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DER VERBAND

Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr (VdRBw) hat mehr als 115.000 Mitglieder. Wir vertreten die Reservisten in allen militärischen Angelegenheiten.

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Verleihung des Ehrenkreuzes für Tapferkeit




Das Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit, der höchste Orden der Bundeswehr, wird erstmals verliehen. Den Anstoß dazu gab der Präsident des VdRBw, Ernst-Reinhard Beck MdB, der während der Veranstaltung auch zugegen war (Fotos: REGIERUNGonline/Kugler).Am 6. Juli 2009 zeichneten Bundeskanzlerin Merkel und Verteidigungsminister Dr. Franz Josef Jung im Bundeskanzleramt erstmals vier deutsche Soldaten mit dem neugeschaffenen "Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit" aus. Das "Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit" ist von Bundesverteidigungsminister Jung mit Erlass vom 16. Oktober 2008 eingeführt worden. Bei der feierlichen Verleihung im Bundeskanzleramt waren auch der Präsident des Reservistenverbandes, Ernst-Reinhard Beck MdB, der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Wolfgang Schneiderhan, und der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Reinhold Robbe, zugegen.
"Die Auszeichnung ist ein Signal an die Soldaten, dass ihr Einsatz in Afghanistan für den Frieden und für die Sicherheit Deutschlands auch angemessen gewürdigt wird", betont Präsident Ernst-Reinhard Beck MdB. Insbesondere durch die Wahl des Veranstaltungsortes, prominent im Bundeskanzleramt, und die persönliche Auszeichnung durch Bundeskanzlerin Merkel, bekenne sich Deutschland nunmehr zu der Wichtigkeit des Einsatzes.
Die Auszeichnung beschreibt die neue Rolle der Bundeswehr als eine "Einsatzarmee". Eine Armee, die in einem Einsatz wie in Afghanistan auch den Einsatz des Lebens bedeuten kann. "Die vier geehrten Soldaten sind eine gute Wahl," meint Beck. Sie riskierten ihr eigenes Leben, als sie sich nach einem Selbstmordanschlag um ihre Kameraden und mehrere verletzte afghanische Kinder kümmerten. Eine Tat, die weit über das normale Maß der Pflichterfüllung hinausgeht und somit eine Auszeichnung zweifellos gerechtfertigt.
Zur Tapferkeit verpflichtet
In ihrer Rede betonte Bundeskanzlerin Merkel, das Wohlergehen von uns allen und das politische und wirtschaftliche Gewicht unseres Landes hinge wesentlich von Frieden, Stabilität und Freiheit ab. "Dies verändert eben auch die Aufgaben der Bundeswehr." Die hohen Anforderungen an die Soldatinnen und Soldaten seien Merkel besonders bei ihren Besuchen in Afghanistan deutlich geworden. "Ich weiß: Auslandseinsätze verlangen dem Einzelnen, aber eben auch der jeweiligen Familie viel ab. Wir reden darüber in Deutschland immer noch zu wenig. Deshalb wollen und müssen wir die Leistungen, Belastungen und Gefährdungen unserer Soldatinnen und Soldaten im Einsatz mehr in das Blickfeld der Öffentlichkeit rücken. Unsere Soldatinnen und Soldaten müssen für ihren Einsatz mehr Anerkennung erhalten."
Verteidigungsminister Dr. Franz Josef Jung und Kanzlerin Angela Merkel. Rechts im Bild: Präsident Ernst-Reinhard Beck MdB und der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Reinhold Robbe.Soldatinnen und Soldaten leisten einen Eid auf das Grundgesetz. Dabei schwören oder geloben sie, das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen. "Anders als der zivile Bürger ist der Soldat als Staatsbürger in Uniform damit zur Tapferkeit verpflichtet." Merkel dankte den Soldatinnen und Soldaten für ihren schwierigen Dienst, den sie in Afghanistan, aber auch anderswo für Deutschland leisten. Ihr Dank richtete sich auch an den Bundesminister der Verteidigung, Dr. Franz Josef Jung, der die Initiative ergriffen und das Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit durchgesetzt hat. Auch Präsident Beck MdB hatte die Einführung einer Auszeichnung für besondere Tapferkeit schon während des Parlamentarischen Abends des Verbandes am 4. März 2008 in Berlin maßgeblich angeregt. Ein gutes Jahr später nun zeigen diese Initiativen erste Erfolge.
Zur Ehrung der Soldaten fand Bundeskanzlerin Merkel bewegende Worte: "Sehr geehrter Herr Berges, Herr Dietzen, Herr Geist und Herr Lukacs, nach einem Selbstmordanschlag in Afghanistan haben Sie unter Einsatz Ihres Lebens alles getan, um Kameraden und afghanische Kinder zu retten. Die Lage war unklar, es bestand für Sie akute Lebensgefahr. Und trotzdem haben Sie mutig und couragiert versucht, anderen zu helfen und Leben zu retten. Sie waren damit am Ort des Geschehens Vorbild für weitere Helfer. Und Sie sind mit Ihrem selbstlosen Einsatz letztlich auch zum Vorbild für alle geworden. Wir alle, die wir glücklicherweise noch nicht in einer solchen Situation waren, können uns das gar nicht richtig vorstellen. Umso mehr möchte ich Ihnen heute auch ganz persönlich meine Hochachtung aussprechen.
Sie werden heute für das, was Sie geleistet haben, mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit ausgezeichnet. Ich weiß, dass Sie damit auch stellvertretend für viele Ihrer Kameraden stehen, die in außergewöhnlichen Situationen Außergewöhnliches leisten. Ihr Engagement und Ihr Mut sind Ansporn nicht nur für Ihre Kameraden, sondern auch für uns alle."

Sie verteidigen unsere Freiheit     
Das Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit

Die Auszeichnung ist für Taten vorgesehen, die weit über das erwartete Maß an Tapferkeit im Rahmen der Pflichterfüllung hinausgehen. Dazu gehören folgende Merkmale:

  • angstüberwindendes, mutiges Verhalten bei außergewöhnlicher Gefährdung für Leib und Leben mit Standfestigkeit und Geduld, um den militärischen Auftrag zu erfüllen
  • herausragendes Führungsverhalten in der konkreten Gefährdungssituation sowie
  • selbständiges, entschlossenes und erfolgreiches Handeln in einer ungewissen Situation.

Umfassende Informationen und einen Videobeitrag finden Sie auf der Homepage der Bundesregierung.

Ausführliche Informationen und die Soldaten im Porträt: Merkel und Jung verleihen Ehrenkreuze für Tapferkeit
Die Süddeutsche Zeitung berichtet: Merkel ehrt "Tapferkeit vor dem Feind" (6. Juli 2009)
Grünes Licht für Tapferkeitsauszeichnung (10. Oktober 2008) Bundespräsident Horst Köhler hat die Tapferkeitsauszeichnung der Bundeswehr genehmigt. Mit der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt am 10. Oktober 2008 tritt der neue Stiftungserlass in Kraft.
Erlass zur Neufassung des Erlasses über die Stiftung des Ehrenzeichens der Bundeswehr (vom 13. August 2008)

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