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Bundespräsident ernennt Reservisten zum Direktor




Dr.-Ing. habil. Frank Sabath im WIS in Munster vor den Prototypen einer mobilen Bio-Sicherheitswerkbank, in der hochinfektiöse Erreger bis zur höchsten Bio-Sicherheitsstufe gehandhabt werden können.

Foto: WIS

Eine vom Bundespräsidenten unterzeichnete Ernennungsurkunde zu erhalten, ist etwas ganz Besonderes im Leben. Dr.-Ing. habil. Frank Sabath hatte kürzlich dieses Glück. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ernannte ihn zum Direktor und Professor des Wehrwissenschaftlichen Instituts für Schutztechnologien – ABC-Schutz (WIS).

Bei der o.g. Bezeichnung „Direktor und Professor“ für den neuen Institutsleiter handelt es sich nicht um einen akademischen Grad, sondern um eine Amtsbezeichnung für Beamte des höheren Dienstes, die mit der Leitung von Forschungseinrichtungen oder Behörden mit eigenem Forschungsbereich tätig sind.

Dr.-Ing. habil. Frank Sabath an seinem Schreibtisch im Wehrwissenschaftlichen Institut für Schutztechnologien und ABC-Schutz (WIS) in Munster.

Das Wehrwissenschaftlichen Instituts für Schutztechnologien

Das Wehrwissenschaftliche Institut für Schutztechnologien – ABC-Schutz (WIS) in Munster gehört zum Geschäftsbereich des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw). Es widmet sich in seinen Kernaufgaben dem Schutz vor biologischen, chemischen oder nuklearen Massenvernichtungswaffen und deren Wirkungskomponenten. Aufgabenschwerpunkte sind darüber hinaus die Brandschutztechnik, der Schutz vor starken elektromagnetischen Feldern sowie die Wasseraufbereitung. Als Ressortforschungseinrichtung des BMVg erarbeitet es die technisch-wissenschaftlichen Grundlagen und stellt national die Auskunftsfähigkeit im Fachgebiet sicher. Bei der Bedarfsermittlung und Bedarfsdeckung in der Bundeswehr liefert es fachliche Beiträge als Studien, Demonstratoren oder Prüfungen in Abstimmung mit dem Bedarfsträger und dem Projektmanagement.

Die ca. 200 vorwiegend naturwissenschaftlich qualifizierten Mitarbeitern bearbeiten in Laboratorien, Technikumsanlagen und Einrichtungen für full-scale-Versuche alle Fragestellungen zur Detektion, zum individuellen und kollektiven Schutz und zur Behandlung von kontaminiertem Material. Sie leisten mit Ihrer Arbeit einen Beitrag zur Rüstungskontrolle (Verifikation) und Abrüstung sowie zur Untersuchung bundeswehreigener Fragestellungen im Arbeits-/ Umweltschutz. Zu den Aufgaben gehören darüber hinaus der Betrieb der Zentralen Sammelstelle der Bundeswehr für radioaktive Abfälle und der Gefahrstoffmessstelle Nord.

Militärischer und beruflicher Werdegang von Frank Sabath

Von 1986 bis 1988 leistete der im Dezember 1966 geborene Frank Sabath als Wehrpflichtiger und SaZ 2 seinen Wehrdienst im 4. Minensuchgeschwader in Wilhelmshaven. Die aktive Marinedienstzeit beendete er als Offiziersanwärter. Danach studierte er an der Universität-GH Paderborn Elektrotechnik. Im September 1993 schloss er sein Studium als Diplom-Ingenieur ab. Anschließend promovierte er an der Universität Hannover. Während der Semesterferien absolvierte der Reservist Reservistendienstleitungen (RDL), damals noch Wehrübungen genannt, auf diversen Minensuchbooten und im Geschwaderstab des 4. Minensuchgeschwaders. Dabei erreichte er den Dienstgrad Kapitänleutnant der Reserve.

Von März 1994 bis Mai 1998 arbeitete Frank Sabath als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im C-Lab, einer kooperativen Einrichtung der Uni-GH Paderborn und der Siemens Nixdorf Informationssysteme AG. Es folgte die Laufbahnausbildung für den höheren technischen Dienst beim Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) im Fachbereich Wehrtechnik. Im September 1998 erfolgte die Promotion zum Doktor-Ingenieur an der Universität Hannover.

Von Dezember 1999 bis März 2005 war er Dezernent am WIS im Dezernat EMP-Schutz. Während dieser Zeit (1-2004 bis 1-2005) war er in den Vereinigten Staaten als Austauschwissenschaftler in der Radar Division des US Naval Research Laboraty in Washington DC tätig. Von April 2005 bis Oktober 2008 war er Dezernent im Geschäftsfeld 320 „HPM-Simulation“ des WIS. Es folgte bis April 2009 im WIS die Verwendung als Geschäftsfeldmanager im Geschäftsfeld 320 „Elektromagnetische Wirkungen“. Danach folgte eine zweijährige Verwendung im BMVg im Referat Rü IV 6 „Rüstungsbezogene Angelegenheiten der Transformation der Bundeswehr“. Im Juni 2011 wurde er im WIS Leiter des Geschäftsbereiches 300 „Ausgewogener A-Schutz u. Härtung, Elektromagnetische Wirkungen, Brandschutz“. Von Februar 2017 bis Januar 2021 war er Leiter des Geschäftsbereiches 200 „Detektion“ des WIS.

Am 02. Oktober 2020 erfolgte die Habilitation an der Leibnitz Universität Hannover im Fachgebiet Elektrotechnik.

Seit dem 01. Februar 2021 ist Frank Sabath Direktor und Professor des WIS in Munster.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ernannte Dr.-Ing. habil. Frank Sabath mit Wirkung zum 01. Februar 2021 zum Direktor und Professor des Wehrwissenschaftlichen Instituts für Schutztechnologien – ABC-Schutz (WIS) in Munster.
An seinem ersten Arbeitstag als Direktor und Professor des WIS wurde Dr.-Ing. habil. Frank Sabath von seinen Mitarbeitern mit einem maritimen Steuerrad als Geschenk begrüßt.

Lehrtätigkeiten und Mitarbeit in wissenschaftlichen Gremien

Von 2002 bis 2005 führte Frank Sabath einen Lehrauftrag an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg zum Thema „Ultrabreitbandantennen“ durch.

Seit dem Jahre 2006 ist er als Lehrbeauftragter der Leibnitz Universität Hannover tätig. Seit 2020 ist Frank Sabath Privatdozent an der Fakultät für Elektrotechnik und Informatik der Leibnitz Universität Hannover.

In mehreren wissenschaftlichen Gremien ist Frank Sabath seit mehreren Jahren Mitglied: Seit 2005 gehört er dem URSI (International Union of Radio Science) Landesausschuss in der Bundesrepublik Deutschland e.V. an. Seit 2008 ist Sabath Mitglied im International Steering Committee (ISC) EMC Europe. Im Jahre 2011 wurde er Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Deutsch-Französischen Forschungsinstitut Saint-Louis (ISL) und 2018 dessen Deutscher Vorsitzender.

Im NATO Joint Chemical, Biological, Radiological and Nuclear Defence Capability Development Group (JCBRND-CDG) nahm er von September 2016 bis August 2017 Vice-Chairperson. Seit September 2017 ist er in dem NATO-Gremium Chairperson.

Dr.-Ing. habil. Frank Sabath wurde für seine hervorragenden wissenschaftlichen Erfahrungen, die er sich u.a. auch in den Vereinigten Staaten erarbeitete, und der Mitarbeit in internationalen Gremien mehrfach ausgezeichnet. So ehrte ihn das International Elechtotechnical Committee (IEC) im Jahre 2009 mit der IEC 1906 Award. Mit dieser Auszeichnung werden besondere Verdienste von Expert*innen an internationalen Normungsprojekten gewürdigt.

Im gleichen Jahr wurde er vom IEEE, einem internationalen Netzwerk zur Förderung technologischer Innovationen auf dem Gebiet der Elektromagnetischen Verträglichkeit für seine Arbeit als Vorsitzender der deutschen Untergliederung geehrt: „Laurence G. Cumming Award, For outstanding service and leadership as Chairman of the IEEE German EMC Chapter, service as Global and Regional Conference Coordinator, and contribution to the overall success of the IEEE EMC Society“.

Für Beiträge zur Entwicklung von Hochleistungs-Impulsstrahlantennen bekam er von der Stiftung Summa Foundation 2006 die Auszeichnung EMP Fellows

Mandatsträger im Reservistenverband

Kapitänleutnant d.R. Dr.-Ing. Frank Sabath ist seit dem 01. April 1990 Mitglied im Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V. (VdRBw e.V.). Seit seinem Umzug in das Gebiet der Kreisgruppe Lüneburg im Jahr 2000 war er in der ehrenamtlichen Reservistenarbeit sehr aktiv und zeichnete sich besonders durch seine Bereitschaft zur Übernahme von Führungsverantwortung, Pflichtbewusstsein und seinem kameradschaftlichen Verständnis aus. So übernahm er im Jahr 2002 bereitwillig den Vorsitz der Reservistenkameradschaft Salzhausen-Soderstorf und die Aufgabe, diese zu reaktivieren. Schnell gelang es ihm diese Kameradschaft zu einer aktiven Untergliederung der Kreisgruppe zu transformieren, die bei einer Vielzahl von Kreisaktivitäten Funktions- und Leitungspersonal stellt. Im Zuge der Übernahme des Vorsitzes der Kreisgruppe Lüneburg im Jahr 2006 gab er den Vorsitz der RK Salzhausen ab. Seitdem ist er der Kassenwart dieser RK. Dr.-Ing. Sabath war im Zeitraum 2006 bis 2010 Vorsitzender der Kreisgruppe Lüneburg. Bis April 2012 war er weiter im Vorstand der Kreisgruppe tätig. Nach seinem Ausscheiden aus dem Kreisvorstand wurde er Kreisrevisor und übt dieses Mandat bis heute aus. Während seiner Zugehörigkeit zum Kreisvorstand hat Dr.-Ing. Sabath eine Vielzahl der in der Kreisgruppe Lüneburg durchgeführten dienstlichen Veranstaltungen (DVag) als Gesamtleitender geleitet. Als Beispiel sei hier die Leitung des Vergleichsschießens im Wehrbereich I Küste im Jahr 2009 genannt. Seit 2010 engagiert er sich zudem in der Landesgruppe Niedersachsen als Landesbeauftragter für Sicherheitspolitische Arbeit.

Als Landesbeauftragter Sicherheitspolitische Arbeit hat Dr.-Ing. Sabath sich in herausragender Weise für die Landesgruppen-übergreifende Koordinierung der Sicherheitspolitischen Arbeit in den Landesgruppen Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen engagiert. So hat er in den Jahren 2015 und 2016 gemeinsame Informationsveranstaltungen der SiPol-Kreisbeauftragten der genannten Landesgruppen durchgeführt und einen regelmäßigen Informationsaustausch zwischen den SiPol-Landesbeauftragten initiiert.

Kapitänleutnant d.R. Dr.-Ing. Frank Sabath praktiziert einen kooperativen Führungsstiel ist durch sein persönliches Auftreten in der Lage Mitglieder aller Altersgruppen für eine aktive Mitarbeit im Verband zu motivieren. Durch sein hohes Engagement für die Reservistenarbeit setzt er ein vorbildhaftes Beispiel für die Kameraden weit über die Kreisgruppe Lüneburg hinaus. So tritt er als Stellv. RAG-Leiter der RAG-DSA-Prüfer für die sportliche Ertüchtigung der Kameradinnen und Kameraden ein. Das Wirken für den Reservistenverband ist besonders vor dem Hintergrund seiner beruflichen Tätigkeit und den über die Reservistenarbeit hinausgehenden Aktivitäten zu würdigen. Trotz seiner sehr hohen beruflich bedingten zeitlichen Belastung und seiner vielen Dienstreisen hat er immer die notwendige Zeit für sein Engagement im Reservistenverband gefunden.

Diese dauerhaft gezeigte hohe Einsatzbereitschaft ist auch den Vorständen der übergeordneten Gliederungen des Reservistenverbandes nicht verborgen geblieben. Deshalb wurde Frank Sabath im Herbst 2006 mit der Ehrennadel des Verbandes in Bronze und vier Jahre später auch mit der Ehrennadel des Verbandes in Silber ausgezeichnet. Die Landesgruppe Niedersachsen ehrte ihn im November 2013 mit der Landesmedaille. Im September 2018 folgte die Ehrennadel des Reservistenverbandes in Gold.

Frank Sabath dirigiert den Posaunenchor der Landeskirchlichen Gemeinschaft in Gödenstorf. Archivaufnahme vom Kirch- und Markttag in Salzhausen 2019.

Einsatz in NATO und Posaunenchor

Dr.-Ing. Frank Sabath verfügt über ein sehr gutes Zeitmanagement. Denn neben den beruflichen Herausforderungen und seinem Engagement in der Reservistenarbeit liegen dem verheirateten 54-jährigen Vater von zwei Kindern aus Garlstedt musikalische Aktivitäten am Herzen – er ist Dirigent in einem Posaunenchor.

Frank Sabath, der seit 38 Jahren Tuba in verschiedenen Formationen spielt, übernahm 2019 nach dem Ausscheiden seines Vorgängers die Leitung des Posaunenchores der Landeskirchlichen Gemeinschaft Gödenstorf. Mit ihm ist er bei Gottesdiensten, auf Dorffesten und Weihnachtsmärkten häufig im Einsatz. „Dank elektronischer Kommunikationsmittel wie Telefon, Handy und E-Mail und der Hilfe des stellvertretenden Chorleiters, Hartmuth Oertzen, vor Ort stellt die Entfernung zwischen meinem Dienstort Munster und dem ‚Chor-Hauptquartier‘ Gödenstorf keine größere Herausforderung dar“, sagte Frank Sabath. „Ein größeres Problem ist da oft die Koordination meiner Dienstreisen, etwa zum NATO-Hauptquartier in Brüssel oder in die Schweiz, mit den Posaunenchor-Proben, die donnerstagabends stattfinden. An solchen Tagen geht es dann per Flugzeug nach Hamburg und mit dem Auto weiter nach Gödenstorf. Dort im Landkreis Harburg dirigiere ich dann am Abend den Posaunenchor. Meistens gelingt es mir aber, als Dirigent pünktlich zur Stelle zu sein. Und einen Auftritt bei einem Konzert haben wir trotz meines vollen Dienstplanes zum Glück auch noch nie verpasst.“

Auch unter Pandemiebedingungen fanden im vergangenen Jahr Konzerte statt: Unter dem Motto „Seht, die gute Zeit ist nah“ haben Bläser des Posaunenchor Gödenstorf und Toppenstedt Ende November 2020 in Salzhausen den Advent eröffnet. „Wir haben in Andachten an der St. Johannis Kirche Salzhausen und Folgetag an der Gemeinschaft in Gödenstorf mit unseren Posaunenchorklängen die Gemeinde auf den Advent eingestimmt. Auch unter den Corona-Auflagen ist uns dies recht gut gelungen“ resümierte zufrieden Dr.-Ing. Frank Sabath.

 

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