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Zwei Fenster gingen zu Bruch beim „Tag der Reservisten“




Da waren sich alle Anwesenden sicher: Scherben bringen Glück. Als die historische Kanone vom Modell Long Tom einen Böllerschuss zum Abschluss eines siebenstündigen "Tages der Reservisten" auf dem Bayreuther Volksfestplatz abgab, gingen in der nahe gelegenen Sportanlage zwei Fenster zu Bruch. Ansonsten verlief der gelungene Tag mit rund 5.000 Besuchern schaden- und unfallfrei – nicht nur in Bayreuth sondern überall in Deutschland.

Am Samstag fand bundesweit der "Tag der Reservisten" statt. Eine beeindruckende Veranstaltung stellten die Reservisten der Kreisgruppe Oberfranken Ost auf die Beine. Sieben Stunden präsentierten sie sich gemeinsam mit aktiven Soldaten sowie mit Feuerwehr, Technischem Hilfswerk (THW), Polizei, Zoll, Bayerischem Roten Kreuz (BRK), Verkehrswacht, Wasserwacht und Deutscher Lebensrettungsgesellschaft (DLRG). Parallel präsentierten sich die Reservisten in Kaiserslautern vor rund 15.000 Besuchern.

Leopard zog die Massen an
Es war eine Gesamtschau aller Kräfte, die sich auf den verschiedensten Ebenen um den inneren und äußeren Frieden, der schnellen Hilfe bei Katastrophen in einem Netzwerk präsentierten. Unbestrittener Magnet des Tages war in Bayreuth ein Kampfpanzer der Bundeswehr vom Typ Leopard 2A6 aus Pfreimd. Um ihn herum reihten sich das fahrende Militärmuseum von Frank Heinrich, die Hundestaffeln des Polizeipräsidiums Oberfranken, des Zolls und der Feldjäger mit beeindruckenden Vorführungen. Die Bayreuther Feuerwehr, das THW, das Bayerische Rote Kreuz, die Wasserwacht und die DLRG mit Fahrzeugschau und Vorführungen schlossen sich an. Die Verkehrswacht bot einen Fahrradparcours. Die Range Control vom Truppenübungsplatz Grafenwöhr ließ sich in ihre Karten schauen. Nicht nur Kinderaugen staunten über das fast neun Quadratmeter große Modell einer Militäreisenbahnanlage mit Kaserne.

Erlös für Böllerschuss hilft Kindern
Der offizielle Teil begann nach den Willkommensgrüßen mit einem echten Donnerknall. Bayreuths Oberbürgermeisterin Brigitte Mark-Erbe hatte die Ehre, die Veranstaltung mit einem Böllerschuss aus der Feldkanone Long Tom zu eröffnen. Da hielten die Scheiben der Umgebung noch. Erst beim zweiten Schuss am Nachmittag zerbrachen sie. Immerhin ging der Erlös in Höhe von 143,50 Euro aus dem Abschluss-Schuss zugunsten einer guten Sache: Der Verein "Lachen helfen" wird das Geld für seine Arbeit nutzen.

Reservisten sind Unterstützer
Merk-Erbe hob in ihrem Grußwort hervor: "Deutschland ist eine der sichersten Nationen in der Welt. Viele Organisationen gewährleisten dies. Zu ihnen gehören die Reservisten als Unterstützer der Bundeswehr. Sie werden dabei in den Katastrophenschutz der Bundeswehr eingebunden." Regierungspräsident Wilhelm Wenning hob die Bedeutung einer wehrhaften Demokratie hervor, "die kämpfen kann, um nicht kämpfen zu müssen". Die Reservisten stellen darin einen unverzichtbaren Bestandteil für die Sicherheitsvorsorge dar. "Dieses Bewusstsein soll durch den Tag der Reservisten in der Bevölkerung verankert werden."

Reservistenlied vorgestellt
Einen kleinen Einblick in die Reservistenarbeit gewährten die regionalen Reservistenkameradschaften bei ihrem Checkpoint oder im nachgebauten Feldlager. Über neu gewonnene Mitglieder freute sich das Team des Informationsstandes des Reservistenverbandes. Eine Uraufführung erfuhr das von Thomas Krenzer zur Melodie "Das alte Haus von Rocky Docky" getextete Reservistenlied. Der Text kann hier heruntergeladen werden. Groß war die Nachfrage nach der herausgegebenen Sonderbriefmarke. Anfragen kamen selbst aus Liechtenstein. Das Feldpostamt der Bundeswehr nahm hunderte Briefe entgegen.

Kaiserslautern gab Reservisten viel Platz
Eine weitere Großveranstaltung hatten die Kameraden aus Rheinland-Pfalz in Kaiserslautern organisiert. Dort kamen schätzungsweise 15.000 Besucher, um sich über die Reserve der Bundeswehr zu informieren. Dazu hatte sich der verantwortliche Projektoffizier Leutnant der Reserve Michael Weis einen Rundgang zu verschiedenen Ausstellungsplätzen erdacht. An jedem Punkt wurde den Interessierten ein anderes Aufgabenfeld der Reservisten präsentiert. Große Aufmerksamkeit erfuhr die Ausstellung im Zelt der Reservistenkameradschaft Frankenthal mit dem Vermisstenforscher Uwe Benkel. Mit Fotos und Exponaten zeigte er seine Arbeit. Ein aktueller Fund ging jüngst durch die Medien. Mit seinen Kameraden aus Frankenthal entdeckte Benkel eine britische Lancaster, die 1943 von der deutschen Flak getroffen, bei Laumersheim abgestürzt war. Für musikalische Unterhaltung sorgten der Musiker Jason Cale sowie der Reservistenmusikzug Trier. Die Gulaschkanone am Stiftsplatz bot herzhafte Erbsensuppe. Der Erlös in Höhe von 750 Euro geht an die Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Zwölfter "Tag der Reservisten"
Am vergangenen Samstag fanden bundesweit elf offizielle Veranstaltungen anlässlich des "Tages der Reservisten" statt. Er findet seit zwölf Jahren immer am letzten Samstag im September statt. Zahlreiche Reservistenkameradschaften veranstalten ihren "Tag der Reservisten" jedoch auch an anderen Tagen im Jahr. So schließen sie sich regionalen Großveranstaltungen wie Stadt- und Volksfesten an, um sich einem möglichst großen Publikum präsentieren zu können.


Bernhard Kreuzer / Thomas Brammer-Türck / (dest)

Bild oben: Böllerschuss aus der Feldkanone vom Typ
Long Tom zum offiziellen Auftakt des "Tages der
Reservisten" in Bayreuth (Foto: Bernhard Kreuzer).

2. Bild: Der Kampfpanzer Leopard zog in Bayreuth
die Menschen an. Er konnte bestiegen und besichtigt werden
(Foto: Bernhard Kreuzer).

3. Bild: Ein fast neun Quadratmeter großes Modell einer
Militäreisenbahnanlage begeisterte Kinder und Erwachsene.
Dahinter ist das Feldpostamt der Bundeswehr zu sehen. Dort gab es
Sonderbriefmarken und Sonderstempel (Foto: Bernhard Kreuzer).

4. Bild: Die Reservistenband um Thomas Krenzer
stellte sein Reservistenlied vor (Foto: Bernhard Kreuzer).

Bild unten: Eine Panzerhaubitze 2000 zog in Kaiserslautern
die Besucher an (Foto: Thomas Brammer-Türck).

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