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„Putins verdeckter Krieg“: Alte Methoden, modernes Gewand




Boris Reitschuster legt mit seinem frisch erschienenen Buch eine halb-investigative Studie über die Einflussnahme des russischen Präsidenten auf die Staaten und Gesellschaften des Westens vor. Die dabei eingesetzten Methoden stünden großteils noch im Zeichen hierzulande längst vergessener Techniken des Sowjetgeheimdienstes KGB, bewertet Reitschuster.

Boris Reitschuster bekennt gleich im Vorwort, er liebe Russland, wo er von 1999 bis 2015 das Moskauer Büro des Magazins Focus geleitet hat. Ganz im Gegensatz dazu hegt er aber auch eine starke und, folgt man seinen Ausführungen, wohlbegründete Abneigung gegenüber dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. In diesem sieht er vor allem den Ex-KGB-Mann, skrupellos, machtbewusst und anders als der Westen mit einem guten Gedächtnis ausgestattet: Zum Erhalt seiner eigenen Macht im Inland und zur Destabilisierung der westlichen Gesellschaften greife er auf schon vom KGB bekannte Methoden zurück.

Puzzle für Profis
Wenig überraschend lässt Reitschuster noch einmal die Besetzung der Krim Revue passieren: Schon 2013 habe in der Region Kaliningrad zur Vorbereitung eine militärische Übung stattgefunden; 2014 hätten dann "schwerbewaffnete[] und gut ausgerüstete Männer, die Uniformen ohne Hoheitszeichen tragen und die Russisch ohne ukrainischen Einschlag sprechen“, auf der Krim Radio- und Fernsehsender besetzt, das ukrainische Militär blockiert und das  Regionalparlament gestürmt. Diese seien eigentlich Elitesoldaten des russischen Geheimdienstes gewesen.
Viele westliche Medien seien schlichtweg überfordert mit der kritischen Berichterstattung gewesen und der "Kreml-Propaganda auf den Leim" gegangen. Hier setzt Reitschuster zu einem weiteren Rundumschlag an: Zu viele Journalisten lebten in prekären Verhältnissen und seien daher abhängig von wohlwollenden Reaktionen; Auslandskorrespondenten mit Expertise würden mittlerweile durch freie Journalisten mit mangelnder Sachkenntnis ersetzt und ohnehin fehle dem Westen der Mut zu klaren Aussagen, weshalb er die (konziliante) "Mitte" suche.
Dies habe auch mit "Russlands Freunde[n]" zu tun, die teils mit Geld geködert würden oder aber "nützliche Idioten" seien: Hierbei geht Reitschuster über vielzitierte Beispiele wie den Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) oder den mittlerweile verschiedenen CDU-Politiker Philipp Mißfelder hinaus.

Glauben oder Nicht-Glauben
Am Ende steht der Leser vor einem Dilemma, das sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch zieht. Reitschuster schreibt in erster Linie Deutungen – um nicht zu sagen Behauptungen – nieder, was ihm auch durchaus bewusst ist: Die Deutschen dürften "nicht den Fehler machen, notarielle Bestätigungen für alle verdeckten Aggressionen Putins zu fordern.[…] Wo aus allen Ecken und Enden Rauch kommt, muss auch ein Feuer sein." So führt er ein Heer an (Personen-)Quellen an, die aber anonym bleiben müssten und die er, so scheint es, kaum hinterfragt. Teilweise verfällt der Autor absatzlang in den Konjunktiv. Dokumentensammlungen wie durch "die 'Anonyme Internationale', eine Art Wikileaks auf Russisch" hingegen bleiben eine Seltenheit.
Man wird sich also selbst ein Bild machen müssen und eigentlich ist die methodische Debatte ohnehin einer der spannendsten Aspekte. Die Möglichkeit dazu bietet der Reservistenverband, der mit freundlicher Unterstützung des Ullstein-Verlages drei Exemplare des Buches verlost.

Verlosung
Bitte senden Sie bis zum 22.06.2016 eine E-Mail an presse.bueroberlin@reservistenverband.de, Stichwort (= Betreff) "Putins verdeckter Krieg". Unbedingt enthalten sein müssen Vorname, Nachname und Anschrift; nur bei Vollständigkeit dieser Informationen ist eine Teilnahme möglich, die Gewinner werden ausgelost. Eine Mitgliedschaft im Reservistenverband wird nicht vorausgesetzt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
 


(tsp)

Bild: Boris Reitschuster seziert die Pläne und
Methoden des russischen Präsidenten
Putin zur Destabilisierung Europas.
(Foto: Thomas Spengler)

 

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