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Volkstrauertag am Sonntag, d. 15. November 2020




Der Soldatenfriedhof in Edewecht ist die erste Kriegsgräberstätte, welche vom Volksbund nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Deutschland errichtet wurde.

Foto: Alfred Claußen

Der Soldatenfriedhof in Edewecht ist die erste Kriegsgräberstätte, welche vom Volksbund nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Deutschland errichtet wurde.

Foto: Alfred Claußen

  • Von Reservistenverband / Alfred Claußen unter Verwendung von Berichten des Volksbundes
  • 14.11.2020
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Historie des Volkstrauertages

Der Volkstrauertag wurde auf Vorschlag des 1919 gegründeten Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge als Gedenktag für die Kriegstoten des Ersten Weltkrieges eingeführt. Dieser Tag sollte ein Zeichen der Solidarität derjenigen Familien, die keinen Verlust zu beklagen hatten, mit den Hinterbliebenen der Gefallenen sein.

Die erste offizielle Feierstunde fand 1922 im Deutschen Reichstag in Berlin statt. Der damalige Reichstagspräsident Paul Löbe hielt eine im In- und Ausland vielbeachtete Rede, in der er eindringlich zur „Abkehr vom Hass“ aufrief und gleichzeitig für Versöhnung und Verständigung warb. Ein aus diversen Verbänden verschiedener religiösen Glaubensgemeinschaften bestehendes Komitee erreichte unter Federführung des Volksbundes, dass der Volkstrauertag in den meisten Ländern des Reiches gemeinsam begangen wurde.

In der Weimarer Republik verlor die Trauer um die Gefallenen ihre gesellschaftlich verbindende Wirkung. Dies lag an der umstrittenen Deutung des Ersten Weltkrieges. Die politischen Kräfte, die am Volkstrauertag vermehrt des Kampfes und Leids der deutschen Soldaten gedachten und ihre heroischen Taten den nächsten Generationen zur Nachahmung empfohlen, wurden immer stärker. 1934 bestimmten die nationalsozialistischen Machthaber durch ein Gesetz den Volkstrauertag zum Staatsfeiertag und benannten ihn „Heldengedenktag“. Die Träger waren bis 1945 die Wehrmacht und die NSDAP. Die Richtlinien über Inhalt und Ausführung erließ der Reichspropagandaminister.

Der Volkstrauertag in heutiger Zeit

Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde der Volkstrauertag erneut vom Volksbund eingeführt und 1950 erstmals neben vielen regionalen Veranstaltungen mit einer Feierstunde im Plenarsaal des Deutschen Bundestages begangen.

Nach einer Übereinkunft zwischen der Bundesregierung, den Ländern und den großen Glaubensgemeinschaften wurde der Termin auf den vorletzten Sonntag im Kirchenjahr (evangelisch) bzw. den 33. Sonntag im Jahreskreis (katholisch) verlegt. Durch Landesgesetze ist der Tag geschützt. Der Volksbund versteht diesen Gedenktag auch mit zunehmendem Abstand vom Krieg als einen Tag der Trauer. Der Volkstrauertag ist aber auch zu einem Tag der Mahnung zu Versöhnung, Verständigung und Frieden geworden.

Die diesjährigen Veranstaltungen stehen im Zeichen des Kriegsendes vor 75 Jahren wie auch der darauffolgenden Wandlungsgeschichte vom Kalten Krieg und Eisernen Vorhang hin zu einem friedlichen und vereinten Europa – das zugleich vor neuen Herausforderungen steht.

Zentrale Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag im Plenarsaal des Deutschen Bundestages am 15. November 2020 mit Prinz Charles

Seine Königliche Hoheit, der Prinz von Wales, ist der Gedenkredner bei der Zentralen Veranstaltung zum Volkstrauertag im Bundestag. Sie wird vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge organisiert und teilweise per Videobeitrag präsentiert. Von 13:30 Uhr an überträgt das ZDF an diesem Sonntag live aus dem Plenarsaal. Es ist das erste Mal, dass ein Mitglied der Königlichen Familie an der zentralen Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag in Deutschland teilnimmt. Der Prinz von Wales hat enge persönliche Beziehungen zu Deutschland –auch durch sein Elternhaus.

General a.D. Wolfgang Schneiderhan, Präsident des Volksbundes und ehemaliger Generalinspekteur der Bundeswehr, hält die Begrüßungsansprache.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der Schirmherr des Volksbundes, spricht das Totengedenken. Zum Programm gehören neben der Gedenkrede inhaltliche Impulse junger Menschen aus Großbritannien, Israel, Moldawien und Deutschland. Das Musikkorps der Bundeswehr aus Siegburg unter der Leitung von Oberstabsfeldwebel Matthias Reißner und die Sopranistin Kathleen Ziegner begleiten die Veranstaltung musikalisch.

Die Arbeit des Volksbundes

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. wurde im Jahr 1954 von der Bundesrepublik Deutschland mit der wichtigen Aufgabe betraut, die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland zu erfassen, zu erhalten und zu pflegen. Neben den Anlagen des Ersten und Zweiten Weltkrieges befinden sich auch die Denkmäler und Friedhöfe des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 und der Deutsch-Dänischen Kriege von 1848/51 und 1864 unter der Obhut des Volksbundes./51 und 1864 unter der Obhut des Volksbundes.

Der Volksbund betreut heute im Auftrag der Bundesregierung die Gräber von etwa 2,8 Millionen Kriegstoten auf 832 Kriegsgräberstätten in 46 Staaten in Europa und Nordafrika.

Seit 1991 richtete der Volksbund 331 Friedhöfe des Zweiten Weltkrieges und 188 Anlagen aus dem Ersten Weltkrieg in Ost-, Mittel- und Südosteuropa wieder her oder legte sie neu an. 954.146 Kriegstote wurden auf 83 Kriegsgräberstätten umgebettet.

Mehrere tausend ehrenamtliche und 556 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfüllen die vielfältigen Aufgaben der Organisation. Sie werden dabei von mehr als einer Million Mitgliedern und Förderern sowie der Bundesregierung unterstützt.

Das Leitwort ist: Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden.

Darüber hinaus engagiert sich der Volksbund auch auf Kriegsgefangenenfriedhöfen, um diesen Opfern der Gewaltherrschaft ein würdiges Gedenken zu schaffen.

Kriegsgräberstätten in Niedersachsen — zeitlose Mahnmale für den Frieden

Auf 1.369 Kriegsgräberstätten und zivilen Friedhöfen sind in Niedersachsen insgesamt 255.460 Menschen bestattet, die hier als Opfer von Krieg und Gewalt ihre letzte Ruhestätte erhalten haben. Jedes Grab beinhaltet das Einzelschicksal eines Menschen, dessen Leben abrupt beendet wurde. Sie sind eine ständige Mahnung für den Frieden!

Die Unterhaltung der Kriegsgräber im Inland obliegt den örtlichen Kommunen oder Städten. Für die Pflege der deutschen Kriegsgräber im Ausland ist dagegen alleinig der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. zuständig. Der Volksbund erbringt diese Arbeit ehrenamtlich unter Verwendung von Spendengeldern.

Digitale Spendenbox des Volksbundes

Bei den Sammelaktionen, wie z.B. den Straßensammlungen im November waren in den vergangenen Jahren häufig Bundeswehrangehörige – aktive Soldaten und zivile Mitarbeiter – als auch Reservisten und Fördermitglieder der örtlichen Kameradschaften des Reservistenverbandes zu sehen. Sie alle leisteten gemeinsam einen wichtigen gemeinsamen Beitrag gegen das Vergessen.

In diesem Jahr wurde wegen der Corona-Pandemie auf die bisher übliche Haus- und Straßensammlung verzichtet und dafür vom Volksbund eine digitale Spendendose eingerichtet: https://www.volksbund.de/helfen/spendendose.html

Jeder Euro hilft!

Reservisten unterstützen die Arbeit des Volksbundes

Die Unterstützung der Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und der örtlichen Gedenkveranstaltungen am Volkstrauertag sehen viele Reservisten als ihre persönliche moralische Verpflichtung an. Nach Abzug der Bundeswehr aus der Fläche sind die Kameradinnen und Kameraden der Reserve in vielen Ortschaften die verbleibenden Uniformträger, welche bei den örtlichen Gedenkveranstaltungen das Militär repräsentieren.

In diesem Jahr werden aufgrund der derzeitigen Corona-bedingten Einschränkungen Kranzniederlegungen nur in sehr kleinen Rahmen unter Beachtung der Hygienekonzepte möglich sein und meist in aller Stille erfolgen.

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