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Zweimal Gold für tolle Taten

Zwei engagierte verdiente Reservisten aus der Landesgruppe Berlin des Reservistenverbandes haben eine angenehme Überraschung erlebt. Sie bekamen eine der höchsten Auszeichnungen der Bundeswehr verliehen.

Zwei engagierte Reservisten haben das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold verliehen bekommen

Grafik: Julia Spieß

Oberstleutnant d.R. Torsten Grundmann trägt seit kurzem eine besondere Bandschnalle an seiner Uniform. In Schwarz-Rot-Gold mit goldfarbenem Kreuz ziert sie seine Brust. Es handelt sich um das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold, eine der höchsten Auszeichnungen, die die Bundeswehr vergibt. Auch Oberstleutnant d.R. Karsten Ahrens wurde kürzlich das Ehrenkreuz in Gold verliehen. Grund dafür war ihr Engagement in der Reserve, insbesondere sein herausragender Einsatz bei der Durchführung des Pilotprojektes zur Ausbildung Ungedienter in Berlin.

Wie erfährt man davon, dass man das Ehrenkreuz der Bundeswehr bekommen soll? „Gar nicht, man wird überrascht“, antwortet Torsten Grundmann lachend. Der Chef des Stabes des Kommandos Territoriale Aufgaben hat ihn jüngst während eines Gesprächstermins mit der Verleihung überrumpelt. Lediglich der Ort des Termins habe ihn vorab stutzig werden lassen. Das Julius-Leber-Zimmer auf dem Gelände der gleichnamigen Kaserne werde doch immer für besondere Anlässe genutzt. Während des Termin hieß es für den 44-Jährigen  nach ein wenig Small Talk: „Grundstellung einnehmen!“ Daraufhin bekam er das Ehrenkreuz verliehen. Auch Karsten Ahrens traf die Auszeichnung an selbem Ort zu anderer Zeit unvorbereitet: „Die Kameradschaft in der Abteilung Standortaufgaben, in der ich derzeit als Dezernatsleiter beordert bin, ist sehr ausgeprägt. Da haben alle dicht gehalten!“

„Mich hat gefreut, Anerkennung in dieser Form zu erfahren“, sagt Grundmann. Für ihn steht die Auszeichnung für eine besondere Wahrnehmung der eigenen Leistung in der Truppe. „Das Ehrenkreuz hat nicht jeder“, bemerkt er. Damit hat er Recht. Für das Ehrenkreuz der Bundeswehr kann man sich nicht bewerben. Man muss vorgeschlagen werden. Im Jahr 2017 wurden 2.475 Ehrenzeichen verliehen, wie die Bundeswehr auf ihrer Webseite schreibt. Für Ahrens ist das Ehrenkreuz vor allem Motivation, in den kommenden Jahren mit unvermindertem Schwung an die Arbeit zu gehen.

Oberstleutnant d.R. Karsten Ahrens (links) und Oberst Benedict Freiherr von Andrian-Werburg, damals Leiter des Kompetenzzentrums für Reservistenangelegenheiten beim Abschluss der Ausbildung Ungedienter (Foto: Ralph Erlmeier)

Ein doppeltes Herz in der Brust

Torsten Grundmann und Karsten Ahrens brennen für die Bundeswehr und ihre Reserve. Anders lässt es sich nicht erklären, dass die beiden sich 2017 bereitfanden, an einem Projekt teilzunehmen, das noch in den Kinderschuhen steckte und dessen Ausgang offen war. Das Pilotprojekt Ausbildung Ungedienter sollte ermitteln, inwiefern die Ausbildung Ungedienter auf Basis ehrenamtlichen Engagements durchgeführt werden kann.

„Im ersten Moment dachte ich, eine Wochenendausbildung ist eine Herausforderung“, sagt Grundmann. Er war jahrelang in der Grundausbildung tätig und sah vor allem die langen Freiräume zwischen den Ausbildungsabschnitten zunächst kritisch. Hinzu gesellten sich Zweifel, ob die Rekrutinnen und Rekruten in der Lage seien, das Pensum zu bewältigen. Er beschloss trotzdem, sich auf das Projekt einzulassen.

Torsten Grundmann unterstützte die Ausbildung Ungedienter als von der Bundeswehr herangezogener Reservistendienstleistender, insgesamt für etwa eineinhalb Jahre. Dies geschah zunächst über seine Beorderung bei der Regionalen Sicherungs- und Unterstützungs-Kompanie (RSU) Berlin, später wechselte er auf den Posten Stabsoffizier für Reservistenangelegenheiten in der Abteilung Standortaufgaben. Zu diesem Zeitpunkt war er noch stellvertretender Vorsitzender der Landesgruppe Berlin des Reservistenverbandes. Seitens des Reservistenverbandes betreute Karsten Ahrens als leitender Durchführender das Projekt. Ahrens ist ebenfalls leidenschaftlicher Reservist, aber auch hauptamtlicher Landesgeschäftsführer des Reservistenverbandes in Berlin. Beide Reservisten haben sich über lange Jahre in die aktive Truppe eingebracht und konnten ihre Kenntnisse der örtlichen Verhältnisse und der beteiligten Akteure einbringen. „Ein unschlagbarer Vorteil“, wie Grundmann herausstellt.

Das Pilotprojekt zum Erfolg geführt

Am 12. April 2018 begann das Pilotprojekt zur Ausbildung Ungedienter unter Federführung des Reservistenverbandes in Berlin. Ziel des Vorhabens war es, den 19 ungedienten Teilnehmerinnen und Teilnehmern grundlegende soldatische Fähigkeiten zu vermitteln, um diese zu weiteren Tätigkeiten in der Reserve zu befähigen. Doch nicht nur die individuelle Eignung der Ungedienten stand auf dem Prüfstand, sondern auch die Fähigkeit des Reservistenverbandes, weite Teile der Ausbildungsinhalte in Eigenverantwortung zu vermitteln.

Die Zahlen sprechen für sich. Von den 19 Teilnehmern schlossen 18 die Ausbildung im Februar 2019 mit dem personellen Ordnungsmittel Soldat Streitkräfte erfolgreich ab. 15 von ihnen sind mittlerweile in der RSU-Kompanie Berlin beordert und zwei Weitere in anderen Einheiten. Grundmann kann sich vorstellen, bei einem zweiten Durchgang wieder mit dabei zu sein. Diesmal allerdings unter leicht geänderten Vorzeichen. Mittlerweile ist er hauptamtlicher Organisationsleiter beim Reservistenverband in Berlin. Ahrens resümiert in der ihm eigenen militärisch-zackigen Art: „Der Verband hat bewiesen, dass er im Schulterschluss mit der Bundeswehr selbstständig und zielführend ausbilden kann und damit die aktiven Angehörigen der Streitkräfte entlastet. Getreu dem Motto: Reservisten bilden Reservisten aus.“

Das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold (Foto: Bundeswehr/Andrea Bienert)

Das Ehrenkreuz als Ehrenzeichen der Bundeswehr

Das Ehrenzeichen der Bundeswehr hat der damalige Verteidigungsministers Hans Apel am 6. November 1980 anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Bundeswehr gestiftet. Bis dahin war es ein weiter Weg. 1957 beschloss der Bundestag das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen. In den darauffolgenden Jahren wurde mehrmals versucht, die Stiftung eines Ehrenzeichens oder einer Treuemedaille zu erreichen – vergeblich. Den entscheidenden Impuls setzte 1975 der Reservistenverband, als dieser gegenüber Verteidigungsminister Georg Leber eine Wehrdienstmedaille vorschlug, wie die Bundeswehr auf ihrer Webseite schreibt. Im weiteren Prozess wurde die Wehrdienstmedaille dann zu einer Auszeichnung auch für Zeit- und Berufssoldaten entwickelt, die es mittlerweile in sieben Ausprägungen gibt. Das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold wird für treue Pflichterfüllung und überdurchschnittliche Leistungen nach einer Dienstzeit von 20 Jahren verliehen.

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