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Abschied von Majuri (FIN) Jukka Peura




Verleihung Bundesverdienstkreuz in Helsinki 2014

finnlandLandesgruppe Niedersachsen

Liebe Kameraden, Aseveljet!

Erschüttert muss ich euch die traurige Nachricht übermitteln, dass Major der Reserve Jukka Peura am Mittwoch, dem 10. Juli 2019 im Alter von 73 Jahren verstorben ist. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Frau Sirkka und seiner Familie.

Mit Jukka verlieren wir nicht nur unseren amtierenden Vorsitzenden (fin.) unserer  Reservistenarbeitsgemeinschaft (RAG D-F) sondern auch den Initiator und Motor der Verbindung finnischer und deutscher Reservisten.

Jukka Peura war im Jahre 1988 als Schulrat Mitbegründer der 1993 offiziell bestehenden Städtepartnerschaft zwischen der finnischen Stadt Iisalmi und Lüneburg, bzw. der entsprechenden Landkreise. Sein ziviles Engagement wurde mit dem Eintrag in das Ehrenbuch des Landkreises Lüneburg gewürdigt. Im selben Jahr entschloss er sich aus eigener Initiative der Partnerschaft im Bereich zwischen den Reservistenvereinigungen beider Regionen hinzuzufügen.

Bereits im Jahre 1995 besuchten finnische Reservisten den Standort Lüneburg – 2 Jahre später erfolgte der Gegenbesuch in Finnland. Im zweijährlichen Wechsel erfolgten die gegenseitigen Besuche, die neben dem kameradschaftlichen Aspekt insbesondere sicherheitspolitischen Fragestellungen und Diskussionen der letzten 2 Jahrzehnte zum Inhalt hatten. Durch das andauernde Engagement von Jukka Peura wurde die Verbindung zu einem außerordentlichen Erfolgsmodell der deutsch-finnischen Zusammenarbeit und ist bis heute das alleinige derartige Projekt zwischen beiden Ländern.

Durch seinen Einsatz in dieser Sache konnte der fließend deutsch sprechende Jukka Peura das Projekt auf finnischer Seite zunächst auf die Regionen Kauhava und Kuopio in Finnland sowie auf den Raum Niedersachsen ausdehnen. Mittlerweile ist es ihm gelungen, Teilnehmer in ganz Finnland und Deutschland zu überzeugen, sich für das Projekt zu engagieren. In den letzten Jahren galt seine Aufmerksamkeit der Verjüngung der Teilnehmer dieser internationalen Verbindung.

Die militärischen Aspekte dieser Zusammenarbeit wurden vor etlichen Jahren bereits durch die Verleihung des Ehrenzeichens der Bundeswehr (erstmalige Verleihung an einen Finnen, 2007) an Jukka Peura sowie 2014 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande gewürdigt. Bereits 2006 erhielt er mit der Beförderung zum Major den höchsten für Reservisten in Finnland erreichbaren und nur ausnahmsweise vergebenen Dienstgrad.

Seit langem ist es ihm aber gelungen, sein Projekt über die Streitkräfte hinaus auch weit in den zivilen Bereich ausstrahlen zu lassen.

Insbesondere ist hier seine Initiative zur großangelegten Einbindung der von ihm geführten länderübergreifenden Reservistenkameradschaft in die Erinnerungsarbeit um die durch Deutschland geleistete Ausbildung der ersten Soldaten des demokratischen und unabhängigen Finnland in Hohenlockstedt im ersten Weltkrieg zu nennen. Letzteres genießt in Finnland bis heute höchste und durchweg positive Aufmerksamkeit, weil aus den seinerzeit in Deutschland ausgebildeten Männern führende Persönlichkeiten in Militär, Politik und Wirtschaft hervorgingen, ohne die Finnland seine Selbständigkeit damals nicht hätte erhalten können.

Durch Jukka Peuras maßgeblichen Unterstützung ist es der Gemeinde Hohenlockstedt (Landkreis Steinburg, Schleswig-Holstein) in den letzten Jahren gelungen, die jährlichen Gedenkveranstaltungen zu öffentlichkeitswirksamen, bedeutenden Ereignissen auszubauen, an denen inzwischen zahlreiche Vertreter von Diplomatie, Medien, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft aus beiden Ländern teilnehmen. Mittlerweile entwickeln sich daraus auch Beziehungen auf der zivilen Ebene zwischen den Gemeindeverwaltungen von Peuras Heimatstadt Kauhava und Hohenlockstedt. Der jährlich stattfindende Finnentag in Hohenlockstedt wird durch einen deutsch-finnischen Reservisten-Ehrenzug und einer Abordnung des Wachbataillons feierlich umrahmt.

Außerdem umfassen die regelmäßigen wechselseitigen Besuche im Rahmen des an verschiedenen Orten in beiden Ländern stattfindenden Reservistenaustausches auch einen großen Anteil an politischer und gesellschaftlicher Information sowie auf deutscher Seite zusätzlich die Vermittlung der in der Bundesrepublik herausgebildeten Werte der inneren Führung, des Primates der Politik und des Konzeptes des Staatsbürgers in Uniform für unsere Streitkräfte.

Das Engagement als Reserveoffizier genießt in Finnland hohen Stellenwert, weshalb sich im Reserveoffizierverband zahlreiche herausgehobene Multiplikatoren aus allen Bereichen der finnischen Gesellschaft wiederfinden. Diese tragen nunmehr seit Jahren ein Deutschlandbild nach Finnland zurück, das in diesen Kreisen bisher nicht besonders verbreitet war.

Jukka Peura wird uns als Mann der Tat in Erinnerung bleiben. Er liebte keine langen Reden und war Meister kurzer Übersetzungen. Durch sein freundliches Wesen und seinen feinen Humor konnte er Menschen begeistern und motivieren. Andererseits war seine rustikale Art und das Streben nach schnellen Ergebnissen und Lösungen für manchen Zeitgenossen eine Herausforderung.

In vielen Interessengruppen war er aktiv vertreten, Jukka war Netzwerker. Jagdlich ambitioniert galt er als Experte, wenn es um historische Waffen und Munition ging. In seinem Haus in Kauhava (Österbotten) konnte er begeistert über diverse Exponate und seine umfangreichen vielen Auszeichnungen und Erinnerungen erzählen. Dort zuhause bei der Gartenarbeit endete sein bewegtes und Gemeinschaftssinn stiftendes Leben.
Wir verneigen uns vor unserem treuen und vorbildlichen Waffenbruder.

Surussa
Burkhard Jäkel
Oberstleutnant d.R.
Vorsitzender der RAG Deutschland-Finnland

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