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Vechtaer Reservisten auf Exkursion in Aachen und Belgien




Esser, RK Vechta

Bildautor: Esser, RK Vechta

Gedenkveranstaltungin Belgien

Erstmalig nahm eine Bundeswehr-Reservistenkameradschaft an der Zeremonie zum Memorial-Day im belgischen Henri-Chapelle teil. Weltweit wird auf allen Ehrenfriedhöfen der amerikanischen Streitkräfte am Memorial-Day den gefallenen US-Soldaten gedacht. Auf Einladung der AOMDA (American Overseas Memorial Day Association) war eine 19-köpfige Delegation der Reservistenkameradschaft Vechta nach Belgien gereist, um dort der offiziellen Gedenkveranstaltung zu Ehren der Toten des zweiten Weltkrieges beizuwohnen. „Für uns war es eine besondere Ehre, an diesem Tag dort sein zu dürfen und unter den vielen Offiziellen wie dem Vertreter des belgischen Königshauses, dem amerikanischen Botschafter und hohen Militärs die Bundeswehr zu repräsentieren“, so Unteroffizier der Reserve Alexander Esser, Vorsitzender der RK-Vechta.

Der Besuch fand im Rahmen der vierten Militärhistorischen Exkursion der Vechtaer Reservisten unter dem Titel „10.05.1940 – Der Westfeldzug“ statt. Auf dem Programm stand dabei am ersten Tag eine Besichtigung des belgischen Forts Eben-Emaels. Dieses Bollwerk am Albertkanal war Teil des Festungsgürtels, den die Belgier Ende der 1930er Jahre zur Abwehr eines möglichen deutschen Angriffes erbaut hatten. Der Angriff kam am 10.05.1940 mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Belgien, die Niederlande, Luxemburg und Frankreich. Bemerkenswert war bei Eben-Emael die zur damaligen Zeit neuartigen Methode, mit der die deutschen Angreifer das als uneinnehmbar geltende Fort außer Gefecht setzten. Mit Lastenseglern landeten 58 deutsche Fallschirmpioniere in den frühen Morgenstunden des 10.05.1940 auf dem Dach des Forts und setzten innerhalb kürzester Zeit alle Geschütztürme außer Gefecht. Hierbei kam die Hohlsprengladung zum allerersten Mal zum Einsatz und entfaltete ihre vernichtende Wirkung.

Keine 36 Stunden später kapitulierten die 900 belgischen Festungssoldaten, der Weg für die nachrückende deutsche Infanterie war frei. „Die Einnahme des Forts war sicherlich in unseren Augen als ehemalige Soldaten eine herausragende militärische Leistung, aber man muss diese immer in Kontext zu dem Leid und den Opfern setzen, die der Völkerrechtsbruch mit dem Angriff auf die BENELUX-Staaten und Frankreich verursacht hat und welche Konsequenzen letztendlich daraus entstanden sind“, ordnet Alexander Esser die Geschehnisse für die Exkursionsteilnehmer ein.

Eine Konsequenz hieraus war die sechswöchige verheerende Schlacht im September und Oktober 1944 um die Kaiserstadt Aachen, die westlichste und erste deutsche Großstadt, die von den Alliierten erobert wurde. Dem zweiten Thema für die Reservisten am dritten Tag ihrer Exkursion. Esser, selbst gebürtiger Aachener, erfuhr aus den Erzählungen seiner Eltern und Großeltern, unter welchen dramatischen Bedingungen die Aachener Bevölkerung in der zu 60 Prozent von Bombardements zerstörten Stadt während der Kampfhandlungen ausharrten. Mit Dietmar Kottmann vom Aachener Geschichtsverein als Referent machten sich die Reservisten ein umfassendes Bild von der Schlacht in Form eines Vortrages und einer Besichtigung relevanter historischer Punkte im Stadtgebiet. Am 21. Oktober 1944 kapitulierten die deutschen Truppen und Aachen war die erste befreite Reichsstadt, ein halbes Jahr bevor der Zweite Weltkrieg in ganz Deutschland zu Ende ging.

In Gedenken an die gefallenen deutschen Soldaten und den vielen zivilen Opfern des Bombenkrieges legten die Vechtaer Reservisten gemeinsam mit einer Abordnung der Reservistenkameradschaft Aachen zum Abschluss ihrer Exkursion einen Kranz am Ehrenmal auf dem Aachener Waldfriedhof nieder.

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