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„Rechtfertigung des Isaf-Einsatzes wird nun schwieriger“




Weltweit sind sich Regierungen und Sicherheitsexperten einig: Der Tod von Osama bin Laden ändert nichts an der sicherheitspolitischen Gesamtlage. Das "Krebsgeschwür Al Kaida" hat längst Metastasen auf sämtlichen Kontinenten gebildet, wie die Anschläge von London und Madrid, Djerba und Bali sowie jüngst in Marrakesch zeigen. Das belegt: Das Terrornetzwerk kann ohne seinen Kopf operieren. Doch was bedeutet bin Ladens Tod für die Soldaten am Hindukusch?

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen befürchtet, vor allem europäische Regierungen könnten die Nachricht von bin Ladens Tod nutzen und ihre Truppen schneller als geplant nach Hause holen, um Geld zu sparen und so innenpolitisch zu punkten. Die ohnehin schon lauten Rufe nach einem raschen Abzug bekämen nun neuen Nährboden. "Aber der Afghanistan-Einsatz ist noch lange nicht beendet", stellt Rasmussen klar. "Die Nato-Verbündeten und ihre Partner werden ihren Einsatz fortsetzen, um sicherzustellen, dass Afghanistan nie wieder ein sicherer Zufluchtsort für Extremismus wird."

Die Rechtfertigung des Einsatzes, vermutet François Heisbourg von der Pariser Stiftung für strategische Forschung (FRS), dürfte nun jedoch schwieriger werden. Immerhin waren die Taten von bin Laden Ausgangspunkt für den Isaf-Einsatz. "Mit seinem Tod wird es immer schwerer, diese Truppenpräsenz zu rechtfertigen, unabhängig von der Lage vor Ort. Wenn nach der Möglichkeit für einen Rückzug gesucht wird, dann jetzt oder nie", sagte Heisbourg der "Welt".

Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele beispielsweise will bin Ladens Tod als "Schlusspunkt" verstanden wissen. Innenpolitisch wird die Debatte um die Verlängerung der Anti-Terror-Gesetze befeuert. Sicherheitspolitik-Expertin Constanze Stelzenmüller vom German Marshall Fund of the United States dagegen vertraut auf ein rationales Denken: "Ich denke nicht, dass es für die europäische Öffentlichkeit bei dem Afghanistan-Einsatz darum geht, bin Laden zu finden", sagt sie. Der 9/11-Drahtzieher habe dafür zu lange keine zentrale Rolle mehr gespielt.

Zurzeit leisten etwa 4.800 Bundeswehr-Soldaten ihren Dienst in Afghanistan, 355 von ihnen sind Reservisten. Symbolisiert durch die Gelbe Schleife zeigt sich der Reservistenverband solidarisch mit sämtlichen deutschen Soldaten im Auslandseinsatz – nicht nur am Hindukusch.

Sören Peters

Bild oben:
Besprechung während einer Rast am Rande
einer Verbindungsstraße im Süden von Kundus
(Foto: Bundeswehr/PIZ Kundus via flickr.com)

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