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Reserveoberst Hartwig Stork führt Einsatzkontingent im Kosovo




Vor einem Jahr wurde Oberst Hartwig F. Stork in den Ruhestand versetzt. Jetzt hat ihn die Bundeswehr als Kontingentführer der deutschen KFOR-Soldaten wieder zum Soldaten gemacht. Damit ist der 61 Jahre alte gebürtige Augustdorfer prominentester Reservist im dortigen Einsatz. Ein Interview.

reservistenverband.de: Herr Oberst Stork, weshalb sind Sie wieder zurück zur Truppe?

Hartwig Stork: Ich fühle mich mit 61 Jahren einfach noch zu jung, um zu Hause zu bleiben. Vor genau zehn Jahren war ich Kontingentführer in Sarajevo, dort habe ich festgestellt, welche Möglichkeiten ein Kontingentführer hat, Sachen recht einfach zu entscheiden. Das war eine gute Erfahrung für mich. Deshalb mache ich das jetzt gerne wieder.

reservistenverband.de: Hat die Bundeswehr nicht mehr genug aktive Soldaten für diese Aufgabe?

Hartwig Stork: Das weiß ich nicht. Es gibt jedoch kaum einen Offizier, der bereits eineinhalb Jahre Balkanerfahrung hat. Deshalb ist es sicherlich nicht ganz einfach, erfahrene Leute für diese Aufgabe zu finden. Abgesehen davon, fühle ich mich geehrt, dass ich gefragt worden bin und ich habe volle Rückendeckung von Seiten des Einsatzführungskommandos in Potsdam.

reservistenverband.de: Werden Sie von den aktiven Soldaten ebenso respektiert, wie von Reservisten?

Hartwig Stork: Ich denke schon.

reservistenverband.de: Im Kosovoeinsatz sind zehn Prozent der deutschen Soldaten Reservisten. Das ist Rekord in allen Auslandseinsätzen. Wie beurteilen Sie die Leistungsfähigkeit der Reservisten?

Hartwig Stork: Eine Trennung kann ich gar nicht vornehmen. Alle Soldaten leisten tolle Arbeit. Ich sehe den Reservisten nicht an, dass sie Reservisten sind. Nur aufgrund ihrer Aufgaben in der Wehrverwaltung oder bei der Feldpost weiß ich bei den meisten Männern und Frauen um ihren Status.

reservistenverband.de: Sie kennen den Unterschied: Wie schätzen Sie die aktuelle Entwicklung auf dem Balkan ein?

Hartwig Stork: Es geht voran. Die Umweltverschmutzung hat nachgelassen, allein der Gestank ist unglaublich zurückgegangen. Die Menschen sind ausgesprochen freundlich. Ich bin zuversichtlich, dass es weiter vorwärts gehen wird.

reservistenverband.de: Danke fürs Gespräch. Kommen Sie mit Ihren Soldaten gut und gesund heim.

 


Das Interview führte Detlef Struckhof im Feldlager Prizren (Kosovo)

Bild oben: Im Außenlager "Gate 1" – ganz im Norden
der Republik Kosovo – inspiziert Oberst Hartwig F. Stork (links)
die dort eingesetzte deutsche Einsatzkompanie. Er wird von einem
Personenschützer der Feldjägertruppe (rechts) begleitet
(Foto: Detlef Struckhof).

Bild Mitte: Oberst Hartwig F. Stork ist prominentester Reservist
bei den deutschen KFOR-Truppen (Foto: Detlef Struckhof).

Bild unten: Seine besonderen Gäste fährt Oberst Hartwig F. Stork (rechts)
auch schon mal selbst. Hier im Geländewagen der Bundeswehr
vom Typ Wolf. Neben ihm sitzt Rainer Erdel MdB, der die Soldaten
im Kosovo besuchte – wir berichteten (Foto: Detlef Struckhof).

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