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Reservisten trainieren den Heimatschutz in Grafenwöhr




Die jüngst aufgestellten Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskompanien aus Bayern haben erstmals den Schutz von Anlagen und Einrichtungen der Bundeswehr trainiert. Insgesamt 200 Reservisten "pflügten" dabei den Übungsplatz in Grafenwöhr. Höhepunkt war das abschließende Gruppengefechtsschießen.

Morgendlicher Nebel liegt über der Schießbahn 102, die Soldaten des Regionalstab Ost befinden sich im Anmarsch. Denn: Bewaffnete Kräfte nähern sich bedrohlich den vorbereiteten Stellungen. Aber die Soldaten sind gut ausgebildet und auf alles vorbereitet. Schließlich erhalten sie heute ihre "Feuertaufe": Den Tag über wird das "Schießen der kleinen Kampfgemeinschaft in der Verteidigung" geübt. Dabei sollen die Gruppenführer das Gefecht führen und den Einsatz kräfteschonend und wirksam koordinieren. Der Schwerpunkt liegt vor allem auf der Ausbildung im Feuerkampf unter gleichzeitiger Beachtung der taktischen Grundsätze und Ausnutzen von Deckung und Wirkung.

Es wird ernst
Die Gruppen beziehen mit ihrer Ausrüstung und dem Gewehr MG3 sowie dem G36 die Stellungen. Nun wird es ernst. Nach Überschreiten der Feuereröffnungslinie befiehlt der Gruppenführer den Feuerkampf. Um effektiv wirken zu können, kommt es darauf an, den Schützen die Ziele von der Richtung und in der betreffenden Reihenfolge her zuzuweisen. Aber die bewaffneten Kräfte gehen in den Sturmangriff über, verzögern dann und weichen nach Abnutzung schließlich aus.

"Die Soldaten haben ihre Aufgaben sehr gut erfüllt", sagt der Kompaniechef und Leitende, Oberstleutnant Johann Saller. Und weiter: "Besonders positiv ist dabei, dass die Soldaten über längere Zeit nicht geübt haben und das Wissen dennoch schnell aktiviert werden konnte". Oberst Franz Reimer, Kommandeur des Regionalstab Ost lobt in erster Linie "die hervorragende Motivation der Reservisten". Sein Stellvertreter, Oberstleutnant Hans May, deren "großes Engagement".

Objektschutz in Grögerdorf
Anders sieht das Gefechtsschießen beim Regionalstab Nord aus. Geübt wird unter dem Motto "Die Sicherungsgruppe im Objektschutz". Nach einem Spannungsfall werden die Soldaten alarmiert und zur Sicherung eines Munitionsdepots der Bundeswehr und ihrer Verbündeten eingesetzt. Dazu wurden Alarmstellungen für die Gruppe in verschiedenen Gebäuden erkundet und vorbereitet. Von einem Gruppennest aus, in 300 Meter Entfernung, gibt der Gruppenführer den Befehl für die Verteidigung und weist den Soldaten Beobachtungs- und Wirkungsbereiche zu. Nach Detonationen in Grögerdorf wird die Gruppe alarmiert.

Unter gefechtsmäßigen Bedingungen erreicht sie die Alarmstellungen und sitzt unter MG-Schutz ab. Nachdem die bewaffneten Kräfte das Feuer auf das Munitionsdepot eröffnet haben, befiehlt der Gruppenführer einen geschlossenen Feuerüberfall mit dem G36, dem MG3 und der Panzerfaust, bis die gegnerischen Kräfte vernichtet und abgewiesen sind. Oberst Edward-Errol Jaffke, Kommandeur des Regionalstabs Nord, lobt "den ungeheuren Einsatzwillen" der Reservisten, während Oberstleutnant Martin Pirner die Formung der Teams in den Vordergrund stellt.    

Anspruchsvolle Parallelausbildung
Abgerundet wurde die Ausbildung auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr von beiden Regionalkommandos durch unterschiedliche Parallelausbildungen. Dazu gehörten Stationen wie Kfz-Kontrollen und Checkpoints, Sanitäts- und ABC-Ausbildungen, aber auch Streifenaufgaben mit Durchsuchungen von Personen.

Stellvertretender Generalinspekteur zufrieden mit den Leistungen
Zum Abschluss des einwöchigen Ausbildungsabschnitts informierte sich auch der Stellvertretende Generalinspekteur der Bundeswehr, Generalleutnant Peter Schelzig, vor Ort über die Leistungen der Soldaten. Mit dabei waren auch der Stellvertretende Kommandeur Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr, Brigadegeneral Gerd Josef Kropf, und der Stellvertretende Präsident des Reservistenverbandes, Oberst d.R. Rainer Erdel.

Schelzig zeigte sich zufrieden und stellte abschließend fest: "In Folge der Neuausrichtung der Bundeswehr muss auch die Reserve neu aufgestellt werden. Die RSU-Kräfte sind ein Teil davon und üben das erste Mal groß angelegt auf einem Truppenübungsplatz." Und weiter: Er sei überrascht, dass die Vorbereitungen und die Durchführung des Truppenübungsplatzaufenthaltes so schnell und erfolgreich verlaufen seien. Besonders beindruckt zeigte sich der Stellvertretende Generalinspekteur von der hohen Motivation der Reservisten. Die habe in erster Linie zum guten Ergebnis des Gefechtsschießens beigetragen, so Schelzig.

Bericht der Mittelbayerischen Zeitung

Beitrag auf Sat1

Eberhard Grein / Rainer Zink

Bild oben:
"Die Sicherungsgruppe im Objektschutz": Ziele in Grögerdorf
mussten mit dem G36 und der Panzerfaust bekämpft werden.
(Foto: eg)

Zweites Bild:
Bewaffnete Kräfte mussten mit dem MG3 und dem G36 bekämpft werden.
(Foto: eg)

Drittes Bild:
Der Kommandeur des Landeskommando Bayern, Brigadegeneral Berger (2.v.l.)
und Oberst Franz Reimer, Kommandeur Regionalstab Ost (3.v.l.),
ließen sich von Oberstleutnant Hans May, Stellvertretender Kommandeur
Regionalstab Ost (l.), in den Verlauf der Übung einweisen.
(Foto: eg)

Viertes Bild:
„Wie ziehe ich meine ABC-Schutzausrüstung richtig aus?“,
lautete die Fragestellung an der ABC-Station.
(Foto: eg)

Bild unten:
Größeres mediales Interesse fand das abschließende
Gruppengefechtsschießen. Dazu interviewte Sat1 den
Stellvertretenden Generalinspekteur der Bundeswehr,
Generalleutnant Peter Schelzig. (Foto: Tim Becker)

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