DAS MAGAZIN

Monatlich informieren wir unsere Mitglieder mit der loyal über sicherheitspolitische Themen. Ab sofort können Mitglieder auch im Bereich Magazin die darin aufgeführten Artikel lesen!

Mehr dazu
DER VERBAND

Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr (VdRBw) hat mehr als 115.000 Mitglieder. Wir vertreten die Reservisten in allen militärischen Angelegenheiten.

Mehr dazu

Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern

Aus den Ländern

Mecklenburger Reservisten besuchen französische Legionäre

Auch in diesem Jahr zog es die Vorsitzenden der Reservistenkameradschaften Landeshauptstadt Schwerin und Hagenow, Oberstabsgefreiter d.R. André Niemann und Hauptfeldwebel d.R. Roland Cruciger ins französische Forbach, um dort mit deutschen und französischen Kameraden den Camerone-Tag zu begehen.

Mecklenburg-Vorpommern

Der Cameronetag, der 30. April, ist der höchste Feiertag der Fremdenlegion. Das Gefecht von Camerone (spanischer Ortsname: Camarón de Tejeda), das im Rahmen der französischen Intervention in Mexiko am 30. April 1863 stattfand, wird in der Geschichte der französischen Fremdenlegion zum Symbol für Opfer- und Heldentum stilisiert. Bei dem Gefecht kämpften 62 Legionäre und 3 Offiziere der Fremdenlegion gegen rund  2.000 mexikanische Soldaten, davon 1.200 Infanteristen und 800 Kavalleristen. Nach dem Gefecht ließ Napoleon III.  den Namen Camerone auf die Flagge der Fremdenlegion schreiben, und die Namen der drei Offiziere wurden in Gold in den Invalidendom in Paris gemeißelt.

Die Zeremonie fand in Forbach am Gedenkstein der Schlacht von Camerone statt. Danach ging es mit einem Marsch, an dem Soldaten verschiedener Nationen teilnahmen, quer durch die Stadt zu einem Empfang, bei dem traditionell Blutwurst, Brot und Rotwein gereicht wurden.

Alle waren sich einig, dass nicht lange Zeit vergehen wird, bis auch wieder in Mecklenburg die Reservisten der RK Hagenow und Landeshauptstatt Schwerin liebe Freunde aus Frankreich als ihre Gäste begrüßen dürfen.

Hier finden Sie die Übersetzung der offiziellen Version des Berichtes der „Schlacht von Camerone“ (récit du combat de Camerone), so wie sie jedes Jahr am 30.April an allen Orten, wo „Camerone“ gefeiert wird, vorgetragen wird.

 

  1. April 1863 – Die Schlacht von Camerone


Puebla wurde von der französischen Armee belagert.

Die Legion hatte den Befehl, im Umkreis von 120 Kilometern den Verkehr und die Sicherheit der Transporte zu gewährleisten. Der befehlshabende Offizier, Colonel Jeanningros, erfuhr am 29. April 1863, dass ein französischer Militärkonvoi mit 3 Millionen Francs Bargeld, Waffen und Munition auf dem Weg nach Puebla war. Capitaine Danjou, sein Stellvertreter, entschied, vor dem Konvoi eine Kompanie als Vorhut loszuschicken um die Lage zu erkunden. Dafür wurde die 3. Kompanie des Fremdenregiments ausgesucht, jedoch standen keine Offiziere zur Verfügung. Capitaine Danjou übernahm selbst das Kommando und die sous-lieutenants Maudet, seines Zeichens auch Fahnenträger, sowie Zahlmeister Vilain schlossen sich ihm freiwillig an.

Die Kompanie brach am 30.April um ein Uhr morgens mit einer Stärke von 3 Offizieren sowie 62 Mann auf. Sie hatten ungefähr 20 Kilometer zurückgelegt, als sie gegen sieben Uhr morgens in Palo-Verde Rast machten um Kaffee zu kochen. In diesem Moment griff der Feind an und das Gefecht war kurz darauf in vollem Gange. Capitaine Danjou ging mit seiner Kompanie in Verteidigungsstellung und zog sich kämpfend zurück.

Mehrere Kavallerieangriffe wurden erfolgreich zurückgeschlagen und die Legionäre fügten dem Feind erste starke Verluste zu. Auf Höhe der Herberge von Camerone, einem weitläufigen Gebäude mit etwa drei Meter hohen Mauern und einem grosszügigen Innenhof angekommen, entschied Capitaine Danjou, sich in der Hazienda zu verschanzen und den Feind zu beschäftigen, um einen Angriff auf den nachfolgenden Transport so lange wie möglich hinauszuzögern.

Während die Legionäre eiligst ihre weitere Verteidigung in der Hazienda organisierten, forderte der mexikanische Offizier Capitaine Danjou mit dem Hinweis auf die grosse Überlegenheit auf, sich zu ergeben. Dieser lies jedoch mitteilen: „Wir haben noch Munition und wir ergeben uns nicht“! Anschliessend hob er die rechte Hand und schwor, sich bis zu seinem Tod zu verteidigen. Ebenso nahm er seinen Männern den gleichen Schwur ab.

Es war zehn Uhr morgens.

Bis sechs Uhr abends trotzten diese sechzig Männer, die seit dem Morgengrauen weder etwas gegessen noch getrunken hatten, der extremen Hitze, dem Hunger und dem Durst. Sie verteidigten sich gegen 2000 Mexikaner: 800 Berittenen sowie 1200 Infanteristen.

Gegen Mittag wurde Capitaine Danjou durch einen Bauchschuss getötet, um zwei Uhr nachmittags fiel sous-lieutenant Vilain. Dann entschloss sich der mexikanische Colonel, Feuer in der Hazienda zu legen. Die Hitze und der Rauch verschlimmerten ihre Lage noch, doch die Legionäre hielten immer noch stand. Die meisten von ihnen waren verwundet.

Um fünf Uhr nachmittags hatte sous-lieutenant Maudet noch ein Dutzend kampffähiger Männer an seiner Seite. Der mexikanische Colonel sammelte seine Soldaten um sich um sie zu fragen, ob sie sich nicht schämten, mit dieser Handvoll Männer (ein Legionär, der Spanisch verstand, übersetzte dies seinen Kameraden) nicht fertig zu werden. Die Mexikaner waren zum Sturm auf die Hazienda über die Breschen, die sie im Laufe des Tages geschlagen hatten, bereit, jedoch forderte Colonel Milan sous-lieutenant Maudet noch einmal auf, sich zu ergeben. Dieser wies mit Verachtung zurück.

Der letzte Sturmangriff begann und bald darauf blieben Maudet nur noch fünf Männer übrig: Caporal Maine sowie die Legionäre Catteau, Wensel, Constantin und Leonhard. Jeder hatte noch eine einzige Patrone. Sie pflanzten das Bajonett auf und zogen sich -Rücken zur Wand- in einen hinteren Winkel der Hazienda zurück. Auf Kommando stürzten sie sich auf die anstürmenden Mexikaner. Sous-lieutenant Maudet und zwei Legionäre sanken tödlich getroffen zu Boden. Maine und seine beiden verbleibenden Kameraden wären massakriert worden, jedoch stürzte ihnen ein mexikanischer Offizier entgegen und rief: „Ergebt euch“! Noch immer mit vorgestrecktem Bajonett antwortete einer: „Wir ergeben uns nur, wenn ihr uns versprecht, dass wir uns um unsere Verwundeten kümmern können und dass wir unser Waffen behalten können“. Der Offizier erwiderte: „Männern wie euch kann man nichts verwehren“.

Die sechzig Männer des capitaine Danjou haben ihren Schwur gehalten. Elf Stunden haben sie 2000 Feinden standgehalten, haben 300 getötet und ebensoviele verwundet. Sie haben sich geopfert, dadurch konnte der Transport sicher an sein Ziel gelangen. Sie haben den Auftrag, der ihnen anvertraut wurde, erfüllt.

Am Ort der Schlacht in Camerone in Mexico wurde 1892 ein Denkmal errichtet. Es trägt die Inschrift:

 

Hier standen weniger als 60 Mann gegen eine ganze Armee – deren Masse hat sie erdrückt.
Anstatt jedoch ihren Mut zu verlieren, haben diese französischen Soldaten am 30. April 1863 ihr Leben gegeben.

Zum Gedenken an sie hat Ihnen das Vaterland dieses Denkmal errichtet.

Seit dieser Zeit präsentieren vorübermarschierende mexikanische Soldaten vor dem Denkmal das Gewehr.

Verwandte Artikel

Weihnachtsessen 06.12.2022

Am 06.12. fand unser Weihnachtsessen in der GHG Seedorf statt. Warum Weihnachtsessen und nicht Weihnachtsfeier? Wir wollten den Arbeitsaufwand gering...

08.12.2022 Von Schöber
Schießsport

Alles rund um den Schießsport in Hessen: Wichtige Termine, Formulare und Informationen

Hier findet Ihr ab sofort alles rund um das Thema RAG Schießsport in Hessen (Termine, Formulare und Informationen)...

08.12.2022 Von Frank Kreuz
Allgemein

Bundeswehr und Reserve - Newsblog KW 49

Was berichten die Medien in dieser Woche über die Bundeswehr und ihre Reserve? Welche Themen stehen auf der sicherheitspolitischen Agenda?...

08.12.2022 Von Sören Peters