Aus der Truppe

Trendwende Reserve: Erstes Landesregiment in Dienst gestellt




Verbandspräsident Oberst d.R. Oswin Veith schreitet gemeinsam mit Ministerpräsident Markus Söder und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen die Front der angetretenen Reservistinnen und Reservisten ab.

Foto: Nadja Klöpping

In Roth bei Nürnberg wurde das erste Landesregiment der Bundeswehr in Dienst gestellt. Der neuaufgestellte Verband erhielt bei einem feierlichen Appell eine eigene Truppenfahne und wurde dem Kommandeur Oberst d.R. Stefan Berger unterstellt.  Hochrangige Vertreter aus Politik, Gesellschaft und Militär verdeutlichten durch ihre Teilnahme die Bedeutung der Veranstaltung für unser Land. „Dies ist ein historischer Meilenstein für die Territoriale Reserve der Bundeswehr“, sagte der Kommandeur des Landeskommando Bayern, Brigadegeneral Helmut Dotzler. Auch der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder bekräftigte, wie stolz er ist, dass das Landesregiment in Bayern aufgestellt wird und bekannte sich innerhalb seiner Rede fest zur Reserve.

Von der Vision zur Realität

Nach dem offiziellen Beginn des Pilotprojekts am 1. April ist dies ein weiterer entscheidender Schritt hinsichtlich der Erprobung eines Truppenteils zur Realisierung des sogenannten „Systemverbundes Heimatschutz“. Knapp zwei Jahre nachdem Verbandspräsident Oswin Veith, Oberst d. R. und Mitglied im Deutschen Bundestag bei der Jahrestagung der Reserve erstmals öffentlich von seiner Idee über die Aufstellung von Landesregimenter sprach, wird der Traum nun Realität. „Ich danke heute besonders Ihnen, lieber Herr Veith, als Präsident des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr, dass Sie die Initiative der Landesregimenter erdacht und mit Mut und Engagement vorangebracht haben. Gemeinsam haben Reservistenverband und Streitkräftebasis dieses Projekt auf die Beine gestellt“, hob die Ministerin heraus.

Heimatschutz, Katastrophenhilfe und Host Nation Support

Die Bundeswehr will in enger Kooperation mit dem Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V. herausfinden, ob die geplanten Strukturen für die Aufgabenerfüllung geeignet sind und ob das Konzept auch auf andere Bundesländer übertragbar ist. Insbesondere wird damit auf die veränderte sicherheitspolitische Lage reagiert, in welcher neben Missionen im Ausland, vor allem wieder Bündnis- und Landesverteidigung in den Fokus nationaler Sicherheitsvorsorge gerückt sind. Demzufolge zählen zu den Hauptaufgaben des Landesregiments Heimatschutz, Katastrophenhilfe und Host Nation Support. „Material und Personal sind unsere zentralen Herausforderungen. Das eine bedingt das andere, wir brauchen also vom ersten Übungstag an eine solide Materialbasis und eine gute, fordernde Ausbildung. Nur wenn diese grundlegenden Aspekte gewährleistet sind, können wir Menschen überzeugen, sich neben den Verpflichtungen gegenüber Familie und Beruf wieder für ihre Heimat einzusetzen. Dafür mache ich mich stark! Meine Damen und Herren, lassen Sie uns gemeinsam anpacken und unserem Land zeigen, welchen Wert die Reserve und die Streitkräfte haben!“, verdeutlichte Veith.

Verteidigungsministerin sagt politische Unterstützung zu

Die Verteidigungsministerin betonte in ihrer Rede vor dem angetretenen Landesregiment und den zahlreichen Gästen die hohe Bedeutung der Reserve an den vielfältigen Aufgaben der Streitkräfte. „Sie verstärken und unterstützen, wo immer sie gebraucht werden. Ich danke all jenen, die sich für den Dienst in unserer Reserve entscheiden. Die sich freiwillig bereit erklären, für unser Land Verantwortung zu übernehmen und etwas für unsere Gesellschaft zu tun. Ihr leidenschaftliches und professionelles Engagement verdient besondere Anerkennung und Wertschätzung – und es verlangt politische Unterstützung. Wir sind stolz auf unsere Reserve. Denn eine einsatzbereite Reserve ist Teil einer einsatzbereiten Bundeswehr.“

Hintergrund

Im Landesregiment Bayern sind künftig fast ausschließlich Reservisten verantwortlich. Neben ihnen dienen fünf aktive Soldaten der Streitkräftebasis im Regimentsstab, der seinen Sitz in der Münchner Fürst-Wrede-Kaserne hat. Komplettiert wird das Regiment durch Mobilmachungs-/ Ergänzungspersonal – 50 Soldatinnen und Soldaten, die in Stäben und Schulen der Bundeswehr Dienst leisten, jedoch mit dem Landesregiment üben und bei Katastrophen oder im Spannungs- bzw. Verteidigungsfall in dieses übertreten. Im Verband gehen die drei Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskompanien (RSU) Ober-, Mittel- und Unterfranken auf. Insgesamt soll das Regiment rund 500 Frauen und Männer umfassen und ist dem Kommandeur des Landeskommandos Bayern, Brigadegeneral Helmut Dotzler, unterstellt. Der Kommandeur des ersten Landesregiments wird Oberst d.R. Stefan Helmut Berger, der zuletzt Reservistendienstleistungen als stellvertretender Kommandeur bei der deutsch-französischen Brigade in Mühlheim ableistete.

 

 

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