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Seoul kann auf 4,5 Millionen Reservisten zurückgreifen




Park Jung Hyun ist 22 Jahre alt und hat gerade seinen zweijährigen Wehrdienst beendet. Nun hat er schon wieder Post vom Militär.

Es könnte sein, dass er bald wieder eingezogen wird, teilen ihm die südkoreanischen Streitkräfte mit. Als Reservist. Dabei wollte er sich doch endlich auf sein Studium konzentrieren.

Das viel zitierte "Säbelrasseln" im Norden der Halbinsel weckt weltweit Sorgen, ist für Park aber nichts Neues. "Als ich meinen Wehrdienst gemacht habe, gab es jedes zweite Wochenende ähnliche Drohungen aus dem Norden", zitiert Spiegel online den Südkoreaner. Dass die Situation so eskaliert, daran würden die Medien eine Teilschuld tragen. In Seoul jedenfalls, der Hauptstadt Südkoreas, ginge das Leben ganz normal weiter. Und das, obwohl die Grenze weniger als 100 Kilometer entfernt ist.

Park ist einer von 4,5 Millionen Reservisten, auf die die südkoreanische Armee im Fall der Fälle zurückgreifen könnte. Sonst dienen in Südkorea 655.000 Soldaten in den Streitkräften, hinzu kommen 4.500 Frauen und Männer in paramilitärischen Einheiten, etwa der Küstenwache, und 25.000 amerikanische Soldaten – bei einer Gesamtbevölkerung von rund 48 Millionen.

Anders sieht es hinter der Grenze aus: Von 24 Millionen Nordkoreanern sind 1,2 Millionen hauptberuflich in den Streitkräften tätig. Das geht aus Zahlen des Internationalen Instituts für Strategische Studien (IISS) in London hervor. Hinzu kämen 600.000 Reservisten. Der Wehrdienst dauert zehn Jahre.

Über die aktuellen Entwicklungen auf der koreanischen Halbinsel wird hier fortlaufend berichtet. Die größte Gefahr sieht Südostasienexperte Dr. Werner Pfennig derzeit in einem unbeabsichtigten Militärschlag. Den europäischen Einfluss schätzt er in einem Interview gering ein, obwohl die EU-Einzelstaaten im Norden wie im Süden hohes Ansehen genießen würden. Das Sagen in der Region hätten letzten Endes die USA und China.

Dass aber der Fall der Fälle ausbleibt, hofft nicht nur Park.

(red/spe)

Bild oben:
Ein amerikanischer und ein südkoreanischer
Soldat bei einer gemeinsamen Übung.
(Foto: U.S. Navy/gemeinfrei)

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