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„Schießen macht Spaß!“




Das Monte-Kali-Pokalschießen in Wackernheim war ein voller Erfolg. 1.300 Teilnehmer aus zwölf Nationen nahmen daran teil. Gesamtsieger: die erste Mannschaft der Reservistenkameradschaft Dieburger Land.

Am Wochenende fand zum 27. Mal einer der größten europäischen Schießwettbewerbe – das Monte-Kali-Pokalschießen – statt. "Ein einzigartiges Erlebnis, bei dem es nicht nur um den wettkämpferischen Leistungsgedanken geht", so Carsten Trinks, Vorsitzender der Kreisgruppe Osthessen und Mitorganisator, "sondern viel mehr um ein Kameradschaftsgefühl, das hier alle verbindet." Nirgendwo sonst habe man die Chance, sich mit Soldaten, Polizeien und Reservisten aller Nato-Staaten auszutauschen. In der Tat sieht man selten so viele verschiedene Uniformen, denn die Teilnehmer kamen aus elf Ländern angereist. Ausrichter des Events waren die US-amerikanischen Streitkräfte.

Neben den Deutschen und den US-Amerikanern trafen sich Polen, Tschechen, Ungarn, Österreicher, Schweizer, Italiener, Franzosen, Briten, Belgier und Niederländer, um die aufregenden beiden Wettkampftage gemeinschaftlich zu erleben. Dazu kamen sie auf die US-amerikanische Schießanlage ins rheinland-pfälzische Wackernheim.

"Ich hatte die Ehre, als junger Mann zu einem Gästeschießen der Bundeswehr eingeladen worden zu sein. Doch vor Ort musste ich feststellen, dass die Waffen, die dort benutzt wurden, in einem desolaten Zustand waren. Auch die Abläufe waren nicht straff durchorganisiert", sagt Bernd Kern. Er hat 1984 das Monte-Kali-Schießen in seiner heutigen Form aus der Taufe gehoben und dessen Effizienz entscheidend verbessert. "Inzwischen können beim Monte-Kali-Schießen, dank der perfekten Organisation der Reservistenkameradschaft Giesel und den umfassenden Sicherheitsvorkehrungen an zwei Tagen 500 Mannschaften und zahlreiche Einzelschützen gegeneinander antreten", so Kern stolz.

Rund 1.300 Teilnehmer feuerten am Wochenende mit dem amerikanischen Sturmgewehr M 16, der niederländischen Pistole Glock 17 und der von der Polizei gestellten MP 5 insgesamt 120.000 Schuss ab. Eine Patrone kostet zwischen 21 bis 35 Eurocent – Gebühren, für die die Teilnehmer gern selbst aufkommen, denn: "Schießen macht einfach Spaß!", sagt die 22-jährige Feldwebelanwärterin Marina Sali. Sie ist mit drei befreundeten Soldaten, Sarah Moosmann (22), Alexander Merkel (21) und Tobias Hopp (25) aus Meßstetten in der Schwäbischen Alb angereist, um sich hier mit anderen Schützen zu messen.

Marina Sali, die gerade eine Ausbildung zur Bürokauffrau macht, ist seit 2008 bei der Bundeswehr – "Durch Zufall", wie sie sagt. "Ein Offizier kam zu uns in den Schulunterricht und hat einen Tag lang von der Bundeswehr erzählt. Das war so spannend, dass ich mich gleich nach dem Abschluss auf zwölf Jahre verpflichtet habe." Nun hat Frau Unteroffizier die Feldwebellaufbahn eingeschlagen und den Ehrgeiz "beste Leistung bringen". In zwei Jahren will sie dann für sich entscheiden, wie es in der Bundeswehr weitergehen soll. Kamerad Oberfeldwebel Tobias Hopp hat sogar schon freiwillig 100 Tage in Afghanistan Dienst geleistet – auch für die drei anderen unerschrockenen jungen Leute wäre es "völlig in Ordnung dorthin zu gehen".

Der Abend klang mit der Siegerehrung der besten zehn Mannschaften und einem stimmungsvollen Fest in Bingerbrück aus.  Über Platz eins durfte sich die RK Dieburger Land 1 freuen, dicht gefolgt von der RK Scharnhorst Koblenz. Die Auszeichnung für Platz drei ging an die Mannschaft Möhnesee 2. Die Kreisgruppe Osthessen zeichnete verdiente Soldaten während eines morgendlichen Feldempfangs mit Ehrennadeln aus.

Auf die Frage, ob sie denn im nächsten Jahr wieder zum Monte-Kali-Schießen kommen wollen, brauchen die Vier aus Meßstetten nicht lange zu überlegen. Sie antworten wie aus der Pistole geschossen mit einem begeisterten: "Ja!".


Barbara Damm

Bild oben: Ein us-amerikanischer Soldat freut sich.
Er hat mit einem deutschen Kamerad privat
beschaffte Uniformteile getauscht. Für alle eine
bleibende Erinnerung an das multinationale Ereignis
(Foto: Barbara Damm)

2. Bild von oben: Eine deutsche Soldatin beim
Schießen mit der Maschinenpistole MP 5 der Polizei
(Foto: Barbara Damm)

3. Bild von oben: Oberfeldwebel Tobias Hopp (von links),
Unteroffizier Alexander Merkel,
Unteroffizier Sarah Moosmann und
Unteroffizier (FA) Marina Sali kamen
aus Meßstetten angereist
(Foto: Barbara Damm)

Bild unten: Die Autorin, Barbara Damm (links),
ist ungediente Pressereferentin des
Reservistenverbandes. Bei der Veranstaltung
gewann sie Einblicke in die internationale
Verbandsarbeit – testete nicht nur die
Kopfbedeckung eines Soldaten,
sondern schoss auch
(Foto: VdRBw)

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