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Statt Urlaub – Anstrengung auf der Nordseeinsel




Viele denken bei der ostfriesischen Insel Borkum nur an eins: Urlaub und Kur. Doch wer die Insel als Feriengast oder Patient kennengelernt hat, weiß, dass Borkum 40 Jahre lang ein Marinestandort war. Nach 1997 wurde die Kaserne zu einer Jugendherberge. Uniformierte Soldaten sind seitdem seltener anzutreffen.

Das Marinefliegergeschwader 5 aus Kiel betreibt noch eine kleine Außenstelle als Landeplatz für Rettungshubschrauber der Marine. Nur eine traditionsbewusste Reservistenkameradschaft (RK) mit fast 70 Mitgliedern bewahrt auf der Insel quasi noch die Bundeswehrtradition. Die RK organisiert immer wieder Veranstaltungen für Reservisten. Anfang Mai kamen 100 Reservisten für ein Wochenende, um Küstenschutz, Selbst- und Kameradenhilfe und Marschieren zu trainieren. Sie unterzogen sich während eines straffen Dienstplanes einem fordernden Leistungsparcours. Das war kein Urlaub, sondern echte Anstrengung und Herausforderung.

Anstrengende Aufgaben
In der größten Jugendherberge Europas – mit 611 Betten auf einem 20 Hektar großen Gelände – bezogen Reservisten aller Truppengattungen und Dienstgrade ihre Betten. Zwölf Stunden Dienst lagen vor ihnen. Unterbrochen wurde die Stationsausbildung lediglich von einer kurzen Mittagspause. Vormittags waren die Stationen Sanitätsausbildung, Küstenschutz, Sandsackbefüllung, Deichsicherung und Abdichten von Spundwänden, eine Brandschutzübung sowie das Betreiben eines Kontrollpunktes für Personen- und Kfz-Kontrolle zu absolvieren. Der Nachmittag stand im Zeichen eines schwierigen Leistungsparcours. Auf einer Strecke von etwa sechs Kilometern waren Versorgung und Transport von Verwundeten, das richtige Verhalten beim Auffinden von Waffen sowie der Transport von Material im Team zu meistern.

Lob für Leistungen und Engagement
"Wir haben für unsere Teilnehmer ein interessantes, aber auch forderndes Programm vorbereitet", sagt Hauptfeldwebel Helmut Köster aus Aurich, der als Feldwebel für Reservistenangelegenheiten in Ostfriesland die Veranstaltung maßgeblich ausgerichtet hatte. Lob gab es vom Kommandeur des Landeskommandos der Bundeswehr Niedersachsen, Oberst Ulrich Tebbel: "Ich habe vor Ihrem nebenberuflichen, freiwilligen Engagement für die Bundeswehr großen Respekt, das verdient viel Anerkennung. Motivierte Reservisten sind die besseren Reservisten". Das Landeskommando plante mit Unterstützung der Kreisgruppe des Reservistenverbandes Ostfriesland die straffe Ausbildungsveranstaltung. Maßgeblichen Anteil hatten an der Organisation auch Stabsfeldwebel der Reserve Hermann Minjets und Lutz Dopheide, Vorsitzender der RK Borkum, gemeinsam mit seinem Kameradenteam. Für die Leistungen gab es Lob auch von der ersten Frau der Insel, Bürgermeisterin Kristin Mahlitz: "Sich bei sommerlich hohen Temperaturen freiwillig dieser schweißtreibenden Fortbildung mit einem solchen Engagement zu stellen, verdient Anerkennung". Da die Leistungen der Teilnehmer durchweg hervorragend waren, konnte ein Gesamtsieger nicht ausgemacht werden.


Stephan Meier / (red)

Bild oben: Sandsäcke befüllen,
wichtiger Teil beim Küstenschutz
(Foto: Stephan Meier)

Bild Mitte: Kameradenhilfe – Reservisten transportieren
einen simulierten Verwundeten
(Foto: Stepan Meier)

Bild unten: Bürgermeisterin von Borkum,
Kristin Mahlitz, lobt Reservisten (Foto: Stepahn Meier)

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