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Allgemein

Sicherheitspolitische Veranstaltung zum Thema „30 Jahre Wende – Soldat in zwei Armeen“

Am 1. Juni lud die Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern zu einer sicherheitspolitischen Veranstaltung zum Thema „30 Jahre Wende – Soldat in zwei Armeen“ in die Kulturscheune nach Bad Kleinen ein. In seiner Begrüßung berichtete Burkhard Stibbe, der Betreiber der Kulturscheune und Fördermitglied in der Kreisgruppe Mecklenburg-Schwerin, über seinen Werdegang in der Nationalen Volksarmee vom Grundwehrdienstleistenden bis hin zum Reserveoffizier.

Eindrucksvoll schilderte er die beklemmende Situation, die er im Jahre 1981 während seiner Einberufung zum Grundwehrdienst empfand. Wenige Kilometer von seinem Standort Eggesin entfernt. Hatte das polnische Militär unter General Jaroselski das Kriegsrecht verhängt und damit endgültig das Bestreben des polnischen Volkes zu politischen Veränderungen zum Erliegen gebracht. Stibbe war froh, dass es im Jahr 1989 zu keiner derartigen Situation kam und die NVA nicht durch die Partei- und Staatsführung der DDR zur Niederschlagung des demokratischen Umbruchs mißbraucht wurde. Hartmut Winterfeld, als Oberstleutnant der NVA in die Bundeswehr übernommen, berichtete über seine Erfahrungen, die er selbst als Offizier in beiden deutschen Armeen erlebt hat. Nach seiner Übernahme in die Bundeswehr war er bis zu seiner Pensionierung als Verbindungsoffizier zwischen Bundeswehr und den russischen Streitkräften, bis zu deren Abzug aus Schwerin, tätig. Heute engagiert sich Winterfeld insbesondere für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Weißrussland/Belarus. Der dritte Referent, Ulrich Tauchel, machte den Besuchern der Veranstaltung, dass es nicht nur im Bereich der Streitkräfte das Phänomen gab, in zwei politisch unterschiedlichen Systemen, die gleiche Tätigkeit auszuführen. Er berichtete über seinen Weg als Angehöriger Kriminalpolizei in der DDR und seinen herausfordernden Werdegang von Thüringen nach Rostock. Nach der Wende arbeitete er in der Polizeidirektion Schwerin als Polizeidirektor. Er schilderte sehr eindrucksvoll signifikante Herausforderungen und Erlebnisse im Rahmen seiner Leitungstätigkeit.
Sehr beeindruckend waren auch die Erlebnisse Silvio Pfeffers, die er als Oberleutnant der Volksmarine während der Wende hatte.Er stellte aber auch die heutige Bundeswehr in den Kontext der internationalen Weltpolitik und militärischen Herausforderungen. Seine Schlussbetrachtungen fanden großen Beifall bei den über 90 Besuchern in der Bad Kleiner Kulturscheune.An den Wochenenden öffnet Silvio Pfeffer sein privates NVA-Museum in Neustadt-Glewe südlich Schwerins, das in der zweiten und dritten Etage seines doppelten Reihenhauses zu finden ist.Nach zwei Stunden des intensiven Zuhörens freuten sich alle auf Frederic Neuwalds Erbseneitopf mit Bockwurst, den er in einer NVA-Gulaschkanone, der legendären FKü 180/72, zubereitet hatte. Für die Untermalung der Veranstaltung sorgte der Chor der Gemeinde Bad Kleinen. Wie schon bei vergangenen sicherheitspolitischen Veranstaltungen hatten die Gäste die Möglichkeit, historische Militärfahrzeuge, aber auch ein Fahrzeug der örtlichen Feuerwehr zu besichtigen, dass auch nach dreißig Jahren Einsatz noch treu und voll einsatzbereit seine Pflichten erfüllt.
Wie aktuell das Thema „30 Jahre Wende – Soldat in zwei Armeen“ ist, zeigten die angeregten Diskussionen und Gespräche, die noch lange nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung geführt wurden. Schon jetzt bereiten sich Stibbe und die Reservisten der Kreisgruppe Mecklenburg-Schwerin auf die nächsten sicherheitspolitischen Veranstaltung in der Kulturscheune Bad Kleinen vor.

Autor: Peter Schur

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