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Reservistenteam beteiligt an Luftminen-Entschärfung




Ausnahmezustand in Koblenz: Bei der größten Evakuierungsaktion der Nachkriegsgeschichte werden 45.000 Bewohner im Umkreis von 1,8 Kilometern des Fundortes einer Bombe vorsorglich in Sicherheit gebracht. Das herrschende Niedrigwasser hatte am Rheinufer im Ortsteil Pfaffendorf eine 1,8 Tonnen schwere Großladungsbombe freigelegt.

Wenn am Sonntag die Männer des Kampfmittelräumdienstes Rheinland-Pfalz die englische Luftmine aus dem Zweiten Weltkrieg entschärfen, sind auch Reservisten ganz vorne mit dabei: Stabsfeldwebel d.R. Dietmar Schmid und die beiden Oberfeldwebel d.R. Frank Bender und Kurt Mazzucco.

Der 66-jährige Schmid blickt ganz ruhig auf die spannenden Minuten am Sonntag: "Ich bin seit 25 Jahren beim Kampfmitteräumdienst tätig und das ist die dritte Luftmine, deren Entschärfung ich miterlebe", sagt das Mitglied der Reservistenkameradschaft Koblenz-Asterstein. Sein Handwerkszeug hat er bei der Bundeswehr gelernt, vom Januar 1970 bis Dezember 1971 an der damaligen Schule der Technischen Truppe I (heute: Technische Schule des Heeres und Fachschule des Heeres für Technik) in Aachen. 1986 trat er seine Stelle beim Kampfmittelräumdienst Rheinland-Pfalz an. Zusammen mit den Luftwaffen-Feuerwerkern Bender und Mazzucco und weitern sechs Mitarbeitern bilden sie die Räumungsgruppe Koblenz, deren Leiter Schmid ist.

Besonders hohe Gasschlagwirkung
"Die Bombe vom Typ HC 4000 lb ist ein Sprengkörper mit besonders hoher Gasschlagwirkung", erläutert Schmid. Mit der dünnen Ummantelung und den 1.450 Kilogramm Sprengstoff "haben die britischen Luftminen ganze Straßenzüge niedergelegt", zitiert er eine Zeit- und Augenzeugin.

Insgesamt zehn Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes werden am Sonntag eingesetzt sein. Die eigentliche Entschärfung nehmen der Leiter des Kampfmittelräumdienstes, Horst Lenz, und die Feuerwerker Schmidt, Bender und Mazzuco vor. 600 Feuerwehrmänner, 400 Sanitäter, 30 Notfallseelsorger und 330 Polizisten im sind Einsatz. Intensivpatienten zweier Krankenhäuser waren bereits am Donnerstag auf andere Kliniken verteilt. Am Freitag und am Samstag dann die Verlegung der übrigen Patienten, der Bewohner von sieben Altenheimen und von 200 Insassen einer Haftanstalt.

Bombe wird nach Entschärfung industriell entsorgt
Und was passiert, wenn am Sonntag um 15 Uhr die Bombe entschärft ist? "Die wird auf ein Transportboot verladen, per Lkw in ein Zwischenlager gebracht und dann industriell entsorgt", erklärt Schmid. Danach kann er sich wieder seinem Reservisten-Hobby widmen: Er macht gerne bei nationalen und internationalen Märschen mit; den Nijmegen-Marsch hat er bereits 36 Mal absolviert. Dafür, dass es nächstes Jahr der 37. wird, drücken ihm seine Kameraden alle Daumen.

Eine Webcam des Südwestrundfunks zeigt noch bis Samstagabend Live-Bilder von der Vorbereitung zur Entschärfung der Fliegerbombe. Neueste Informationen und Video gibt es bei der Rhein-Zeitung.

Wilhelm R. Schreieck

Bild oben:
Dietmar Schmid (l., stehend) und Frank Bender beim
Sichten von Luftbildaufnahmen des Bomben-Fundortes.
(Foto: privat)

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