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Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr (VdRBw) hat mehr als 115.000 Mitglieder. Wir vertreten die Reservisten in allen militärischen Angelegenheiten.

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Spezialisten mit Uniform: Segen oder Fluch für die Wirtschaft?




Im zivilen Leben sind sie als Akademiker, Fachkräfte und Spezialisten unverzichtbar. Doch sie sind auch Bürger mit Uniform. Durch militärisches Know-How und mit ihrem Pflichtbewusstsein können sie jeden Betrieb bereichern. Sind Reservisten nun also ein Segen oder ein Fluch für die Wirtschaft? Mit dieser Frage setzt sich eine hochkarätige Diskussionsrunde am kommenden Mittwoch in Berlin auseinander.

Für den 30. November laden die Landesgruppe Berlin, die Reservistenarbeitsgemeinschaft (RAG) Deutscher Bundestag und der Arbeitskreis Rechtberaterstabsoffiziere ein. Los geht es um 18.30 Uhr im Haus der Wirtschaft der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg. Einen Überblick über das Thema gibt dabei Roderich Kiesewetter MdB, Präsident des Reservistenverbandes.

Schnittstelle zwischen Beruf und Engagement als Reservist
Anschließend diskutieren auf dem Podium Vertreter aus Bundeswehr, Politik und Wirtschaft zu dem Thema. Teilnehmer an der hochkarätig besetzten Runde sind unter anderem der Stellvertreter des Generalinspekteurs der Bundeswehr, Generalleutnant Günter Weiler, und der Vorsitzende der RAG Bundestag, Prof. Patrick Sensburg MdB. Zudem werden drei Vertreter aus der Wirtschaft erwartet: Andreas Breuer (Geschäftsführer der Accredis Deutschland GmbH), Stefan Schönholz (Managing Partner beim Institute for Conflict Dynamics) und Christian Herrmann (Inhaber der Dr. Herrmann Gruppe). Anmeldungen sind noch bis zum kommenden Freitag möglich. Ein Formular steht hier zum Herunterladen bereit.

"Mit dieser hochkarätig besetzten Veranstaltung wollen wir den Blick auf die wichtige Schnittstelle zwischen der Berufswelt und dem Engagement als Reservist lenken. Wichtig ist dabei herauszustellen, dass alle Seiten sinnvoll voneinander profitieren können. Dafür ist es wesentlich, dass man die Erwartungen des anderen kennt", sagt Andreas Baasner, Organisator der Veranstaltung. "Wir möchten in einem ersten Schritt die Perspektiven der drei großen Akteure, des Reservistenverbandes als der Heimat und Stimme der Reservisten, von der Wirtschaft als Perspektive der Arbeitgeber, und nicht zuletzt von der Bundeswehr als Nachfrager des Reservedienstes, vorstellen und diskutieren."

"Zivile Arbeitgeber können von militärischer Weiterbildung profitieren"
Der Reservist im Spannungsfeld zwischen zivilem Berufsleben und militärischer Verwendung ist dabei aktueller denn je. Bereits beim Parlamentarischen Abend des Reservistenverbandes hatte Verteidigungsminister Thomas de Maizière den Wunsch geäußert, er wolle Spezialisten aus der freien Wirtschaft für die Reserve der Bundeswehr gewinnen. Unabhängig von der Veranstaltung in Berlin zeigte zuletzt die multinationale Übung "Odyssee Sword" des 1. Deutsch-Niederländischen Korps auf dem Truppenübungsplatz Bergen, wie hilfreich eine enge Verzahnung sein kann. Mehr als 2.000 Soldaten und Zivile simulierten dort ein Szenario, welches dem Einsatz in Afghanistan sehr nahe kam.

Roland Bösker, Oberstleutnant der Reserve, war dabei als Presseoffizier tätig. Dabei verfasste er im Hauptquartier die "Messenger News", vergleichbar mit der Unternehmenskommunikation in der freien Wirtschaft. "In Zeiten sich verschärfenden Wettbewerbs um qualifizierte und motivierte Mitarbeiter kann es entscheidend sein, sich als Organisation oder Unternehmen dialogbereit und offen zu präsentieren", sagte er nach Abschluss der Übung.

Im zivilen Leben arbeitet Bösker als freier Redakteur für Unternehmenspublikationen, als Autor und als Dozent für Medienarbeit. "Während der Wehrübung habe ich eigene Erfahrungen und Fachkenntnisse einbringen können, gleichzeitig aber auch viel von den erfahrenen aktiven Presseoffizieren gelernt", resümiert der Oberstleutnant der Reserve. Anfang 2012 wird er einen Lehrgang an der Akademie für Information und Kommunikation der Bundeswehr in Strausberg absolvieren. "Von solchen militärischen Weiterbildungen seiner Mitarbeiter profitiert auch jeder zivile Arbeitgeber", sagt Bösker.


Sören Peters

Symbolbild oben:
Ein Facharbeiter bei Bosch an seinem Arbeitsplatz.
Hat er eine Uniform im Schrank, wird es schwer,
Reservisten-Engagement und Job unter einen Hut zu
bringen. Doch der Arbeitgeber kann von den
Wehrübungen seiner Angestellten auch profitieren.
(Foto: PR, Bosch Media Service)

Bild Mitte:
Prof. Patrick Sensburg MdB, Vorsitzender der RAG
Bundestag wird an der Diskussionsrunde teilnehmen.
(Foto: PR, CDU)

Bild unten:
Oberstleutnant d.R. Roland Bösker wirkte in
Wehrübung bei "Odyssee
Sword" in Bergen mit.
(Foto: Stephan Busse)

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