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Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr (VdRBw) hat mehr als 115.000 Mitglieder. Wir vertreten die Reservisten in allen militärischen Angelegenheiten.

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Reservisten künftig einziger Trumpf




"Ich halte es für ungünstig, dass der Bundestag am heutigen Donnerstag voraussichtlich die Verkürzung des Wehrdienstes  von neun auf sechs Monate beschließen wird, ehe über die ebenfalls diskutierte Aussetzung der Wehrpflicht entschieden worden ist", sagt Gerd Höfer, Präsident des Reservistenverbandes.

Er verweist darauf, dass die zum 1. Juli dieses Jahres einberufenen Grundwehrdienstleistenden ein Recht auf Planungssicherheit haben. Das betrifft auch die jungen Männer, die am 1. Oktober eingezogen werden sollen. "Es gibt viele junge Erwachsene, die bereit sind, sich für Deutschland nach dem Motto einzubringen: Tu was für Dein Land. Ihnen sollte künftig eine entsprechende freiwillige Möglichkeit für ein Engagement ermöglicht werden", so Höfer.

Deshalb vertritt der Reservistenverband die Auffassung, dass es deutlich effektiver wäre, die neunmonatige Wehrpflicht so lange beizubehalten "bis die Ergebnisse der Bundeswehrstrukturkommission im September vorliegen, um dann über eine Neustrukturierung der Wehrpflicht und der Bundeswehr zu beraten", sagt Höfer.

Einigkeit mit Bundeswehrverband: Wehrpflicht muss bleiben
Er sei sich mit dem Vorsitzenden des Deutschen Bundeswehrverbandes, Oberst Ulrich Kirsch, darin einig, dass an die anstehenden Überlegungen zur Wehrpflicht mit der gebotenen Sorgfalt und ohne Überstürzung herangegangen werden muss. Beide Verbände wollen die Wehrpflicht beibehalten.

Wenn Wehrpflicht fällt, muss alles neu gestaltet werden
Roderich Kiesewetter (MdB), Stellvertreter des Präsidenten des Reservistenverbandes, ergänzt: "Sollte es jedoch aus politischen Gründen zu einer völligen Neugestaltung oder gar Aussetzung der Wehrpflicht kommen, müssen wir nach vorne schauen. Wir müssen sofort die ganze Kompetenz unseres Reservistenverbandes für eine Neugestaltung der Strukturen einbringen. Es gilt dann alles neu zu beraten, zum Beispiel: Laufbahnrecht, Standorte, Ausbildung, Werbung von Bewerberinnen und Bewerbern für die Truppe,  Wehrübungserlass, Wehrpflichtgesetz, Unterstützung der Bundeswehr bei Heimat- und Katastrophenschutz und Einsatz der Bundeswehr im Innern in Notsituationen. Die Bedeutung der Reservisten würde mit einer Entscheidung der Politiker gegen die Wehrpflicht noch wachsen. Sie wären künftig der einzige Trumpf der Bundeswehr in Krisenzeiten und bei Katastrophen."

Detlef Struckhof / Barbara Damm

Bild oben: Ein Grundwehrdienstleistender
in der Ausbildung (Foto: Archiv VdRBw)

Bild Mitte: Gerd Höfer, Präsident
des Reservistenverbandes (Foto: Archiv VdRBw)

Bild unten: Roderich Kiesewetter (MdB), Stellvertreter
des Präsidenten des Reservistenverbandes
(Foto: Archiv VdRBw)

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