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Der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) denkt laut über ein Heimatschutzregiment in Bayern nach. Er will 4.000 Reservisten für den Katastrophenschutz gewinnen. Dieser Vorschlag könnte die Aufwuchsfähigkeit der Bundeswehr nach der bevorstehenden Strukturreform sichern und es gäbe sinnvolle Aufgaben für Reservisten. Sie würden auch in Zukunft gebraucht – noch mehr als bisher.

Dem Bayerischen Fernsehen sagte Herrmann: "In Bayern gibt es viele Tausende überzeugte Reservisten, die sich für solche Aufgaben freiwillig melden würden." Er könne sich vier Bataillone mit je 1.000 Männern und Frauen vorstellen, die in Bayern für Katastrophen bereit stünden – je eins in Oberbayern, Ostbayern, Franken und Schwaben.

Damit kämen auf die Reservisten in Deutschland nicht ganz neue, aber sinnvolle Aufgaben zu. Roderich Kiesewetter, Stellvertreter des Präsidenten des Reservistenverbandes, hatte bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass "Katastrophenschutz nur funktioniert, wenn es viele helfende Hände gibt". Bei einer reduzierten Truppenstärke bleiben vor allem Reservisten die einzig existierende verlässliche Reserve für solche Ernstfälle.

Bisherige Verfechter der Wehrpflicht, wie der Ehrenpräsident des Reservistenverbandes, Ernst-Reinhard Beck MdB, melden sich deshalb verstärkt als Mahner. Beck: "Der Wegfall der Wehrpflicht muss zwingend in eine Stärkung der Reserve münden", sagte er dem Internationalen Magazin für Sicherheit (IMS). Die Bundeswehr müsse künftig die zivilberuflichen Fähigkeiten der Reservisten noch besser einsetzen.

Um für diese neuen Herausforderungen genügend Freiwillige gewinnen zu können, sind sich alle Verantwortlichen einig, dass dieser Dienst attraktiv genug sein muss. Kiesewetter hat bereits – wie berichtet – eine Vielzahl von Verbesserungsvorschlägen eingebracht – zum Beispiel die verbesserte Rentenversorgung analog von Berufssoldaten sowie Wehrübungen von mehreren Jahren Dauer. Beck setzt sich zusammen mit seinen Fraktionskollegen von der CDU/CSU und dem Koalitionspartner FDP für eine Verbesserung der Einsatzversorgung ein. Der Bundestag berät die Änderungen zum Einsatzversorgungsgesetz voraussichtlich am kommenden Donnerstag.

Und für den Reservistenverband sagt der Vorsitzende der Landesgruppe Bayern, Friedwart Lender: "Wichtig ist, dass es dann einen Arbeitsplatzschutz geben muss, wenn Reservisten von heute auf morgen zum Katastrophenschutz einberufen werden." Solchen Schutz genießen in Deutschland zum Beispiel die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren oder in den Vereinigten Staaten von Amerika die Angehörigen der Nationalgarde.

Multiplikation geht nur mit Reservisten

Kommentar von Detlef Struckhof

Blicke in den Facebook-Auftritt unseres Verbandes zeigen täglich, wie die Reservisten ticken – was sie denken und fühlen. Viele melden sich mit ihren Ängsten zu Wort, dass sie als Reservisten überflüssig werden könnten. Deshalb ist es lobenswert, dass der Reservistenverband sich mit seiner Präsidiumsspitze frühzeitig in die aktuelle Strukturdebatte rund um die Bundeswehr eingebracht hat. Erste Erfolge sind zu sehen. Die Zukunft der Reserve könnte heißen: Wir werden noch mehr gebraucht als bisher. Und diese Aufgaben werden sinnvoll sein. Noch ist nichts entschieden. Doch wer die Grundrechenarten einer Truppenreduzierung versteht und jetzt subtrahiert, der muss im Katastrophenfall schnell multiplizieren können. Das geht nur mit motivierten und gut ausgebildeten Reservisten.

Der Autor ist verantwortlicher Online-Redakteur des Reservistenverbandes


Bild oben: Soldaten helfen gemeinsam mit dem
Technischen Hilfswerk Deiche zu verstärken.
Hier im Jahr 2002 in Magdeburg an der Elbe
(Foto: Marcus Rott, Bundeswehr, flickr.com)

Bild unten: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann
will Heimatschutzregiment in seinem Land haben
(Foto: Bayerisches Staatsministerium des Innern)

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