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Wolfsburger Reservisten besuchen ehem. Muna Lehre

Foto: Frank Haufe

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Wolfsburger Reservisten besuchen ehem. Muna Lehre

Foto: Frank Haufe

Wolfsburger Reservisten besuchen ehem. Muna Lehre

Nach der längeren coronabedingten Pause hat die RK Wolfsburg die Möglichkeit der ersten Lockerungsmaßnahmen genutzt und als erste RK-Veranstaltung eine Exkursion durch die ehemalige Heeresmunitionsanstalt, der sog. Muna, in Lehre durchgeführt.

Kaum hatte der RK-Vorstand die Einladungen zu dieser Veranstaltung versandt, folgten auch schon zahlreiche Anmeldungen seitens der Mitglieder, so dass der stellvertretende Vorsitzende der RK Wolfsburg Obergefreiter d.R. Frank Haufe, der die Veranstaltung organisiert hatte, am 4. Sept. 2020 zunächst 19 Teilnehmer und – wegen der zahlreichen Anmeldungen – am Folgetag noch einmal 13 Teilnehmer begrüßen konnte.

Auf dem zwischen den Städten Wolfsburg und Braunschweig gelegenen Gelände wurden kurz vor und während des 2. Weltkriegs verschiedene Kampfmittel montiert. Hierunter fielen Panzergranaten, Tellerminen, Infanteriemunition und 35 cm-Granaten für Schlachtschiffe. Die Muna Lehre gehörte neben weiteren Munas z.B. in Celle, Dessau und Walsrode zum Feldzeugkommando 11 in Hannover.

Das Gelände wurde 1934 durch die Heeresverwaltung von dem damals noch selbständigen Staat Braunschweig erworben. Zunächst war das Gelände 160 Hektar groß, bekam einen Gleisanschluss zum Bahnhof in Lehre und wurde 1935 auf 193 Hektar vergrößert.

Begleitet wurde die Geschichte durch ein dunkles Kapitel des Themas Zwangsarbeit. Der Mangel an Arbeitskräften während des 2. Weltkrieges führte auch bei der Muna Lehre seinerzeit dazu, dass dort neben kriegsdienstverpflichteten deutschen Frauen auch Männer und Frauen aus der Sowjetunion als Zwangsarbeiter Munition herstellen und Granaten reinigen mussten. Die schlecht ausgestatteten Unterkünfte, die mangelnde Wasserversorgung und der geringen Verpflegungsrationen führten unweigerlich zu Erschöpfungszuständen und zu schlechten körperlichen Verfassungen der Menschen. Da alle Akten verloren gingen, ist über die bis zu 265 eingesetzten Zwangsarbeiter nahezu nichts bekannt. Lediglich von 19 verstorbenen Zwangsarbeitern konnten Daten herausgefunden werden, wodurch heute deren Namen und Biografien bekannt sind.

In den ursprünglich fünf vorhandenen Munitionsarbeitshäusern wurden täglich zeitweise bis zu 800 Tonnen Kampfmittel hergestellt, die aus Tarnungsgründen jeweils nachts in zwei Eisenbahnzügen abtransportiert wurden.

Nach dem Krieg übernahm die Bundeswehr dieses Gelände nach ihrer Gründung 1956 und behielt dieses bis zur Aufgabe und Schließung 1990. Unter den Teilnehmern der Exkursion waren auch einige Reservisten, die ihre Grundausbildung in der Region z.B. beim Panzeraufklärungsbataillon 1 (PzAufklBtl 1) in Braunschweig absolvierten und zeitweise als Wachsoldaten oder Streife das Gelände bewacht hatten.

Beeindruckt von der engagierten Führung übergab der Vorstand der RK Wolfsburg dem Gastgeber Uwe Otte, der sich als ehemaliges Ratsmitglied der Gemeinde Lehre der Geschichte der Muna Lehre verschrieben hat, eine größere Spende, um die Erinnerungsarbeit zu fördern.

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