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Was tun, wenn der Orkan kommt?




Hofer Reservisten trainieren zusammen mit Rathausmitarbeitern und Hilfsorganisationen den Katastrophenfall.

Es gibt Dinge, die wünscht sich keiner. Aber wenn sie passieren, muss schnell und kompetent gehandelt werden. Damit dies so sein kann, fand vor einigen Tagen im Hofer Rathaus eine Katastrophenschutzübung in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr statt.

Aber auch Einsatzkräfte von Technischem Hilfswerk (THW), Feuerwehr, Rotem Kreuz und Polizei üben bei diesen regelmäßigen Stabsübungen oft alle denkbaren Szenarien durch, um im Ernstfall Menschen zu retten, Brände zu löschen, Unfallopfer zu versorgen, Medien und Bevölkerung schnell zu informieren. Im aktuellen Fall wurden die Folgen von orkanartigen Böen und Überschwemmungen durchgespielt – ein in unseren Breiten durchaus mögliches Szenarium. Überflutete Häuser, Erdrutsche, gesperrte Straßen durch umgeknickte Bäume, Stromausfälle, durch Blitzschlag in Brand stehende Lagerhallen – das Spektrum, dem man im Katastrophenfall Herr werden müsste, ist groß und mehr als vielfältig. Weil dem so ist, verfügen die Kommunen über sogenannte Führungsgruppen, die im Ernstfall die Regie übernehmen und zusammen mit Einsatzkräften vor Ort eine mögliche Katastrophe in Grenzen zu halten versuchen.

Schlechtwetter, während draußen die Sonne lacht
Vor der Tür scheint die Sonne und viele Hofer sitzen in Eiscafés und genießen ihre Mittagspause. In der Einsatzzentrale der Führungsgruppe Katastrophenschutz im Hofer Rathaus herrscht eine ganz andere Wetterlage: Hier ist von orkanartigen Stürmen, von sintflutartigen Niederschlägen und mittelschweren Überschwemmungen die Rede. Menschen seien durch die Wassermassen eingeschlossen, Bäume auf Häuser gefallen, Straßen, Gebäude und Schienen seien beschädigt. Zu allem Überfluss gäbe es auch noch einen Großbrand, der unter Kontrolle zu bringen sei, so die Übungslage. Die Männer in den fleckgetarnten Bundeswehruniformen, allesamt Reservisten, stehen rund um einen Tisch mit Lagekarten und allerhand technischem Gerät. Sie sind sich meist einig und schnell kommen die richtigen Kommandos. Sätze wie "Wir brauchen eine Einheit, die sich um die Sperrungen im Frankenwald kümmert" oder "Die Feuerwehr ist seit sechs Uhr mobilisiert und voll einsatzfähig", erfüllen bis zum späten Nachmittag den Raum.

Wichtige Öffentlichkeitsarbeit
Währenddessen geht es auch darum die Bevölkerung zu warnen und zu informieren. Einsatzleitung und städtische Pressestelle sind gefordert, wenn es gilt, durch Meldungen, Rundfunkdurchsagen oder schnell organisierte Pressekonferenzen möglichst rasch die wichtigsten Fakten und Gefahrenlagen zu vermitteln. Es muss informiert werden, aber es darf keine Panik entstehen. Auch Menschen, die nicht Deutsch sprechen, müssen erreicht werden und es gibt viele Punkte mehr, an die zu denken ist.

Oberstleutnant der Reserve Thomas Brecht vom Landeskommando Bayern und Vorsitzender der Kreisgruppe Hochfranken des Reservistenverbandes weiß jedoch um die begrenzte Aussagefähigkeit solcher Übungen: "Natürlich lässt sich der Ernstfall nur bedingt proben, die Führungsgruppe Katastrophenschutz versucht aber sich bestmöglich vorzubereiten. Dazu muss jeder im Team wissen, was er zu tun hat. Um das sicherzustellen, sind solche Übungen dringend notwendig." An diesem Tag hat alles – zumindest in der Theorie – gut funktioniert.


Rainer Krauß

Bild Von links: André Mattheyer, Thomas Brecht
(beide Kreisverbindungskommando – KVK – Hof-Stadt),
Hofs Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner,
Manfred Hofmann, Frank Heim (beide KVK Hof-Stadt)
und Markus Pöhland von der Stadt Hof (Foto: Stadt Hof)

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