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Chinas Ziel: Aufstieg zur Weltmacht




Der Drache auf dem Sprung.

Foto: Christian Günther

Referent Stefan Gundlach.

Foto: Christian Günther

Das Ziel der chinesischen Regierung ist seit 2013 klar definiert: Wiederaufstieg zur Weltmacht! Oberst i.G. Stefan Gundlach berichtete am Internationalen Hubschrauberausbildungszentrum in Bückeburg über seine Zeit als Heeresattaché an der Botschaft in Peking. Von 2015 bis 2018 leistete er dort nach einer einjährigen Sprachausbildung in Mandarin Dienst und konnte viele überraschende Eindrücke gewinnen.

Klaus Suchland begrüßte im Namen der Gesellschaft für Sicherheitspolitik und der Kreisgruppe Weserbergland des Reservistenverbandes die zahlreich erschienen Zuhörer und führte in das Thema ein. „Chinesen sind liebenswerte Menschen, aber doch ganz anders“ stellte der Referent gleich am Anfang seiner Ausführungen fest. Die sich im ersten Teil mit dem Leben der Menschen besonders in Peking und im zweiten mit der chinesischen Militärstrategie und den Streitkräften befassten. Überraschend die zwei Gesichter der Stadt, ultramoderne Bauten neben alter Infrastruktur, westliche Luxusautos in großer Zahl neben Fahrradrikschas. Der Chinese habe wenig Sozialneid und erkenne den Erfolg Anderer an. Wobei der Wohlstand durch den rasanten Wirtschaftsaufschwung der vergangenen Jahrzehnte für alle Menschen enorm gestiegen sei. Das sichere auch die Macht der Kommunistischen Partei, die alle Bereiche der Gesellschaft durchdringe. Und durchaus auf die Stimmung der Bevölkerung Rücksicht nehme. Um den Wintersmog in Peking zu bekämpfen seien zahlreiche Kohlekraftwerke abgeschaltet worden. „In China werden Dinge sofort umgesetzt“ so Gundlach. Das mache einen Teil des Erfolges des Landes aus. So ist der Pekinger Mega-Flughafen in vier Jahren gebaut worden. Diese Leistungen machen die Chinesen durchaus stolz und geben ihnen das Gefühl „wir sind wieder wer“. Bis 2025 ist die Vorgabe der Partei die Weltführung u.a. im Bereich der E-Mobilität und der Robotertechnik zu erreichen. Das sei durchaus als Befehl zu verstehen und bindend für alle Bereiche. Ausländische Firmen werden in China benachteiligt und ihre Kommunikation kontrolliert. Überwachung ist in China allgegenwärtig und bereits automatisiert. Oberstes Ziel ist stets der Machterhalt der Partei. Die Streitkräfte des Landes sind deren Armee und eine wichtige Säule ihrer Macht. Mit 2 Millionen Angehörigen immer noch die größte der Welt und rasant auf dem Weg zu einer modernen Hochtechnologie-Streitmacht. Vorbild sind die Streitkräfte des größten Rivalen, den USA. Ihre fehlende Kriegserfahrung sehen die Chinesen dabei durchaus als Nachteil an und übernehmen entsprechende Erfahrungen der Amerikaner. Bis 2049 sollen „Streitkräfte in Weltformat“ aufgebaut werden, die dem großen Konkurrenten ebenbürtig sind. Das Heer verfügt derzeit über 5000 Panzer und 900 Hubschrauber, die Marine besteht aus drei Flottenverbänden für die vier Flugzeugträger im Bau sind. Jede Woche verläßt eine Fregatte die Werft. Weltmacht bedeutet auch Seemacht. Luftwaffe, strategischen Raketentruppen und Cyberkräfte erhalten ebenfalls viel Geld. Der reale Verteidigungshaushalt wird um 50 Prozent höher eingeschätzt als wie offiziell angegeben, so der Referent. Ziel ist es Kriege im Informationszeitalter führen und gewinnen zu können. Wobei China niemanden angreifen werde, so die Einschätzung, aber durchaus das Drohpotential nutzen werde. Konfliktstoff bietet die chinesische Expansion in das Südchinesische Meer, wo kleine Inseln zu militärischen Stützpunkten ausgebaut werden. Nur die USA wagen es noch ihre Seestreitkräfte durch von China beanspruchte Gewässer fahren zu lassen. Auch mit dem Erzfeind Japan gibt es im Ostchinesischen Meer entsprechende Konflikte. Die modernsten Truppen sind gegen Taiwan stationiert, das man in Peking als Teil Chinas betrachte und irgendwann wieder heimholen werde. Mit dem Rivalen Indien gab es in Kaschmir kleinere Auseinandersetzungen, deren territoriale Ursachen nicht gelöst sind. Obwohl sich China auch bei UN Missionen in Gebieten ihres Interesses engagiere, werde es sich durch keine internationalen Verträge einengen lassen. Sein Auftrag an der Botschaft lautete offene Informationsgewinnung, Kontaktpflege und die Organisation von Symposien, Seminaren und gegenseitigen Besuchen mit dem Ziel, ein vertrauensvolles Verhältnis herzustellen. Dennoch sei klar, daß mit China keine wertegebundene Freundschaft aufzubauen sei, so das Fazit von Oberst Gundlach.

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