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Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr (VdRBw) hat mehr als 115.000 Mitglieder. Wir vertreten die Reservisten in allen militärischen Angelegenheiten.

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Reservist hat eine Hymne für Bundeswehrsoldaten komponiert




"Märsche gibt es in der Bundeswehr viele", sagt Ernst Andersch aus dem fränkischen Langenzenn. "Etliche entstammen der preußischen Militärtradition oder der Kaiserzeit. Sie sind für die heutige Situation von Bundeswehrsoldaten nicht immer passend. Neben Stolz und Würde geht es mir darum, etwas Traurigkeit zu vermitteln, denn neben Heimweh, Trennungsschmerz und Freude über die Heimkehr darf man nie vergessen: In den Auslandseinsätzen werden Kameraden seelisch oder körperlich verletzt, manche gar getötet. Eine Hymne sagt aber auch: Wir denken an Dich."

Andersch ist Reserveoffizier – war zwölf Jahre Zeitsoldat – und ging für Auslandseinsätze auf den Balkan (unter anderem Ifor und Kfor). Zuletzt wurde er bis 1999 als Presseoffizier verwendet und ist zurzeit als Pressesprecher auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber. Deshalb hat er mehr Zeit für sein Hobby Musik. Er gehört mehreren Facebook-Gruppen an, in denen sich Veteranen austauschen und helfen, wenn Not am Mann ist. "Im Raum Bremen gibt es einen Bundeswehrveteranen, der nur noch eine Matratze zum Schlafen hatte. Da helfen derzeit viele Kameraden, deren Angehörige und Freunde. Man hat das Gefühl, dass von der Bevölkerung und dem Staat oft keine nachhaltige Unterstützung kommt nach dem Motto: Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan", sagt der 47-Jährige. Deshalb habe er in der Hymne auch seinen Ärger darüber verarbeitet. Ihn habe auch gestört, dass in einem Einsatzkontingent bei Apellen Musik aus der Oper Aida von Giuseppe Verdi gespielt worden sei. "Das halte ich für vollkommen unpassend: der Triumphmarsch steht weder unserem Land, noch der Bundeswehr aus historischen Gründen gut zu Gesicht. Wir haben keine Triumphe zu feiern, sondern nur die Leistung und die Heimkehr unserer Soldaten".

Will kein Geld mit dem Lied verdienen
Nun träumt Ernst Andersch von einer Verbreitung seines Liedes. Er stellt es dem Reservistenverband kostenfrei mit allen Rechten zur Verfügung. "Sollten durch einen CD-Verkauf Erlöse eingespielt werden, sollen diese an karitative Einrichtungen gehen, die sich um Soldaten, Veteranen und deren Familien kümmern – also zum Beispiel das Bundeswehrsozialwerk. Derzeit arbeite ich auch an einem Text und einer Marschversion zur Hymne, um auszuprobieren, wie das wirkt – denn eigentlich ist meine Hymne an den Bundeswehrsoldaten ein reines Musikstück – und vielleicht sollte es so bleiben, damit jeder seine eigenen Gefühle empfinden kann. Das sehen wir, wenn der Text fertig ist."

Noten müssen noch geschrieben werden
Ernst Andersch spielt Keyboard und Synthesizer seit den 1980er Jahren und hat sich das Know-how selbst beigebracht. Noten für eine Orchestrierung zu schreiben traut er sich nicht zu. Ihm hilft die moderne Musiktechnik. Damit hat er das Stück auch arrangiert. In seiner Freizeit hat der Diplom-Staatswissenschaftler unter dem Pseudonym "Pressefuzzi" mehrere Stücke und Texte für seinen Lieblingsfußballverein BVB geschrieben oder gecovert. "Auch wenn ich nicht Singen kann: Für einen gebürtigen Dortmunder wie mich gibt es natürlich nur den BVB – und das muss irgendwie raus!", sagt er. Um die Hymne an den Bundeswehrsoldaten auch vernoten zu können, müsste ein Reservistenmusikzug mithelfen, um eine Verbreitung zu erreichen. Die Hymne ist bereits digital im Internet verfügbar und kann für nicht kommerzielle Zwecke – zum Beispiel für die Vertonung von Videos des Reservistenverbandes – kostenfrei genutzt werden. Voraussetzungen: Nennung des Komponisten und Zusendung eines Belegexemplars.

Kontakt zu Ernst Andersch kann via E-Mail info@pressebuero-andersch.de aufgenommen werden.


Detlef Struckhof

Bild oben: Ernst Andersch als Alleinunterhalter
auf einem Familienfest (Foto: Gerhard Back).

Archivbild Mitte: Ernst Andersch ist einsatzerfahrener
Presseoffizier, seinerzeit noch Oberleutnant.
Auf dem Foto ist er während seines Ifor-Einsatzes
im kroatischen Trogir zu sehen. Seine Hauptbewaffnung
damals: eine Fotokamera (Foto: PzBrig 36).

Bild unten: Das Studio im eigenen Heim
(Foto: Ernst Andersch).

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