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USA: Quadrennial Defense Review 2010




Die am 1. Februar 2010 vom US-Verteidigungsministerium (DoD) veröffentlichte "Quadrennial Defense Review" (QDR) ist nach 1997, 2001 und 2006 die vierte vom Kongress geforderte Bestandsaufnahme eines nationalen strategischen Ausblicks über die nächsten beiden Jahrzehnte. Dabei spielen diesmal die aktuellen militärischen Operationen und der wachsende finanzielle Druck auf die Regierung eine große Rolle. Auftrag des DoD ist es, das amerikanische Volk zu schützen und die nationalen Interessen zu fördern. Die USA sind eine Nation im Krieg.
Die QDR listet zwei strategische Kernpunkte auf:

  • Entwaffnung und Vernichtung von al Qaida und Taliban in Afghanistan und Pakistan sowie weiterer globaler Aktivisten in der ganzen Welt
  • Verhütung und Abschreckung von Konflikten in strategisch wichtigen Regionen, darunter Iran und Nordkorea.

Dazu sind laut QDR die Reformen fortzusetzen, das Militär umzugestalten und auf die heutigen dringenden Erfordernisse sowie auf die künftig wahrscheinlichsten Bedrohungen der Zukunft auszurichten. Sie fordert mit Blick auf die laufenden Konflikte die Vorbereitung auf ein breites Spektrum globaler Herausforderungen und dazu umfassende, vielseitige, bewegliche militärische Fähigkeiten in einem größtmöglichen Konfliktspektrum. Dies kommt im Verteidigungshaushalt 2010 (FYDP) zum Ausdruck, dem die Erfahrungen der Kriege im Irak und in Afghanistan zugrunde liegen.
Die Verteidigungsstrategie setzt als Ziele: In heutigen Kriegen siegen, Konflikte verhindern und abschrecken, die Vernichtung von Gegnern vorbereiten und in einem weiten Spektrum erfolgreich sein sowie die Streitkräfte verbessern. Dies erfordert neben Fähigkeiten auch angemessene Kapazitäten.
Neue Aufstiegsmächte wie China und Indien beeinflussen zunehmend das internationale System. Sorge bereiten kriminelle nichtstaatliche Akteure, die Proliferation von Massenvernichtungswaffen (MVW) und zerstörerische Technologien, sie untergraben die globale Sicherheit. So wollen die USA als größter Akteur zum Erhalt von Stabilität und Frieden, aber auch zur Verhinderung und Abschreckung von Konflikten eng mit Alliierten und Partnern kooperieren und zivile Agenturen und Organisationen stärker einbinden.
Gegen potentielle Bedrohungen der Fähigkeit der Streitkräfte zu Machtprojektion, Abschreckung von Aggression und Hilfe für Alliierte und Partner legt die QDR Wert auf ein gemeinsames Luft-Seekampfkonzept, sichere vorgeschobene Basen, weit reichende Angriffs-, Weltraum-, C4ISR- und elektronische Bekämpfungsfähigkeiten, unbemannte Unterwasserfahrzeuge, einen umfassenden Ansatz für Operationen im Cyberspace und weitere strategische Modernisierungsprogramme. Gegen MVW wird ein "Joint Task Force Elimination Headquarters" aufgebaut.
Das Heer umfasst 73 Kampfbrigaden, 21 Heeresfliegerbrigaden und 15 Patriot-Bataillone. Die Luftwaffe verfügt über zehn bis elf Kampf-, fünf Bomber- und sechs Überlegenheitsgeschwader. Der Marine verbleiben die zehn bis elf Flugzeugträgergruppen, sie hat 53 bis 55 U-Boote und drei Marineexpeditionskorps.
Das Kampfflugzeug der fünften Generation F-35 wird bei Luftwaffe, Marine und Marinekorps verwendet, die Produktion von F-22 und C-17 eingestellt, das Programm der CG(X)-Kreuzer abgesagt. Erhöht werden die Anzahl von Hubschraubern, unbemannten Flugsystemen und Spezialkräften. Ausgebaut werden die linguistischen und kulturellen Fähigkeiten.
In Nordostasien kooperieren die USA mit Japan und Südkorea, im Pazifik mit Australien, in Südostasien mit Thailand, den Philippinen, Singapur, Indonesien, Malaysia und Vietnam. China wird wegen seiner unklaren Absichten beargwöhnt, mit Kommunikation sollen Konfliktrisiken reduziert werden. Das umworbene Indien gilt als Sicherheitsfaktor im Indischen Ozean und darüber hinaus. Pakistan soll substantiell unterstützt werden. Die USA sind an Stabilität in Südasien und im kritischen Nahost interessiert, wollen mit Partnern in Afrika und der westlichen Hemisphäre kooperieren. Global sind etwa 400 000 Soldaten stationiert. (bw)
(Quelle: Siak – 02/2010)

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