich wirklich durch ihre hohe Motivation und durch ihre gute Stimmung beeindruckt. Das ist sehr positiv. Diese Rekruten geben allein durch ihre menschlichen Eigenschaften gute Soldatinnen und Soldaten ab", so dass positive Fazit von Oberst Freiherr von Andrian-Werburg.

Auf dem Programm standen zunächst Prüfaufgaben im Bereich der ABC-Abwehr, der Maßnahmen der Ersten Hilfe und des Gefechtsdienstes. Den Abschluss bildet eine 16-stündige Gefechtsübung im Wesentlichen mit den Themen Alarmposten, Leben im Felde und Feuerkampf aus Stellungen.

Das Pilotprojekt zur Ausbildung von Ungedienten durch den Reservistenverband war im vergangenen April gestartet. Es soll dabei vor allem geprüft werden, ob die Durchführung einer kompletten Grundausbildung in Wochenendveranstaltungen durch den Verband durchführbar und für die Bundeswehr von Nutzen ist. Die Ausbildung Ungedienter folgt insbesondere dem Bedarf der Bundeswehr für die Territoriale Reserve und soll den Beorderungsstand der Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskompanien (RSU) im Bereich der Mannschaften verbessern helfen. Ziel ist es, Interessierten ohne militärischen Hintergrund eine militärische Grundausbildung anzubieten, die einen Abholpunkt für weitere Qualifikationen und für Beorderungen darstellt.

So würde auch die Bundeswehr ausbilden
Die Ausbildung der Ungedienten erfolgt auf Grundlage des Curriculums für die "Allgemeinen Streitkräfte gemeinsamen Soldatischen Ausbildung für Reservisten außerhalb des Wehrdienstes". "Bei der Konzeption des Pilotprojekts durch das Kompetenzzentrum war uns daran gelegen, dass dem Reservistenverband die gleichen Auflagen gemacht werden, die bei jeder anderen Ausbildung dieser Art in der Bundeswehr auch zu beachten sind. Das streitkräftegemeinsame Konzept für die Ausbildung der Reserve der Bundeswehr sieht ein Curriculum für solch eine Ausbildung vor: 20 Ausbildungstage mit entsprechenden Stundenanteilen, mit bestimmten Themen und Zielen. So würde die Ausbildung auch bei der Bundeswehr durchgeführt werden, allerdings in zwei Lehrgängen à zwei Wochen, statt an 14 Wochenende, wie im Pilotprojekt. Genau diese Vorgaben haben wir dem Reservistenverband auch gemacht. Insofern kann man sagen, die Rekruten sind nach dem gleichen Curriculum mit den gleichen Ausbildungszielen ausgebildet worden", sagte der Leiter des Kompetenzzentrums für Reservistenangelegenheiten, Oberst Freiherr von Andrian-Werburg. "Meine Stabsoffiziere und ich haben uns stets bei jeder Ausbildung davon überzeugt, dass entsprechend dieser Ausbildungsziele ausgebildet wird. Quintessenz: diese Rekruten haben den gleichen Ausbildungsstand, den sie hätten, wenn sie z.B. an der Unteroffiziersschule der Luftwaffe eine entsprechende Ausbildung absolviert hätten. Also ist die Verwendbarkeit gegeben."

"Eine erfolgreiche Geschichte und eine komplett neue Erfahrung"
Neu ist vor allem, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer 178 Stunden ausschließlich an Wochenenden ausgebildet wurden. Die Ausbildung übernahm größtenteils der VdRBw mit ehrenamtlich tätigen Ausbildern. Bereiche, die hoheitliche Aufgaben betreffen, wie beispielsweise das Schießen oder der Gefechtsdienst und die Unterrichtung in den Ausbildungsgebieten Innere Führung und Recht, wurden von der Bundeswehr verantwortet, wob ei auch hier die Ausbilder ausnahmslos vom Reservistenverband kamen. "Es war eine erfolgreiche Geschichte und zugleich eine komplett neue Erfahrung" sagte einer der Ausbilder, Hauptfeldwebel d.R. Jan Kindervater.


Ralph Erlmeier / (fro) / (red)

Bild oben:
Der Alarmposten mitsamt Ablösegespräch
war einer der Ausbildungsinhalte.
(Foto: Ralph Erlmeier)

Zweites Bild:
Am Biwakplatz – die Nacht verbrachten
die Rekruten klassisch in der Dackelgarage.
(Foto: Ralph Erlmeier)

Drittes Bild:
Ausbildungsleiter Karsten Ahrens (l.) mit dem
Leiter des Kompetenzzentrums für Reservistenangelegenheiten,
Oberst Freiherr von Andrian-Werburg.
(Foto: Ralph Erlmeier)

Bild unten:
Die Gruppe hört dem Ausbilder zu.
(Foto: Ralph Erlmeier)

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