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Besuch der „RAG: Einsatz und Unterstützungszug“ im Gemeinschaftskernkraftwerk Grohnde




Die RAG Einsatz- und Unterstützungszug besuchte am 12. November 2011 im Rahmen einer DVag das Kernkraftwerk Grohnde. Im Rahmen der sehr interessanten Führung durch das Kraftwerk wurden die Teilnehmer u.a. informiert über Materialprüfungen, Kühlsystem, Kraftwerkstechnik sowie Brennelementwechsel und deren Lagerung zuerst im Abklingbecken und danach im kraftwerkseigenen Zwischenlager.

Der Vortrag durch Mitarbeiter der E.ON-Kernkaftwerks GmbH nahm Rücksicht auf die besondere Interessenlage der Kameraden. So wurde auch offen über mögliche Gefahrenabwehr durch Einwirkung von außen (EVA-Störfall),  Reaktion bei Störfällen durch natürliche Beeinträchtigung oder technische Mängel gesprochen. Strenge Sicherheitsvorkehrungen beim Betreten des Kraftwerkes sowie eine Vernebelungsanlage beeindruckten die Teilnehmer. Insbesondere die Vernebelungsanlage, die nach den Flugzeugangriffen auf die Twin-Towers in Amerika zur Sicherheitsvorschrift wurde, zog das Interesse der Reservisten auf sich.

Aber auch die vielen Messpunkte innerhalb des Kraftwerkes, die die verschiedenen radioaktiven Strahlungen permanent erfassen und Anstiege sofort erfassen sollen ließen viele Kameraden staunen. So berichtete der Führer unserer Besuchergruppe von einem Fall bei dem die Messstation am Eingang der Anlage alarmierte, da sich die betroffene Person kurz vorher einer radiologischen Herzuntersuchung unterzogen hatte. Die durch die medizinische Untersuchung im Körper verbliebene kurzlebige Rest-Strahlung durch Technetium wurde durch das Messgerät erkannt und gemeldet.

Weiterhin wurden die Teilnehmern auf die vierfach redundante Notstromversorgung des Kraftwerkes hingewiesen. Jedes einzelne Notstromaggregat ist in der Lage, das komplette Kraftwerk bei Ausfall des originären Stromnetzes mit Energie zu versorgen. Die Leistung allein eines dieser Aggregate entspricht der Gesamtleistung der in der Nachbarschaft befindlichen Bio-Energie-Kraftwerksanlage.

Für brisante Störfälle wird im Kraftwerk eine komplette zweite Not-Schaltwarte vorgehalten. Falls die eigentliche Schaltwarte z.B. durch eine Kabelbrand tatsächlich einmal versagen oder ausfallen sollte, können von hier Reaktor, Turbinen, Generator, Notstrom und insbesondere die Kühlung weiter bedient werden.

Ein Störfall, wie er sich im März nach einem Tsunami an der alten Kraftwerksanlage Fukushima 1 ereignete; es kam nach einem Erdbeben zu einer Überschwemmung mit einem Totalausfall der Kühlung, kann in Grohnde nicht passieren. Das Kraftwerk ist für Erdbeben der Stufe 9 ausgelegt und verfügt über mehrfach redundante Versorgungseinrichtungen für die Leitstelle, die Kühlkreisläufe, Notstromversorgung und Notkühleinrichtungen. Selbst das Brennelement-Zwischenlager ist ähnlich ausgestattet. Die Betonhüllen moderner deutscher Reaktorbehälter sind sogar auf den direkten Absturz eines Großraumflugzeuges ausgelegt.

Nach 2,5 h Vortrag und Führung durch die Anlage verließen die Teilnehmer das Kraftwerk mit der Erkenntnis, dass gerade eine Besichtigung vor Ort hilft, Vorbehalte abzubauen und vorhandene Fragen beantwortet zu bekommen.

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