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Diese Reservistenband rockt mit 50 Fäusten den Norden

Christoph und Victoria Merkel sind leidenschaftliche Musiker. Seit Juni 2017 arbeiten sie an der Aufstellung der Reservistenband Schleswig-Holstein. Dabei gehen sie eigene Wege, um die Band für ihre ersten Konzerte fit zu machen.

Bild links: Die Reservistenband Schleswig-Holstein bei ihrem ersten Auftritt in Neumünster am Großflecken. Bild Mitte: Tuba beim Spiel von "Seven Nation Army". Bild rechts: Der musikalische Leiter der Reservistenband Schleswig-Holstein und Maat d.R. Christoph Merkel am Klavier.

(Foto links: Privat; Foto Mitte: A. Bury; Foto rechts: Christoph Merkel)

ReservistenmusikzugSchleswig-Holstein

Bei Christoph Merkel und seiner Frau Victoria hat die Kieler Woche 2016 Erinnerungen geweckt. Beide tragen den Dienstgrad Maat d.R., waren Zeitsoldaten und Funker bei der Marine. Sie wollen an die Dienstzeit anknüpfen und sich wieder in der Truppe engagieren. „Der sympathische Kontakt an diesem Tag hat uns motoviert“, sagen die beiden. Es folgt ein Besuch der Kreisgeschäftsstelle Boostedt des Reservistenverbandes. „Wir haben dabei zunächst an Wehrübungen im normalen Truppendienst gedacht“, so Christoph Merkel. Als der Kreisorganisationsleiter Thomas Antonczyk dann aber erfährt, dass die beiden Musiklehrer sind – Victoria Merkel für Geige und ihr Mann Christoph für Klavier – ist es darum geschehen. Sie erfahren, dass es in ganz Schleswig-Holstein keinen Reservistenmusikzug gibt. Ein Zustand, den sie gerne abstellen möchten.

Eine Band ohne Musiker

Der Ehrgeiz des Ehepaares ist geweckt. Mitte Juni 2017 beginnen sie das Projekt. „Es existierte in Schleswig-Holstein kein Konzept, wir mussten das meiste erarbeiten“, sagt Christoph Merkel. Fest steht, sie wollen mehr als Musik machen: es geht um Respekt, Anerkennung und Verständnis – für die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr. Als Namen für das Ensemble wählen sie „Reservistenband“: eine unverfängliche Bezeichnung, ohne konkreten Hinweis auf dessen musikalische Ausrichtung. Denn zu diesem Zeitpunkt ist noch völlig unklar, welche Musiker sich tatsächlich beteiligen. Die Merkels kontaktieren Freunde und Bekannte. Die Resonanz ist mäßig, die Szene in Schleswig-Holstein klein.

Sie beschließen, neue Wege zu gehen. In den Sozialen Medien und einschlägigen Foren werben sie mit zahlreichen Einträgen. Sie erstellen Plakate und Flyer, besuchen Reservistenkameradschaften, vernetzen sich. Die Lokalredaktionen werden zu Berichterstattungen überredet. Allein zwölf Artikel erschienen über die Reservistenband – und da stand ihr erster Auftritt am 29. April in Neumünster am Großflecken noch bevor.

Das Außergewöhnliche zur Tugend machen

Unkonventionell wollen sie sein, unkonventionell müssen sie sein, die Musiker der Reservistenband Schleswig-Holstein. Sie ist weder wie ein klassischer Reservistenmusikzug aufgestellt, noch verfügt sie bisher über die Besetzung einer Big Band. Ihr Repertoire umfasst Rock, Pop, Jazz und Filmmusik. Die ausgewählten Stücke sollen nicht nur gut klingen, sondern auch eine Botschaft vermitteln. Mit dem Song „Who wants to live forever“ von Queen wollen sie beispielsweise der gefallenen Kameradinnen und Kameraden gedenken.

 

„Ich stand da, mit meinem Zauberstab, und dachte mir, mal gucken, was da für Töne rauskommen.“

 

Mit Pragmatismus zum Ziel

Trotz seiner musikalischen Ausbildung ist das Dirigieren eines Orchesters für Christoph Merkel ungewohnt. Normalerweise leitet er neben seiner Tätigkeit als Musiklehrer einen Chor. Ein Orchester zu führen, sei aber eine völlig andere Sache, sagt er. Vor der ersten Probe hatte er Lampenfieber: „Ich stand da, mit meinem Zauberstab, und dachte mir, mal gucken, was da für Töne rauskommen.“ Es hat geklappt. Die Merkels wachsen mit ihren Aufgaben, genauso wie die Reservistenband. Pragmatisch und mit viel Einsatz arbeiten sie an ihrem Zusammenspiel und dem Programm. Jüngst legt Victoria Merkel ihre Geige immer mal wieder zur Seite. Sie lernt jetzt Querflöte – weil das Instrument in der Besetzung fehlt.

Eine bunte Truppe

Die 25 Musikerinnen und Musiker finden sich alle zwei Wochen im Schützenheim der Schützengilde Boostedt zur Probe zusammen. Sie sind eine bunte Truppe. Die Altersspanne reicht von 18 bis 72 Jahren. Dabei ist die Band etwa zu gleichen Teilen mit Männern und Frauen besetzt. Etwa 70 Prozent von ihnen sind Zivilisten und Fördermitglieder im Reservistenverband. Die anderen sind Reservisten und aktive Soldaten. Christoph Merkel ist entschlossen, dieses Verhältnis im nächsten Jahr zu kippen. Dann nämlich können die zivilen Musiker an einem Lehrgang der Bundeswehr teilnehmen, inklusive grüner Ausbildung. „Vor allem die Jüngeren haben richtig Interesse daran“, sagt Merkel. Damit werden die Musiker dann zu waschechten Reservisten. Das besondere Bonbon: die Einkleidung. Dann gibt es sie in Uniform, die etwas andere Reservistenband aus dem hohen Norden.

 

Musikerinnen und Musiker gesucht!
Die Reservistenband sucht noch immer Musiker aus Schleswig-Holstein, die Lust haben, sich auf einem anspruchsvollen Niveau in einem Orchester zu engagieren. Interessenten können über info@reservisten-musik.de Kontakt zu Christoph Merkel aufnehmen. Weitere Informationen unter www.reservisten-musik.de.

 

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