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erste Quartalsexkursion der RK Harsefeld bei der Festung „Grauerort“




v.l.n.r.: HG d.R. P. Thielen, H d.R. A. Quade, FKpt d.R. H.-G. Lerdo, FKpt d.R. J. Gaulke, OG d.R. H. Deden

Mit dem Besuch der Festung „Grauerort“ in Stade-Abbenfleth fand die erste Quartalsexkursion der RK Harsefeld in der Reihe „externe Veranstaltungen in 2019“ bei schönstem Sommerwetter statt. Zu dieser Veranstaltung wurden alle Kameraden der RK Harsefeld sowie der Leiter „RK Buxtehude“ durch den Leitenden frühzeitig und wenige Tage vor der Veranstaltung erneut schriftlich informiert, zur Teilnahme eingeladen. Trotz dieser mehrfachen Erinnerungen nahmen nur die o.a. Teilnehmer (RK
Harsefeld: 4 Kameraden; RK Buxtehude: 1 Kamerad) teil. Aus beruflichen Gründen wurde zusätzlich mündliche eine Absage ausgesprochen (RK Harsefeld).

Über den Besuch dieses, in Sachen „Marinefestungen an der Elbe“, sehr interessanten Objektes für das erste Quartal 2019 entschied der Vorstand der RK Harsefeld im Rahmen der Veranstaltungsplanung 2019 auf dem RK-Abend im Dezember 2018.
Aufgrund eigener Expertise und Kenntnisse erfolgte der Besuch dieser Marinefestung ohne anderweitige fachliche Unterstützungen. Das Thema dieser Exkursion hieß „Die Entwicklung der Marinefestungen an der Elbe, dargestellt an
der Festung Grauerort in Stade-Abbenfleth“.

Geschichtlicher Hintergrund der beiden Marinefestungen an der Elbe

In Anbetracht der seinerzeitigen Blockade der Elbmündung durch französische Schiffe während der napoleonischen Zeit entschied 1867 das Kriegsdepartement des Preußischen Kriegsministeriums zum Schutz der Elbemündung sowie der Elbe vor feindlichen Schiffen (hier der Hafen Hamburg) den Bau zweier Marinefestungen. Hierzu wurden die Orte Döse (Marineküstenartellerie-Festung „Fort Kugelbake“ zum Schutz der Elbmündung) jetzt Cuxhaven-Döse und Abbenfleth (Marineartellerie- Festung „Grauerort“ zum Schutz der Elbe, bzw. der Stadt Hamburg), jetzt Stade-Abbenfleth, als Standorte festgelegt.

 

Gemeinsamkeiten beider Festungen

Die Bauarbeiten beider Festungen begannen 1869 (Festung „Grauerort“) bzw. 1870 (Festung „Kugelbake“) und beide wurden schon kurz nach Baubeginn mit Kanonen im Kaliber 28cm ausgerüstet. Damit waren sie schon zu Beginn des Krieges 1870/71 bedingt einsatzbereit, wurden jedoch nie in Kampfhandlung mit feindlichen Schiffen verwickelt.

 

Die Festung „Grauerort“

Im Rahmen der marinegeschichtlichen Exkursionen wurde neben den schon oben geschilderten historischen Fakten, warum diese beiden Festungen Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet wurden, dieses historische Bauwerk selbst von uns in Form einer Besichtigung umfassend in Augenschein genommen. Interessant ist, dass dieses Fort seinerzeit keine eigene Küche hatte, die komplette Verpflegung der dort eigesetzten Soldaten täglich von der Garnison Stade dorthin gebracht wurde. Ein ebenfalls sehr beeindruckendes Bauwerk ist die in Fachwerk errichte Munitionsbrücke. Der Bedarf hieran entstand, als das Fort nach seiner Entwidmung, und bis zu seinem endgültigen „militärischen Ende“, nur noch als Munitionslager verwendet wurde. Transportiert wurde diese Munition, z.B. Seeminen, dann mittels der Minenbahn von dem Fort ausgehend zu dem übernehmenden Schiff, bzw. im Falle einer Entladung vom Schiff in das Fort.
Nach der Aufgabe der militärischen Nutzung verfiel das bis dahin unzerstörte Fort in einen länger andauernden „Dornröschenschlaf“, aus dem es seitens einiger Enthusiasten nach Jahren wieder geweckt wurde. Nach einer umfassenden Renovierung ist es jetzt ein lebendiges Teil der Geschichte, bzw. ein sehr begehrter Ort für Veranstaltungen vielerlei Art. Gesättigt mit historischen Eindrücken besuchten wir zum Einnehmen eines Mittagessens ein Restaurant und entschieden dort spontan, auf dem Rückweg noch das Freilichtmuseum „Bäuerliches Hauswesen Bliedersdorf“ zu besuchen.

 

Freilichtmuseum „Bäuerliches Hauswesen Bliedersdorf“

Dieses relativ unbekannte Kleinod bäuerlichen Anwesens wurde auf rein privater Iniative im Jahre 2000 gegründet, besteht derzeit aus acht unterschiedlichen Gebäuden, die dem Verein mehr oder weniger baufällig alle von ihren ehemaligen Besitzern gestiftet wurden. Die anschließende Demontagen, der Transporte das Lagern der Balken usw. sowie das spätere Wiedererrichten erfolgten dann ausschließlich seitens der Vereinsmitglieder in Eigenregie.
Da einer unserer Teilnehmer ebenfalls Mitglied dieses Vereins ist, öffnete er alle an sich verschlossenen Türen dieser Gebäude und so konnten wir sie alle auch von drinnen besuchen und besichtigen. Hieran anschließend schlossen umfassende Erklärungen der vielen, dort aufbewahrten bäuerlichen Artefakte ein. Gerade diese Gegenstände zogen uns in den Bann, denn sie zeigten uns einmal deutlich, wie anstrengend in früheren Zeiten die Landwirtschaft, bzw. auch in den jeweiligen Häuser
war. Zu diesem bäuerlichen Areal gehörte auch ein sogenannter „Bienenzaun“. Das ist ein windgeschütztes Regalgestell, indem sich auf, meistens zwei Etagen, diverse Bienenkörbe, genannt „Stülper“, befanden. Hier stehen sie aber nur als Dekoration, d.h. sie sind nicht beflogen, beinhalten keine Bienenvölker. Diese Art der ursprünglichen Imkerei wird heutzutage, das auch nur noch im Einzelfall, nur noch in der sogenannten „Heide-Imkerei“ betrieben und diese Betriebsweise unterscheidet sich von der heutigen Imkerei in Magazinen, oder den Längslagerbeuten (beides generell als „Beuten“ bezeichnet) massiv. Hier ist z.B. der größte Unterschied, dass die Honigernte in einem Stülper die Vernichtung aller innenliegenden Waben samt Brutnest nebst Honig zur Folge hat. Hierzu wird das Bienenvolk vorher auf einen neuen und somit leeren Stülper „abgetrommelt“. Anschließend wird der gesamte Wabenbestand dem jetzt bienenlosen Stülper entnommen und nach einer Sortierung in „Honig- und Brutwabe“ werden die Honigwaben der Honigpresse zugefügt. Durch das manuelle betätigen der vertikal tätigen Presse werden die Waben gequetscht, gedrückt, somit zerstört und der Honig fließt gesiebt (Rückhalt von Wachsreste) in ein Gefäß zur weiteren Aufbereitung und Verwendung ab. Das weiterhin vorhandene Wachs der jetzt leeren Honig- bzw. noch mit Larven usw. versehenen Brutwaben wird anschließend gemeinsam in einem Behälter mit heißem Wasser gekocht. Dabei
kommt es zu einer Trennung des reinen Bienenwachses von vorhandener Verunreinigung (Larven usw.), sodass das jetzt vorhandene reine Bienenwachs abgeschöpft und anderweitig selbst verwendet (z.B. für Kerzen), bzw. seinerzeit an die Kerzenmacher für das Herstellen kirchlicher Kerzen verkauft werden kann.

In der jetzigen Imkerei hingegen befinden sich innerhalb der Beuten pro Zarge 13-14 entnehmbare Holzrähmchen, die von den Bienen mit Waben ausgebaut werden, in den dann der Honig gelagert, bzw. sich das Brutnest befindet. Die Honigernte  geschieht hier durch das Entfernen und dem Ausschleudern der mit Honig gefüllten Waben (pro voll ausgebauter Wabe ca. 2,5kg Honig). Anschießend werden die jetzt honigleeren Waben dem Bienenvolk wieder zurück gegeben. Durch diese jetzige Betriebsweise entfällt das ehemalige Zerstören der gesamten Wabenstruktur. Geplant ist auf diesem Gelände auch das Zeigen einer „Kleinimkerei“, doch gibt es derzeit hierfür keinen Imker, der hier seine Beuten aufstellt, tätig wird.
Die neueste Errungenschaft ist der Wiederaufbau eines Kleinsägewerks mit einer jetzt wieder voll funktionsfähigen horizontalen Gattersäge der Firma „Maschinenfabrik für Säge- und Holzbearbeitungsmaschinen Gebr. Wehrhahn Delmenhorst“. Diese „Hochleistungs- Horizontalgattersäge“ Typ "Roland" wurde 1926 hergestellt und soll jetzt u.a. verwendet werden, wenn im Rahmen der anfallenden Renovierungen Bäume zu Balken bzw. Bretter zersägt werden müssen. Ungeplanter Höhepunkt dieses Tages war dann der Besuch eines kpl. renovierten, alten Mercedes Pritschen-LKW aus den „50zigern“! Während unserer Anwesenheit wurden von ihm zum Führen des Sägegutes auf einem Gatterwagen für die Gattersäge zwei Eisenbahnschienen angeliefert, das natürlich unsererseits zu einem umfassenden technischen Austausch mit dem Besitzer dieses historischen Fahrzeugs führte.

Nach diesem ungeplanten Besuch setzten wir unsere Heimreise fort und trafen gegen 16:00 wieder in
Harsefeld ein.

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