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Sich für Flüchtlinge engagieren – aber sinnvoll




Die Bundeswehr hat ein Patenschaftsprogramm für ehemalige afghanische ISAF-Ortskräfte ins Leben gerufen – wir berichteten. Soldaten und Reservisten können als Paten den Afghanen helfen, bei ihrem Neustart in Deutschland Fuß zu fassen. Antonia Kreul vom Flüchtlingsrat Nordrhein-Westfalen erklärt, wie sich Ehrenamtliche darüber hinaus für Flüchtlinge engagieren können.

reservistenverband.de: Wie können Flüchtlingsräte Ehrenamtlichen helfen, die gern in der Flüchtlingshilfe aktiv werden wollen?

Antonia Kreul: Einen Flüchtlingsrat gibt es in jedem Bundesland. Flüchtlingsräte sind in der Regel sehr gut mit den in den jeweiligen Bundesländern ansässigen Asylarbeitskreisen, Flüchtlingsinitiativen und -räten, Selbstorganisationen und engagierten Einzelpersonen vernetzt. Sie kennen also die Initiativen und Organisationen, die Flüchtlinge lokal beraten und unterstützen. So können Flüchtlingsräte Ehrenamtlichen die richtigen Ansprechpartner in ihrer Gemeinde oder Stadt vermitteln. In Bonn beispielsweise gibt es die Initiative "Ausbildung statt Abschiebung", die Caritas oder das DRK, die sich in verschiedenen Projekten für Flüchtlinge einsetzen und die immer wieder ehrenamtliche Helfer suchen. Da die Mitarbeiter in diesen Organisationen engen Kontakt zu Asylsuchenden pflegen, können sie zudem im Einzelnen sagen, welchen besondere Bedarf es in den Flüchtlingsunterkünften an Sachspenden oder Unterstützungsangeboten gibt. Auch ein Anruf beim Sozialamt kann hilfreich sein. Sozialämter stellen teilweise Sozialarbeiter, die in den Flüchtlingswohnheimen arbeiten. Sie haben sicher auch einen Überblick darüber, wie Ehrenamtliche vor Ort sinnvoll eingesetzt werden können.

reservistenverband.de: Worauf sollten Helfer oder Lotsen achten, wenn sie sich engagieren wollen?

Antonia Kreul: Wichtig ist, strukturiert zu helfen. Interessierten Reservistinnen und Reservisten würde ich empfehlen, zu überlegen, in welchem Bereich sie aktiv werden wollen und mit welchem Aufwand sie das machen möchten. Das kann Hausaufgabenhilfe für Flüchtlingskinder sein oder ein Deutschkurs für Erwachsene einmal in der Woche, ein Kreativ- oder Begegnungsangebot wie zum Beispiel ein Nachbarschaftscafé. Einen Flüchtling zum Arzt oder zu einem Amt zu begleiten kann auch eine enorme Hilfe sein, gerade weil sich Flüchtlinge auf Deutsch oft nicht verständigen können. Kleiderspenden sind natürlich auch willkommen, aber wir haben die Erfahrung gemacht, dass der Bedarf an Kleidern in den Unterkünften oft gedeckt ist. Den Flüchtlingen sind vor allem Begegnungen mit engagierten Bürgern wichtig. Deshalb gilt: lieber fragen, was wirklich an Unterstützung oder gezielten Spenden benötigt wird und wie man sinnvoll helfen kann.

reservistenverband.de: Wie sind die Flüchtlingsräte erreichbar?

Antonia Kreul: Die Flüchtlingsräte in den Bundesländern sind telefonisch und per E-Mail erreichbar und haben meist eine Webseite, auf der sie Bürger informieren. Auf unserer Webseite bieten wir in unserem "Netzheft 2014" eine Auflistung aller behördenunabhängigen Beratungsstellen und Initiativen für Flüchtlinge in Nordrhein-Westfalen an, an die sich Ehrenamtliche wenden können. Wir informieren aber auch gern telefonisch und per E-Mail.

reservistenverband.de: Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Andelka Krizanovic

Archivbild oben: Kinder in einer Sammelunterkunft für Asylsuchende
im bayerischen Gauting (Foto: Andreas Bohnenstengel,
Wikimedia Commons CC BY 3.0)

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