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Von Bützow aus in die Welt gefunkt

Burckhardt Müller ist seit 2004 Fördermitglied im Reservistenverband und ein aktives Mitglied in der Reservistenkameradschaft Fliegerhorst Laage. Jeder, der sein Hobbyzimmer betritt, wird von einer Fülle elektronischer Geräte und Regalen voller Ordnern und Schachteln überwältigt. Diplome, Lizenzen und QSL-Karten zieren seine Wände, sodass jeder Fachmann sofort erkennt: Hier ist ein Amateurfunker zu Hause.

Seine Leidenschaft entdeckte Müller schon in seiner Kindheit. Sein Lieblingsfach war in der 5. Klasse Physik. Hinzu kam, dass sein Vater anfing Röhrenkonverter zu bauen. Daraufhin kaufte sich Müller das Buch „Das große Radiobastelbuch“, das ihn fortan begleitete. Schon bald hatte er das Ziel, sich selbst einen Radioempfänger zu bauen.
Mit 14 Jahren entdeckte Burckhardt Müller am Schwarzen Brett seiner Schule in Bützow, wo er aufgewachsen ist, einen Zettel für Arbeitsgruppen, darunter „Funkamateur werden“ vom Bützower Kreisvorstand der Gesellschaft für Sport und Technik (GST). Dort wurde er zum Kurzwellenhöhrer ausgebildet und baute zwei Jahre später mit Gleichgesinnten ein Arbeitsgemeinschaft „Junge Funker“ an der Polytechnischen Oberschule I (POS) in Bützow auf. Nur durfte der ehrgeizige junge Mann zwar als Amateur Funksignale empfangen, aber noch nicht selbst senden. Dafür, so meinte man bei der GST, solle er sich erst einmal bewähren, bei der Armee zum Beispiel.
Nachdem er 1980 seinen 18-Monatigen Wehrdienst geleistet hatte, nahm er wieder die „Jungen Funker“ der POS I Bützow unter seine Fittiche. Als verheirateter Mann versuchte er bei der GST erneut sein Glück und bekam diesmal die langersehnte Lizenz, sodass er nun nicht nur empfangen, sondern auch senden durfte.
Von nun an hatte er als Empfänger und Funker von jedem Funkverkehr eine Gesprächsnotiz anfertigen und dem Sender, von dem er eine Nachricht empfangen hat, einen Rapport zuschicken müssen. Dafür bekam er eine sogenannte QSL-Karte, eine Quittung für den Funkdienst. Gleichzeitig musste er jeden Empfangsbericht in ein  Logbuch eintragen, ebenso für die Versendung seiner eigenen QSL-Karten. „Das war Pflicht“, erklärte der 66-Jährige. „Zwar durfte man als Sendeamateur keinen privaten Sender besitzen, konnte aber über die Clubstationen der GST funken. Für einen Privatsender benötigte man eine Baugenehmigung von der Deutschen Post. Der zusammengebaute Sender wurde von der Post geprüft und nach der Abnahme mit einer Plakette registriert.“
1985 baute Müller so mit Mitstreitern eine Klubstation auf. Sein Lizenzzeichen war Y52ZB. Im Jahr 1988 bekam er seine Privatlizenz Y21KB.
Nach der Wende stand Müller auf einmal die ganze Welt offen. Er wurde Mitglied des Deutschen Amateur Radio Clubs. Ab 2007 hört man ihm Äther als DM2BM.
Ganz wichtig aber ist für ihn seine Mitgliedschaft in einer Gruppe von Amateurfunkern, die eine Sonderlizenz für Katastrophenfälle hat. Die Mitglieder dieser Gruppe sind bei flächendeckenden Stromausfällen die ersten, die wieder eine Funkverbindung herstellen können und sie helfen bei Katastrophen, für den Hilfsdienst bestimmte Frequenzen freizuhalten.
Zum Funken gehört aber auch die „Buchhaltung“. Monatlich erhält er um die 50 QSL-Karten per Post und rund 200 elektronisch. Ebenso verschickt er seine QSL-Karten. Alles wird im Logbuch akribisch festgehalten. Dazu kommt natürlich das Funken und Hören selbst. Vier bis fünf Stunden sitzt Burckhardt Müller so täglich in seinem Zimmer, umgeben von elektronischen Geräten und Regalen voller Ordnern und Schachteln.

 

 

Quelle:  Der Artikel entstammte ursprünglich der „Schweriner Volkszeitung“ vom 22.04.2021. Die Genehmigung der Veröffentlichung in Teilen liegt vor.

 

 

 

 

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