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Uniformen bei Theaterstück sorgen für Irritationen




Die Theatergruppe der Gesamtschule im nordrhein-westfälischen Waldbröl hat in ihrer Aula das Stück "Der Junge im gestreiften Pyjama" nach dem Roman von John Boyne aufgeführt. Darüber berichtete die regionale Internetzeitung "Oberberg Aktuell" und löste damit bei vielen Reservisten eine Welle des Protests aus. Der Grund: Die Schüler, die SS- und Wehrmachtssoldaten darstellten, trugen Uniformstücke der heutigen Bundeswehrsoldaten. Inzwischen hat sich die Schule entschuldigt und der Reservistenverband will Schüler und Lehrer sowie Laienschauspieler künftig bei der Suche nach Requisiten unterstützen.

Zahlreiche Kommentare auf dem Internetauftritt der Zeitung sowie Protestschreiben an die Schule waren die Folge des Zeitungsberichts. Inzwischen hat sich die Projektleiterin der Gesamtschule, Nina Heinrichs, im Forum der Onlinezeitung entschuldigt. Sie schreibt: "Auf der Suche nach Requisiten haben wir uns darum bemüht, so viele authentische Requisiten wie möglich einzusetzen. Dies gestaltete sich jedoch aus nachvollziehbaren Gründen als sehr schwierig. Ich war erschrocken zu lesen, dass unsere Kostüme für so große Empörung gesorgt haben und bin selbstverständlich gerne bereit, mich für deren offenbar zu unüberlegte Auswahl in aller Form zu entschuldigen. Nichts lag mir und meiner Theatergruppe ferner, als das Ansehen der Bundeswehr in irgendeiner Art und Weise zu beschmutzen beziehungsweise Angehörige der Bundeswehr als Nazis zu verunglimpfen."

Reservistenverband unterstellt keine böse Absicht
"Diese Argumentation ist nachvollziehbar und ich glaube, dass es keine böse Absicht der Schule war", sagt Michael Sauer, Vizepräsident des Reservistenverbandes – zuständig für Information und Kommunikation. "Es ist gut, dass die junge Generation die Erinnerung an die Gräueltaten der Naziherrschaft aufrecht erhält und sich mit diesem Thema in Form eines beeindruckenden Theaterstücks auseinandergesetzt hat", so Sauer weiter. Er plädiert nun dafür, dass mit der Entschuldigung der Schule die Sache erledigt sein sollte. Weiteren Diskussionsbedarf sehe der Reservistenverband nicht. Aufgrund des aktuellen Anlasses unterbreitet der Verband jedoch ein Angebot an alle Schulen, die ebenfalls für solche Theaterstücke auf der Suche nach passenden Requisiten sind. Ex-ZDF-Sendeleiter Sauer sagt: "Es gibt Reservistenkameradschaften, Museen, Theater und Fernsehsender, die über einen Bestand an historischen Uniformen verfügen. Der Verband will künftig seine Kontakte nutzen, um solche Uniformen für Theateraufführungen zu vermitteln. Ein kurzes Schreiben an die Bundesgeschäftsstelle in Bonn reicht und wir unterstützen dann die anfragenden Jugendlichen sehr gerne. Denn auch uns liegt es daran, dass die Erinnerung an die Verbrechen der Gewaltherrschaft aufrechterhalten wird. Das darf es nie wieder geben. Das drückt sich auch im Eid und Gelöbnis der heutigen Soldaten aus."

Auf Bundeswehruniform können Soldaten und Reservisten stolz sein
Warum viele Reservisten so empört reagiert haben, ist für den Reservistenverband nachvollziehbar. Die ehemaligen Soldaten sind meist sehr stolz auf ihre Uniform. Die Uniformen der Bundeswehr stehen für Freiheit und Demokratie. Die Soldaten der Bundeswehr in den Auslandseinsätzen riskieren ihre Gesundheit für unser freiheitliches Staatswesen – darunter sind derzeit auch 462 Reservisten. Die Familien der Bundeswehrangehörigen sind zu Recht stolz auf das Tun ihrer Männer und Frauen. Der Reservistenverband verteilt die Gelbe Schleife der Solidarität mit den Einsatzsoldaten. Dieses Engagement sehen Reservisten als nicht gewürdigt, wenn die Bundeswehruniformen als Requisite für historische Theaterstücke entfremdet genutzt werden, denn die Uniformen haben für sie einen hohen Identifikationswert mit unserer parlamentarischen Armee.

Detlef Struckhof

Symbolbild oben:
Soldaten des Wachbataillons beim Antreten.
Die Uniformen der Bundeswehr stehen für Freiheit und Demokratie.
(Foto: Bundeswehr / Bienert via flickr.com)

Bild unten: Michael Sauer ist ZDF-Sendeleiter
im Ruhestand und Vizepräsident des Reservistenverbandes.
Er bietet Schulen Hilfe an.
(Archivfoto VdRBw)

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