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Foto: E. Schröder, Niederelbe Zeitung

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  • Von Reservistenverband / E. Schröder, Niederelbe Zeitung
  • 15.06.2020
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Der Ehrenhain in der Wingst ist eine „Mahnung zum Frieden“: Die örtliche Reservistenkameradschaft kümmert sich seit vielen Jahren um die Anlage und startet eine mehrjährige Sanierung und Neugestaltung.

Es herrscht eine beeindruckende Stille in Wingst-Ellerbruch. Zwar führt direkt eine Straße an dem Ehrenhain vorbei, doch das nimmt man kaum wahr, wenn man sich auf dem Weg rund um die Rasenfläche befindet. Entlang des Weges liegen vor großen Rhododendronbüschen und einer flachen Felsmauer 95 Gedenksteine, die an die gefallenen oder vermissten Bürger des 1. Weltkrieges erinnern. Für jeden Einzelnen wurde bei der Anlage der Gedenkstätte eine Eiche gepflanzt – daher auch der Begriff „Ehrenhain“. Im nordöstlichen Bereich erinnern zudem neun beschriftete Steintafeln eines Ehrenmals an die gefallenen Wingster, aber auch Schicksale der Vertriebenen und Flüchtlinge, die sich im 2. Weltkrieg in der Wingst niedergelassen haben.

Rolf Lewerenz ist Vorsitzender der Reservistenkameradschaft Wingst und kennt praktisch jeden Quadratmeter des Geländes. Gemeinsam mit seinen Mitstreitern und dem Ideengeber Albert Schildt hatte er vor rund 15 Jahren die Initiative ergriffen und angekündigt, sich um die Neuanlage und Pflege des Ehrenhains zu kümmern.

Auf was sich die ehrenamtlich tätigen Mitglieder gemeinsam mit anderen Wingster Bürgern und Vereinen, die auch anpackten, da eingelassen hatten, wurde erst 2013 bei der Einweihung der sanierten Anlage deutlich: 3600 Arbeitsstunden hatten sie absolviert.

Lewerenz: „Das war eine Menge Arbeit, aber es hat sich gelohnt“, sagt er im Rückblick. Ohne zupackende Hände, aber auch ohne Sponsoren, die Material und Geld zur Verfügung stellten, wäre das Projekt gar nicht realisierbar gewesen. Immer wieder fällt dabei auch der Name des im vergangenen Jahr verstorbenen Ehrenlandrates und Schirmherrn Martin Döscher, der hinter den Kulissen wirkte und durch seine Kontakte das ehrgeizige Vorhaben unterstützte.

Ellbruch ist auch die letzte Ruhrstätte für 53 Soldaten

Die Wingster Gedenkstätte wurde nahezu komplett saniert. Gehölzarbeiten waren ebenso notwendig wie die Neugestaltung des Eingangsbereiches, die Erneuerung der langen Steinmauer, die Neuanlage des Weges und auch die farbliche Gestaltung der teils stark verwitterten Inschriften der Gedenksteine im vorderen Bereich der Anlage. Die übrigens in zwei Areale aufgeteilt ist. Durch eine kleine Metallpforte gelangt man im rückwärtigen Teil in einem Bereich in dem 53 Menschen ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Auf 22 Bodenplatten entdeckt man dort die Namen von Wehrmachtsangehörigen, die am 27. Mai 1945- also nach Endes des 2. Weltkrieges- beim Räumen eines Munitionslagers auf dem Gelände der Hemmoorer Zementfabrik durch eine Explosion ums Leben kamen. Außerdem sind dort 31 weitere Soldaten bestattet worden. Auch an sie wird mit Namen sowie Geburts- und Todesdatum erinnert oder die Steine tragen die Inschrift „Unbekannter Soldat“.

Patrick Pawlowski ist Wingster Bürgermeister und froh, dass sich die Reservistenkameradschaft mit Unterstützung der Gemeinde immer noch engagiert, wenn es um die Gestaltung des Ehrenhains geht. Denn schließlich sei diese Gedenkstätte ein Ort, an dem man sich klar werde, wie viel Leid Kriege anrichten und wie wichtig es sei, daranzusetzen, den Frieden zu sichern.

Im September 2021 soll an die Einrichtung vor 100 Jahren erinnert werden.

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