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GORCH FOCK läuft aus Kiel aus

Quelle: © 2010 Bundeswehr / Thomas Lerdo/Außenstelle Kiel

  • Von Quelle: Bersenbrücker Kreisblatt v. 29.01.11, Autor Jürgen Ackmann (ins Internet gestellt Herbert Biecker)
  • 01.02.2011
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Christian Wahmhoff und seine Erlebnisse

 

Fürstenau. Argentinien ist weit. Dort liegt die „Gorch Fock“ bis auf Weiteres in einem Hafen vor Anker. Mit an Deck: Christian Wahmhoff aus Fürstenau auf der größten Reise seines Lebens. Nie wird der 20-Jährige die Tage des Triumphes vergessen, als die „Gorch Fock“ im Januar Kap Hoorn umrundete. Nie wird er aber auch wohl die Tage vergessen, als sich über das Schiff unwetterartig eine Diskussion über die Sitten an Bord entlud.

In Fürstenau verfolgt die Familie Wahmhoff derzeit alle Nachrichten über die „Gorch Fock“ und hält via Telefon sowie Internet Kontakt zu ihrem Sohn. Dem geht es gut. Das ist wohl die wichtigste Botschaft. Eigentlich wollte die Familie ihn zusammen mit vielen Freunden und Verwandten am 26. Juni feierlich in ihre Arme schließen. Dann wäre die „Gorch Fock“ nämlich zur Kieler Woche wieder in Deutschland eingetroffen. Doch daraus wird nun nichts.

Stattdessen sind die angeblichen und tatsächlichen Ereignisse an Bord in ganz Deutschland Thema. „Wir haben Christian gebeten, uns die Wahrheit zu sagen“, sagt Angela Wahmhoff. Und das habe er auch getan, ist sich die Mutter sicher.Und diese Wahrheit hat wenig mit dem zu tun, was im politischen Berlin diskutiert wird. Sicher. Es gehe streng auf dem Schulschiff zu. Jeder müsse ran, habe ihr Sohn berichtet. Aber ansonsten? Den Kapitän Norbert Schatz habe er als fürsorglich erlebt, als einen Mann, der sich nicht zu schade sei, mit der Mannschaft kräftig anzupacken. Ein Seemann durch und durch. Auch die Geschichten, dass Kadetten gezwungen worden seien, hoch in die Takelage zu klettern, seien ihr fremd. Ihr Sohn habe das Gegenteil berichtet, sagt Angela Wahmhoff. Als er sich einmal vor einer „Klettertour“ nicht gut gefühlt habe, sei er in keiner Weise bedrängt worden, dennoch aufzusteigen. Vielmehr habe der Kapitän, der seine Laufbahn 1976 bei der Marine begann, Verständnis gezeigt.

Als Norbert Schatz plötzlich von seinen Pflichten entbunden worden sei, sei ihr Sohn – ebenso wie andere – schockiert gewesen.
Sorgen macht sich die Familie dennoch. So weit weg ist Argentinien. Auch der Vater verfolgt die Ereignisse genau. Er ist einst selbst zur See gefahren – auf einem Schnellboot. Als er hörte, dass sein Sohn zur Marine wolle, habe er das Vorhaben nach einiger Überlegung befürwortet, sagt Angela Wahmhoff. Dass auf See manchmal rauere Sitten herrschen, habe er natürlich gewusst. So kam es also, dass sich Christian Wahmhoff nach dem Abitur am Gymnasium Leoninum in Handrup bei der Marine meldete und es nach einem Auswahlverfahren sogar bis auf das Schulschiff schaffte. „Mama. Setzt dich hin. Ich bin auf der Gorch Fock“, habe er zu ihr gesagt, erzählt Angela Wahmhoff. Sie setzte sich hin und verfolgte fortan die große Reise ihres Sohnes. Er, der noch im Jahr zuvor mit der katholischen Jugend Freizeiten für Kinder organisiert hatte. Er, der gerade im August 2010 in Stralsund vereidigt worden war und sich dann als Zeitsoldat verpflichtete. Er, der nun das wilde Kap Hoorn umrunden würde.

Wann Christian Wahmhoff genau zurückkehrt, weiß die Familie derzeit nicht genau. Es wird auf jeden Fall noch dauern. Bis dahin wird der Atlantik noch viele Wellen schlagen.

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