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RK Harsefeld zu Besuch beim Schifffahrtsmuseum Bremerhaven




U-2540 (Klasse XXI), ex „U-WILHELM BAUER“

Bild: Joachim Gaulke

U-2540, die Besichtigung beginnt

Bild: Joachim Gaulke

U-2540, der Dieselmaschinenraum

Bild: Joachim Gaulke

U-2540, im Einstiegsbereich des Turms

Bild: Joachim Gaulke

Das Walfangschiff „RAU IX“ (am Bug ist die Harpune erkennbar)

Bild: Joachim Gaulke

Bremer Kogge von 1380, Planken-/Spantbefestigung. Eisennägel und -bolzen rosten, Holz-nägel aber nicht.

Bild: Joachim Gaulke

Bremer Kogge von 1380, Backbordseite

Bild: Joachim Gaulke

Mit dem Besuch dieses eigentlich beeindruckenden Schifffahrtsmuseum sollte der Bogen dieser sowohl für die Handels- und Marinegeschichte wichtigen Exponate zu den bisher schon durchgeführten Exkursionen der RK Harsefeld (Besuch des Marinemuseums Wilhelmshaven, U-Bootbunker „VALENTIN“, Internationale Marine Museum „IMM“ Hamburg) geschlagen werden. Leider wurde unser Besuch diesem Ansinnen aber nur teilweise gerecht, da sich das Museum gerade in einem umfassenden Umbau befindet und ein großer Teil der dortigen Artefakte aus diesem Grund, d. h. bis zu Wiedereröffnung, nicht mehr zur Verfügung steht/vorhanden ist.

Eine weitere Einschränkung des Außenbereichs (hier z.B. die Besichtigung des Walfangschiffes „RAU „IX“, des Hochseeschleppers „SEEFALKE“) ergab sich aufgrund der Bergungsarbeiten der wenige Tage zuvor gesunkenen hölzernen Bark „SEUTE DEERN“, die wegen ihrer aktuellen Situation/des Überwasserhaltens mittels div. Hochleistungspumpen natürlich auch nicht besichtigt werden konnte.
Frei zugänglich waren folgende Bereiche:
• Der Außenbereich dieses Museums, unter Berücksichtigung der bergungstechnisch bedingten Sperrungen
• U-Boot „U 2540“, Typ XXI (ehemals Versuchsträger „U-Wilhelm Bauer“)
• Die „Koggenhalle“
• Die Sonderausstellung „NORDPOLARSTERN“

U-2540, ein Boot der Klasse XXI

Die U-Boote der Klasse XXI waren die ersten Boote dieser Gattung, die wirklich als das bezeichnet werden konnten, wie sie benannt wurden. Nämlich U-Boote. Alle vorherigen „U-Boote“ (z.B. die Klasse „7C“. „U-995“ befindet sich hiervon als letztes Boot dieser Klasse in Deutschland als Museum vor dem Ehrenmal in Laboe).
Diese Klasse XXI war aufgrund seines absolut strömungsoptimierten Rumpfes (es fehlten, bis auf zwei in dem Turm eingebaute Geschütze) jegliche außenliegende Widerstände (z.B. frei stehende Geschütze, die neben den sich bei der Unterwasserfahrt gebenden, wirbelbedingte Geräusche auch einen erhebliche Wasser-Wiederstand erzeugten und somit einen spürbaren Geschwindigkeitsverlust bedeuteten. Aus diesem Grund waren alle „U-Boote“ zuvor (z.B. Klasse „7C“: 7Kts, Klasse XXI: 17,2Kts) unter Wasser wesentlich langsamer, als bei der Überwasserfahrt.
Ein weiter Vorteil dieser neuen Klasse war die sehr viel längere Tauchzeit und mit max 330m auch Tauchtiefe gegenüber den bis dahin herkömmlichen Typen. Dieses war ins besonders im Falle eines angriffsbedingten Rückzuges wichtig, denn es erhöhte die erfolgreiche Flucht vor den feindlichen Kriegs-/Begleitschiffen signifikant.
Mit diesem neuen U-Boot Typ wurde in Deutschland erstmalig die dislozierte Sektionsfertigung einge-führt, die ihren Höhepunkt in der Montage-Endlinie des von der RK Harsefeld schon besichtigten U-Bootbunker VALENTIN (Bremen Farge) erreichte.

U-2540, im Einstiegsbereich des Turms

Kurzgeschichte von „U-2540“

• Versenkt 1945 (Operation „Regenbogen“) in der Flensburger Förde
• Gehoben 1957
• Unter dem Namen „U-Wilhelm Bauer“ 1960 als Versuchsträger wieder in Dienst gestellt
Hinweis: Aufgrund alliierter Vorgaben durfte Deutschland nach erfolgter Wiederbewaffnung ausschließlich U-Boote entwickeln, bauen, in Betrieb nehmen und besitzen, die eine Verdrängung unter Wasser von maximal 500 Tonnen (Klasse XXI: 1.819 t) besaßen. Diese Größenbegrenzung wurde seit der Wiedervereinigung nur geringfügig heraufgesetzt, ist quasi bis jetzt weiterhin gültig.
Als Antriebe sind weiterhin ausschließlich konventionelle, d.h. keinerlei Atomantriebe zugelassen.
• Außerdienststellung 1980, Rückbau auf den ursprünglichen Bauzustand von 1945
• Ab 1983 Verwendung als Museumsschiff

Die „Bremer Kogge“

Aufgrund vorgenommener Hafenerweiterungsaktivitäten in Bremen wurden 1962 bei Baggerarbeiten in der Weser die hölzernen Reste eines Schiffes entdeckt, die herbei gerufenen Archäologen als „Kogge“ identifizierten. Aufgrund schwieriger Bergungsbedingungen wurde das Abbergen und Sichern der letzten Hölzer usw. erst 1965 abgeschlossen.
Ein großes Problem war die dauerhafte Konservierung der fast 2.000 gefundenen hölzernen Artefakte, denn eine Lagerung ohne eine zuvor durchgeführte, dauerhafte Konservierung hat in Folge des Trocknungsprozesses das Zerstören dieser archäologisch wertvollen Teile durch das Schrumpfen dieser Hölzer zur Folge.
Mittels der Dendrochronologie wurde das Alter der verwendeten Hölzer bestimmt/festgestellt. Es ist von 1380.
Um diese zu unterbinden wurde die Kogge nach ihrem Zusammenbau in ein Bassin mit Polyethylenglykol („Zucker“) versenkt. Dieser Chemikalie dringt im Laufe der Zeit in die Zellen des Holzes ein, stabilisiert sie dauerhaft und vermeidet das spätere Zerstören der Hölzer durch das Austrocknen.

Bremer Kogge von 1380, Backbordseite

Ohne jetzt weiter auf dieses Original einzugehen, folgendes:

Bis zu diesem Fund gab es von den „Koggen“ nur Kenntnis aufgrund vorhandener Stadtsiegel. D.h. das Aussehen selbst eines Originals war bis dahin unbekannt, wie auch deren Segeleigenschaften. Zwischenzeitlich wurden einige dieser Koggen nachgebaut, die u.a. auch regelmäßig an großen Segelveranstaltungen (z.B. Kieler Woche, Hamburger Hafengeburtstag usw.) teilnehmen. Im Rahmen dieser Nachbauten wurden auch die Segeleigenschaften dieses Schiffstyps umfassend getestet (angewandte Archäologie) und diese als „sehr gut“ bezeichnet. Dass diese Schiffe hochseetauglich waren wurde durch den Fund der „Poeler Kogge“ nachgewiesen, denn durch eine unterwasserarchäologische Ausgrabung wurde ihre Fracht tlw. geborgen, analysiert und damit konnte ihre Route rekonstruiert werden. Es wurde beispielsweise gefunden: aus Schweden (Hering), Norwegen (Stockfisch), Is-land (Schwefel, Speckstein). Um sich vor Überfällen zu schützen, waren diese Schiffe aufgrund ihrer seinerzeit wertvollen Ladung zum Eigenschutz mit kleinen Kanonen bewaffnet, sodass mit diesem Schiffstyp erstmalig die Basis der noch heute gültigen Zweiteilung in Handels- und Kriegsschiffe gelegt wird.

Sonderausstellung „POLARSTERN“

Diese Ausstellung befasste sich mit der jetzt begonnenen dreijährigen Eisfahrt des Deutschen Polarforschungsschiffes „POLARSTERN“ des „Alfred Wegener Institut“ (AWI).
Mittels diverser, sehr umfangreicher 3D Animationen (diese waren in der Ausstellungshalle an div. Stationen vorhanden) erhielt die „Betrachter“ nach dem Aufsetzten der 3D-Brille, dem anschließenden Aktivieren der jeweiligen Ausstellungssequenz einen sehr interessanten 360 Blick in diese jeweilig dargestellten Stationen. So hatte der Betrachter jedesmal das Gefühl, sich dort an Bord zu befinden, an den Experimenten usw. aktiv beteiligt zu sein. Sehr beeindruckend war hier die Animation der Brückenaktivitäten der Nautiker. Durch die 3D-Brille wurde der Seegang nach kurzer direkt miterlebt und es dauerte (zumindest bei mir) nicht lange und ich ging mit meinem Körper diesen Seegang mit. Herrlich!
Mit dem Ende dieser Sonderausstellung besichtigen wir alle derzeit besuchbaren Stationen / Abteilungen, sodass diese Exkursion in einem sich in der Nähe befindlichen Fischrestaurant abgeschlossen und anschießend die gemeinsame Heimreise nach Harsefeld stattfand.

Das Walfangschiff „RAU IX“ (am Bug ist die Harpune erkennbar)

 

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