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Übung schärft den Blick für mehr Eigenschutz

„Die Lage, die ich mir ausgedacht habe, hätte ich weglassen können“, sagt Dr. Jörg Sandmann. Der Arzt aus Travemünde ist Reservist und Initiator der Zivil-Militärischen Veranstaltung „Medizin in besonderen Lagen und Mee(h)r“ – eine Tagung mit hochkarätigen Vorträgen rund um die Themen Seenotrettung und Zivil-Militärische Zusammenarbeit (ZMZ), bei der eine praktische Übung im Mittelpunkt steht.

Reservisten, zivile Helfer und Vertreter der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft kümmern sich während der Übung um Verletzte am Strandabschnitt.

Foto: Jörg Sandmann

dgzrsDLRGLeben rettenSanitätsdienst

Aus der Ukraine kommen Bilder, die fassungslos machen. Vor diesem Hintergrund erscheint das Szenario bei der Zivil-Militärischen Veranstaltung in Travemünde brandaktuell. Denn es ging bei der Übung um die eigene Sicherheit der Rettungskräfte. „Wir sind es nicht gewohnt, dass Rettungskräfte angegriffen werden“, argumentiert Sandmann. Auch wenn sich Deutschland nicht im Kriegszustand befindet, weit hergeholt ist das Thema Eigenschutz nicht.

Ob Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst, immer wieder kommt es zu gewalttätigen Übergriffen auf diejenigen, die eigentlich nur in der größten Not helfen wollen. Ziel der Veranstaltung sei es, Denkanstöße zu geben, sagt Oberstarzt d.R. Dr. Sandmann, aber auch das gegenseitige Verständnis für die Strukturen und Verfahren der zivilen Rettungsorganisationen und der Bundeswehr zu vertiefen. Das Übungsszenario: Die sicherheitspolitische Lage im Baltikum hat sich zugespitzt. Über Travemünde werden Truppen verlegt. Die Meinungen zu einer stärken militärischen Präsenz gehen in der Bevölkerung auseinander. Es kommt zu mehreren Anschlägen, die die Halbinsel Priwall abriegeln. Eine Gruppe kam zufällig am Rande einer Tagung vorbei, als ein Sprengsatz detoniert und professionelle Rettungs- und Sicherungskräfte aus verschiedenen Gründen aber ausbleiben.

Retten, ohne selbst Opfer zu werden

Nun waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung „Medizin in besonderen Lagen“ gefragt, darunter aktive Soldatinnen und Soldaten des Sanitätsdienstes, Reservisten, Polizisten, zivile Rettungssanitäter und Notärzte. Ihre Aufgabe bestand darin, sich um die Verletzten und Verwundeten – gemimt durch Übungsdarsteller – zu kümmern, sich und die Einsatzstelle zu organisieren, auch den Transport über See mit Hilfe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft umzusetzen. Ein Schwerpunkt lag dabei auf dem Thema Eigenschutz. Es kam zu einem zweiten Anschlag und zu Übergriffen von Attentätern. Ziel der Übung war es, Rettung in der unbekannten Gruppe und mit wenig Material unter sich zuspitzenden Lageänderungen zu üben, also nicht in einem professionellen Umfeld, erläuterte Oberstarzt Dr. Sandmann.

Blick über den Tellerrand

Aus seiner Sicht war die Übung für alle Beteiligten ein Blick über den Tellerrand. „Wir sind es nicht gewohnt, dass man während einer Hilfeleistung angegriffen wird und uns auch noch selbst organisieren zu müssen“, sagte Sandmann. Beobachter von Polizei und Experten wie Oberstarzt Dr. Schwarz aus dem Bundeswehrkrankenhaus Hamburg waren sich einig, dass solche Übungen sinnvoll sind. Aber es waren die Kleinigkeiten, über man dann nachdachte: Wie geht man mit einer Person um, der man nicht mehr helfen kann? Dazu schilderte ein Palliativmediziner, der während der Übung eine sterbende Person spielte, seine Eindrücke und Erfahrungen.

Neben ZMZ war Seenotrettung das Thema, das aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet wurde. So berichteten Leon van Bömmel von der Mission Lifeline und Jan Schill von Sea Watch spannend über die Seenotrettung im Mittelmeer. Hochkarätige Vorträge lieferten der Admiralarzt der Marine Dr. med. Stephan Apel, Generalarzt Dr. med. Bruno Most vom Kommando Sanitätsdienstliche Einsatzunterstützung, der Oberstarzt Dr. Jens Evers, Kommandeur des Kommandos Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst und sein G3 Oberstarzt Matthias Marth. Weitere Referenten kamen von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger und Northern Helicopters. Das bunte Bild der verschiedenen Jacken zeigte die offene Atmosphäre, das Aufeinanderzugehen und die Freude am gemeinsamen Lernen.

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