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Allgemein

Reservisten besuchten ehemalige Pulverfabrik

Dorfmark. Mitglieder der Reservistenkameradschaft (RK) Fallingbostel-Walsrode besuchten kürzlich die 12 Quadratkilometer große ehemalige Pulverfabrik Liebenau.

Liebenau

Besuch in Eibia II: Mitglieder der Reservistenkameradschaft Fallingbostel- Walsrode vor einem Bunker

Foto: Alfred Michaelis

Bildautor: Alfred Michaelis

Zuvor hatte RK-Mitglied Kurt Benien, Idsingen,die Verbindung zwischen der RK und der Dokumentationsstelle „Pulverfabrik Liebenau“ hergestellt. Historiker Martin Guse begrüßte die Anwesenden, wies auf die Gefahren beim Betreten der Anlage hin und klärte auf über die Geschichte der Pulverfabrik Liebenau.

Danach führte Martin Guse die Reservisten und zahlreiche andere Teilnehmer dieser Exkursion per PKW durch die weitläufige „Geisterstadt“ von EIBIA II mit ca. 400 Gebäuden.
EIBIA I Bomlitz und EIBIA II waren zusammen im Dritten Reich die größten Pulverhersteller für die Wehrmacht.
Detailliert berichtete der Historiker über die Entstehung sowie auch über die technische Ausrichtung des Werkes und zeigte an zwei begehbaren Bunkern auf in welchen Dimensionen gebaut wurde. Ein weiterer Punkt in der Führung war das Problem der Beschaffung von Arbeitskräften. „Je länger der Krieg dauerte, desto höher war der Bedarf an Arbeitern, einmal für die Errichtung der Anlage sowie auch für die Pulverproduktion.
Dienstverpflichtete und Zwangsarbeiter reichten schließlich nicht mehr aus, so dass auch Kriegsgefangene eingestellt wurden,“ hob Martin Guse hervor. Weiter führte der Historiker aus, dass im Laufe der Jahre 2000 Menschen wegen schlechter Behandlung, Krankheit und Mangelernährung verstorben sind.

Da die Gebäude der Pulverfabrik durch Kriegseinwirkung nicht zerstört wurden, konnten sie nach Ausbau der Fabrikationsanlagen aus Reparationsgründen wieder genutzt werden. So wurde EIBIA II, Liebenau, in der Nachkriegszeit von der englischen Armee, der holländischen Armee, von der Bundeswehr sowie auch von mehreren Firmen, die Sprengstoffe, Munition und Waffen produzierten, genutzt. 1994 stellte die letzte Firma ihre Produktion ein.

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