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Die Reserve

Strategie der Reserve: Ein Meilenstein kommt im Oktober

Ab dem 1. Oktober 2021 tritt die Grundbeorderung, ein Kernelement der Strategie der Reserve, in Kraft. Die ersten Informationsgespräche für ausscheidende Soldatinnen und Soldaten finden bereits statt. Bei diesen Infoveranstaltungen ist eines der Themen: Wie geht es weiter mit der Umsetzung der Strategie der Reserve? Dazu hat sich jüngst Oberst i.G. Peter Haupt, Referatsleiter BMVg Führung Streitkräfte III 4 (Reservisten- und Veteranenangelegenheiten), im neuen Magazin „Vertraulich“ des Gesamtvertrauenspersonenausschusses beim BMVg geäußert.

Oberstleutnant Marco Blümel begrüßt künftige Reservistinnen und Reservisten in der Kölner Lüttich-Kaserne, um über die Grundbeorderung zu informieren.

Foto: PIZ Personal/Lisa Engler

grundbeorderungStrategie der Reserve

Was ist eigentlich die Reserve? In einer umfassenden Beratung beim Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw) erfuhren die Teilnehmenden nicht nur dies, sondern auch, wie sie sich als Reservistinnen und Reservisten engagieren können. Wie bei diesem Termin in der Kölner Lüttich-Kaserne finden nun verstärkt Beratungsgespräche für ausscheidende Soldatinnen und Soldaten in den Dienststellen der Bundeswehr statt. Neben Informationen rund um das Dienstzeitende und welche Möglichkeiten es für Reservistinnen und Reservisten, auf einem Dienstposten in der Truppen- oder Territorialen Reserve eingeplant zu werden, ist die Grundbeorderung Teil der Beratung.

Mit deren Einführung werden ab dem 1. Oktober 2021 grundsätzlich alle wehrdienstfähig aus dem aktiven Dienst ausscheidenden Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr für einen Zeitraum von insgesamt sechs Jahren in der Reserve beordert, sofern sie bei Dienstzeitende das 57. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Der Reservistendienst außerhalb des Spannungs- beziehungsweise Verteidigungsfalls bleibt weiterhin freiwillig. Längstens gilt die Grundbeorderung bis zur Vollendung des 60. Lebensjahres.

100.000 militärische nichtaktive Dienstposten

Die Grundbeorderung ist Kern der im Oktober 2019 neu aufgelegten Strategie der Reserve. „Das Ziel ist eine einsatzbereite Reserve, die gemeinsam mit der aktiven Truppe ihre Aufträge erfüllen kann“, schreibt Oberst i.G. Peter Haupt, in „Vertraulich“. Und weiter: „Die Bundeswehr richtet sich wieder stärker auf den Auftrag Landes- und Bündnisverteidigung aus. Dabei nimmt die Reserve eine zentrale Rolle ein. Die Bundeswehr plant mit 100.000 nichtaktiven militärischen Dienstposten. Davon werden circa 60.000 Dienstposten durch Reservistinnen und Reservisten zu besetzen sein und etwa 40.000 Dienstposten in einer sogenannten Zweitrolle durch aktives Personal der Bundeswehr“. Die Grundbeorderung legt das Fundament für zwei elementare Aufträge der Reserve: die Gewährleistung der Durchhaltefähigkeit der Streitkräfte und ihre Fähigkeit des Aufwuchses. „Gemeinsam und mit Nachdruck ist das Engagement für die Reserve bei unseren ausscheidenden Soldaten, aber auch unseren Reservistinnen und Reservisten zu fördern. Dabei ist die Entwicklung eines Grundverständnisses, die Reserve als wesentlichen Bestandteil der Bundeswehr zu sehen, für alle hilfreich“, so Oberst i.G. Haupt.

Andreas Borchert vom Reservistenverband freute sich über interessierte Zuhörende und berichtete über die bundesweiten Möglichkeiten, in der Reserve aktiv zu sein. (Foto: PIZ Personal/Marcel Poloczek)

Dazu sollen die Beratungsgespräche der Kommandeure und Dienststellenleiterinnen sowie in den Karrierecenter der Bundeswehr beitragen. Der Sozialdienst der Bundeswehr und der Verband der Reservisten der Bundeswehr unterstützen wie beim Informationstag in der Kölner Lüttich-Kaserne. In Kleingruppen erfahren die künftigen Reservistinnen und Reservisten mehr über die konzeptionellen Pfeiler der Strategie der Reserve. Anschließend erläutern die Fachleute aus dem BAPersBw die Beorderungs- und Dienstleistungsverfahren sowie die Instrumente der Unterhaltssicherung. Abgerundet wird das mehrstündige Programm durch die zielgruppenorientierte Beratung des Sozialdienstes und die Vorstellung des inhaltlichen Programmes des Reservistenverbandes. In Köln informiert Organisationsleiter Andreas Borchert über die bundesweiten Möglichkeiten, im Verband und in der Reserve aktiv zu sein.

Defizite in der persönlichen Ausstattung bis 2027 beheben

Durch die Grundbeorderung sollen in den nächsten Jahren die Strukturen der Truppen- und Territorialen Reserve gefüllt werden. Bis Ende 2027 sollen sie vom Personalumfang und Ausbildungsstand soweit sein, dass sie ihre Aufträge z.B.im Heimatschutz umfassend erfüllen können. Geht es nach Oberst i.G. Peter Haupt, dann soll die „materielle Hinterlegung der Reserve […] bis dahin Fahrt aufgenommen haben. Bis 2027 sollen Defizite in der derzeitigen persönlichen Ausstattung (Feldbekleidungssatz 90) behoben und das Ausstattungssoll der Reserve erweitert werden. Unter anderem werden dann elementare Ausrüstungsgegenstände wie Kampfrucksack und Schlafsack dauerhaft bereitgestellt. Die Ausstattung aller Reservistendienst Leistenden mit vektorengeschützer Bekleidung sollte dann auch selbstverständlich sein.“ Vektorengeschützte Bekleidung bedeutet funktionale Kleidungsstücke, zum Beispiel eine Feldhose, deren Gewebe mit einem Insektenschutzmittel behandelt ist. So bietet vektorengeschützte Bekleidung Schutz vor Zecken oder ähnlichen Insekten.

Was ist eigentlich die Reserve? In der umfassenden Beratung erfuhren die Teilnehmenden nicht nur dies, sondern auch, wie sie sich als Reservistinnen und Reservisten engagieren können. (Foto: PIZ Personal/Lisa Engler)

In einem weiteren Schritt sollen die Verfahren zum Aufwuchs etabliert sein. Die Ausbildung soll dann in festgelegten Zyklen und mit einer tiefen Verzahnung mit der aktiven Truppe erfolgen. „Für Ausbildung und Inübunghaltung ist geplant, die Bestandteile der neuen aufgabenorientierten Ausstattung mit moderner Kampfbekleidung und persönlicher Ausrüstung, den Kampfbekleidungssatz Streitkräfte (KBS SK), die Modulare Ballistische Schutz- und Trageausstattung (MOBAST), den Gefechtshelm Streitkräfte und den Sprechsatz mit Gehörschutzfunktion, temporär zur Verfügung zu stellen. Ab 2031 soll diese Ausstattung dauerhaft der Reserve verfügbar gemacht werden“, schreibt Oberst i.G. Haupt.

Gespräche mit den Ausscheidenden

Im Rahmen der „Reservistenberatung“ prüfen zunächst der Entlassungstruppenteil und dann der jeweilige Organisationsbereich ihren unmittelbaren Bedarf an einer Einplanung des ausscheidenden Soldaten bzw. der ausscheidenden Soldatin in den Strukturen der Truppenreserve (V-Dienstposten oder Ergänzungstruppenteil). Besteht hier kein Bedarf, prüft das BAPersBw den Bedarf über alle Organisationsbereiche. Bei der Einplanung sollen soweit möglich, die persönlichen Präferenzen Berücksichtigung finden.

Der Verband ist in die Reservistenberatung eng eingebunden. Im Rahmen der Informationsveranstaltung hat er, neben allgemeinen Informationen über die Möglichkeiten zu einem Engagement in der Reserve, die Gelegenheit, über den Verband selbst und die Angebote der beorderungsunabhängigen Reservistenarbeit zu informieren. Diese Aufgabe wird durch die Organisationsleiter der örtlichen Geschäftsstellen übernommen.

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