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Ukraine-Hilfe: Reservisten bringen sieben Tonnen Spenden nach Polen




Das Team der RAG San und Helfer des Kulturvereins beim Umladen der Hilfsgüter.

Foto: privat

Geschafft! Die Reservisten und ihre polnischen und ukrainischen Partner haben sieben Tonnen Hilfsgüter auf den Weg gebracht.

hilfespendenUkraine

Humanitäre Hilfe für die Ukraine haben die Mitglieder der Reservistenarbeitsgemeinschaft Sanitätsdienst (RAG San) Oberhessen geleistet. Mit acht Sprintern brachten sie in erster Linie medizinische Hilfsmittel, aber auch weitere Sachspenden, nach Zielona Góra in Polen. Dort wurden die Spenden an den gemeinnützigen Verein „House of the Association of Ukrainians in Poland“ übergeben und von dort direkt an die Frontlinie transportiert. Rund sieben Tonnen Spenden hatten die Reservistinnen und Reservisten in den Wochen zuvor in privater Initiative gesammelt. Das waren neben Sachspenden wie Bekleidung und Lebensmitteln vor allem Medikamente und Arzneimittel.

Aufgrund der dynamischen Lage wurden die ersten Überlegungen, die Hilfsgüter direkt an die Grenze zu transportieren, schnell verworfen. Die großen Hilfsorganisationen hatten volle Straßen gemeldet, zudem sei die Organisation vor Ort zum Teil überfordert gewesen. Also suchte die RAG Sanitätsdienst unter der Leitung von Stabsunteroffizier d.R. Frank Sann nach einer anderen Möglichkeit der Übergabe. Hier kam der Bekannte eines Mitglieds der Kreisgruppe Oberhessen ins Spiel: Er ist selbst Ukrainer, ist in Oberhessen zuhause und hatte zwischenzeitlich schon Transporte zu dem gemeinnützigen Kulturverein in Zielona Góra durchgeführt. Sann kontaktierte die Leiterin des Vereins und erhielt so eine Aufstellung dringend benötigter Hilfsmittel.

Firmen aus der Region stellten Fahrzeuge bereit

Die Spendenaufrufe wurden lokal verteilt und sogar bis in die in der Region ansässigen Firmen getragen, unter anderem unterstützten das Bündnis „Aktion Hessen hilft e.V.“ und die Hessische Landesbahn die Reservisten mit drei Tonnen Sachspenden. Auch die für den Transport benötigten Fahrzeuge und teilweise sogar die Fahrerinnen und Fahrer wurden von Unternehmen aus der Region zur Verfügung gestellt. Aus den ursprünglich zwei bis drei Fahrzeugen, die die Reise antreten sollten, wurden kurzerhand acht, was ohne die Unterstützung der Firmen nicht zu stemmen gewesen wäre.

 Als Sammelstelle für die Spenden diente ein kurzerhand zur Verfügung gestellter Kellerraum, der unter der Leitung von Stabsunteroffizier d.R. Emry Wagner täglich mit Mitgliedern der RAG San besetzt war. Dort wurden die Hilfsgüter angenommen, auf Funktionalität geprüft und transportsicher verpackt. Besonderes Augenmerk lag dabei auf den medizinischen Produkten, die vom ärztlichen Leiter der RAG San Oberhessen, Oberfeldarzt d.R. Dr. Thomas Volk, noch einmal gesondert überprüft wurden.

Die Vorbereitung des Konvois übernahm Oberfeldwebel d.R. Thomas Altscher, der als Fahrschullehrer – früher bei der Bundeswehr, heute zivil – prädestiniert für diese Aufgabe war. Vor der Abfahrt am frühen Morgen des 18. März (Samstag) verteilte er Sicherheitswesten, Funkgeräte, Karten und Marschverpflegung. Ebenso waren die Pausenzeiten und -orte bereits vorerkundet, an denen sich die Fahrerinnen und Fahrer abwechseln konnten. Damit waren alle Beteiligten gut auf die 650 Kilometer lange Strecke nach Zielona Góra vorbereitet, wo der Konvoi rund neun Stunden später eintraf und bereits sehnsüchtig erwartet wurde.

Hilfsgüter wurden umgehend weitertransportiert

Dort zeigte sich auch die ausgefeilte Logistik der Ukrainer. Die Hilfsgüter wurden umsortiert und direkt auf einen bereitstehenden Sattelzug verladen, der noch am gleichen Abend in die Ukraine weiterfuhr. Dort wurden die Hilfsgüter wiederum übergeben und ohne Verzögerung weitertransportiert an vorderste Front.

Der Konvoi aus Hessen machte sich nach einer kurzen Pause gleich wieder auf den Rückweg. Organisationsleiter Klaus Merklinger berichtet von einer „nachdenklichen Stille“ auf der Heimfahrt. „Alle waren gedanklich noch bei den Menschen, denen wir zuvor die Hilfsgüter übergeben hatten.“ In einer Mitteilung schildert die RAG San den Transport als „beeindruckendes, zugleich aber auch bedrückendes Erlebnis“. Dem guten Gefühl, Menschen in Not geholfen zu haben, stand die Beklemmung gegenüber, dass die Spenden nur wenig später im Kriegsgebiet eintreffen würden. So nah sei man dem Krieg bis dato noch nie bekommen.

Der nächste Transport ist bereits in Planung

Um 3.30 Uhr am Sonntagmorgen kamen alle 16 Fahrerinnen und Fahrer wieder wohlbehalten in Gießen an. Nach einer kurzen Nachbesprechung bedankte sich der Organisator des Hilfstransportes, Stabsunteroffizier d.R. Frank Sann noch einmal ganz herzlich bei den Teilnehmern, die noch bei der Verabschiedung nach dem Termin des nächsten Transportes nachfragten. Allen Helfern und Beteiligten des Transportes wurde als kleines Dankeschön ein speziell angefertigtes Patch zur Erinnerung übergeben.

Diese jüngste Hilfsaktion der RAG San soll keine Eintagsfliege bleiben. Für diesen Monat ist eine erneute Spendensammlung in Gange und der Transport bereits geplant. Weitere Informationen dazu gibt es bei Stabsunteroffizier d.R. Frank Sann unter ragsan-oberhessen@sanncity.de.

Auch die RK Reutlingen hat Spenden übergeben. Mit welchen Hindernissen die Kameraden zu kämpfen hatten, ist hier nachzulesen.

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