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Bericht über die Sicherheitspolitische Informationsfahrt nach Straßburg vom 02.10. – 06.10.2019




Bildautor: Alfred Wenning

Bericht über die Sicherheitspolitische Informationsfahrt nach Straßburg vom 02.10. – 06.10.2019

Schwerpunkte dieser Reise waren der Besuch des Eurokorps und eine Führung im Europa-Parlament in Straßburg. Ein Besuch des Hartmannswillerkopf im Elsass, und der Festung Schoenenbourg an der Maginotlinie, des MM-Park France und des Technikmuseum in Speyer, rundeten die diesjährige Info-Fahrt ab. Unter der Leitung des stellvertretenden Kreisvorsitzenden Alfred Rademaker machten sich die 28 Teilnehmer  am Mittwoch um 06:00 Uhr auf die Reise nach Frankreich und erreichten um 15:00 Uhr das „Quartier Lize“ beim Eurokorps in Straßburg. „Ein Treffen in Frankreich im Interesse Europas“  Das Eurokorps stellt einen bedeutenden Schritt auf dem Weg der Gemeinsamen Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik dar. Es steht der EU und der Nato als schneller Eingreifverbund für Krisenfälle zur Verfügung. Nach dem beziehen der Unterkunft beim Eurokorps war dann noch genügend Zeit für einen Bummel durch die wunderschöne Stadt Straßburg mit dem Dom und der einzigartigen Altstadt.

Um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Straßburg kennenzulernen, begann der Donnerstag mit einer geführten Stadtrundfahrt durch Straßburg und einer Führung durch das wunderschöne Altstadtviertel „Petit France“, das sogenannte Gerberviertel.

Der Nachmittag stand dann im Rahmen der großen Europäischen Politik und der Möglichkeit das eindrucksvolle Glasgebäude des Europaparlaments zu erkunden. Die Führung umfasste unter anderem auch ein einstündiges Informationsgespräch und ein Besuch auf der Besuchertribüne des Plenarsaals. Hier arbeiten die 751 Europaabgeordneten alle zusammen. Während der Plenartagungen finden hier die größten und wichtigsten Debatten des Parlaments statt. Das ist der Ort vieler historischer Abstimmungen und das Parlament hat hier bereits zahlreiche Staats- und Regierungschefs sowie andere bekannte Persönlichkeiten empfangen.

Ein Besuch der Elsass-Mosel-Gedenkstätte in Schirmeck gab zum Abschluss des Tages Gelegenheit, sich umfassend über die jüngste Geschichte der Region zu informieren. Vom Leben an der Maginot-Linie und den Zerstörungen infolge des Zweiten Weltkriegs bis hin zur deutsch-französischen Aussöhnung und zum Wiederaufbau Europas. In der Zeit von 1870 bis 1945 änderte sich die Staatsangehörigkeit der Elsässer und Moselaner (der ursprünglichen Bewohner der Region) vier mal, da die Grenzregion infolge der deutsch französischen Rivalität zu einem umkämpften Gebiet geworden war. Der Besuch der Elsass-Mosel-Gedenkstätte  ergänzte den Besuch im Europäischen Parlament in idealer Weise.

Hartmannswillerkopf – Elsass

Der Freitag stand ganz im Zeichen einer der größten Schauplätze der Gebirgsschlachten in Frankreich während des ersten Weltkriegs. Es gilt zu erinnern, dass das Elsass im ersten Weltkrieg Reichsland war, zu dem es nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870-71 geworden war. Im Rahmen einer dreistündigen Führung  durch zum Teil unwegsames Gelände können wir nun etwas davon erahnen  was sich hier in den Jahren 1914 – 1918 abgespielt hat. Soldaten aller Armeen: Infanterie, Gebirgsjäger, Pioniere, Landwehr, Territorial- und Sonderdienst-Truppen beider Nationalitäten begegnen sich, leben, leiden und sterben hier auf den Höhen und in den Wäldern der Vogesen. Das Schlachtfeld auf dem Hartmannswillerkopf liegt auf einem pyramidenförmigen Felsvorsprung, der in 956 Metern Höhe die Elsässische Ebene überragt. Dieser für Artillerieangriffe strategische Beobachtungsposten wurde auf beiden Seiten schnell zum erbittert umkämpften Machtzentrum. 60.000 französische und deutsche Soldaten kamen hier ums Leben, rund 100.000 wurden verletzt. Der Ort wurde 1921 – als einer der ersten in ganz Frankreich – unter Denkmalschutz gestellt. Heute sind auf dem Schlachtfeld noch ca. 6000 Unterstände und 90 Kilometer Schützengräben erhalten, die man heute noch teilweise auf den angelegten Wegen besichtigen kann. Heute hat die Vegetation das Schlachtfeld zurückerobert. In seinem Untergrund ruhen unzählige unbekannte französische und deutsche Soldaten. – EIN MUSEUM UND FRIDHOF ÜBER DEN ERSTEN WETKRIEG UNTER FREIEM HIMMEL – .

Museumsbunker Festung Schoenenbourg – Maginot-Linie

Die letzte große Landbefestigung Frankreichs

„Ausdruck von Frankreichs Angst vor dem Erzfeind Deutschland“

Das 30 Meter unter der Erde liegende Fort Schoenenbourg ist das bedeutendste Werk in der Elsassebene. Es war für 650 Männer bestimmt. Über 3000 Bomben und Granaten schlugen im Fort Schoenenbourg  ein. Trotz aller Einschläge nahm die Festung kaum Schaden. Keine der Waffen wurde beschädigt und die Verteidiger erwiderten das Feuer. Bis zum Waffenstillstand blieb die Abwehr erfolgreich. Erst sechs Tage später, auf schriftlichen Befehl des französischen Oberkommandos, wurde die Festung geräumt.

Eine schmale unauffällige Straße führt uns am Samstag zu der Bunkeranlage. Diese liegt gut im Wald versteckt. Der Zugang erfolgt über den früheren Munitionseingang, einem Koloss aus Stahl und Beton. In einer 3 Stunden dauernden  Führung  galt es für unsere Gruppe diesen Bunker einmal etwas genauer zu betrachten. Der gesamte Rundgang ist etwa 4 Kilometer lang. Im Inneren geht es entweder zu Fuß über die Treppe oder mit dem Aufzug hinab in die Bunkeranlage. Unten angekommen, – hier sind es ganzjährig nur 12 Grad – wird man von langen Gängen, dem typischen Geruch alter Bunkeranlagen und dem Brummen der Lüftung empfangen. Wir waren sofort im Bann der unterirdischen Anlage. Als erstes erreicht man die Küche und Vorratsräume. Riesige Töpfe, eine überdimensionale Kaffeemaschine und andere Küchengerätschaften geben erste Eindrücke in das Alltagsleben in dieser Anlage. Gut ausgestattete  Vorratsräume und auch ein Weinlager dürfen natürlich nicht fehlen. Danach führte uns der Weg weiter zum E-Werk. Der Bunker war so konzipiert, dass er normalerweise von außen mit Strom versorgt wurde. Im Falle eines Stromausfalls standen vier große Dieselgeneratoren zur Verfügung. Auch die riesigen Luftfilteranlagen haben uns beeindruckt und zugleich ein bedrückendes Gefühl hinterlassen. Weiter geht es zu den Mannschaftsunterkünften. Anschaulich wird über das Leben der über 600 Mann starken Besatzung berichtet. Neben den Schlafräumen gibt es auch eine Gefängniszelle und Dekontaminationsduschen zu besichtigen. Ein Stück weiter befindet sich die Krankenstation. Neben einem Krankenzimmer ist dort auch der Not-OP-Raum und die Apotheke anschaulich rekonstruiert.

Um zu der Kommandozentrale und zu den Kampfanlagen zu gelangen, muss man einen etwa 800 Meter langen Tunnel folgen. Der Versorgungstunnel ist deutlich größer als die bisherigen Gänge. Hier gibt es auch die Schmalspurbahn, mit der Munition, Material und Gerät zu den Kampfanlagen transportiert wurde. Bei schummrigem Licht geht es immer weiter gerade aus. Diese Monotonie wird ab und zu durch Informationen zu wichtigen baulichen Begebenheiten unterbrochen. So erfährt man zum Beispiel, dass an manchen Stellen Erdöl von außen durch das Mauerwerk eindringt. Oder dass es einen Notausstieg gab. Auf etwa halber Strecke erreicht man die Kommandozentrale. Dort erwarten uns die Räume der Befehlshabenden mit Telefonanlagen und riesigen Wandkarten. Schließlich führt der Versorgungstunnel weiter zu den Verteidigungsanlagen. Der Rundweg verläuft an allen 5 Kampfblöcken entlang. Besonders beeindruckend ist der Geschützturm in Block drei. Dort erhält man einen guten Eindruck darüber wie diese Gefechtsposten organisiert waren. Außerdem wird gut veranschaulicht wie durch einen Hebelarm der mächtigen Panzerturm auf- und abgesenkt werden konnte.

Der Rückweg führte wieder durch den langen Versorgungstunnel zurück zu dem Aufzug bzw. den Treppen, über die man den Bunker auch betritt. Abschließend können wir sagen, dass sich der Besuch der Bunkeranlage Schoenenbourg für uns auf alle Fälle gelohnt hat. Das Feeling war sehr beeindruckend und das Museum sehr interessant und weitläufig. Nachdenklich und mit viel Gesprächsstoff  versehen konnten wir nun zu einem weiteren Höhepunkt des Tages starten.

„Musee Militaire Park France“ in La Wantzenau/Alsace

Militärhistorische Museen stehen bei uns in Deutschland seltener im öffentlichen Interesse. Dabei kann ein Besuch solcher Museen durchaus zur Erkenntnis beitragen, was kriegerische Auseinandersetzungen bedeuten und zeigen was für Waffen und Geräte der Mensch entwickelt hat, sei es zum eigenen Schutz oder zur Unterwerfung anderer. Seit dem 1. März 2017 hat ein solches Museum, 12 Kilometer nördlich von Straßburg, seine Pforten für Besucher geöffnet. Mit einer umfangreichen militärhistorischen Sammlung auf 7.000 Quadratmetern ist es eines der größten Militärmuseen Europas. Das Museum verfügt über mehr als 120 Fahrzeuge und Geräte, einen rekonstruierten U-Boot-Turm und ein Flugbetriebsboot der Luftwaffe des Dritten Reichs von 20 Metern Länge, das im Becken der Basis der Kriegsmarine (Nachbau) besichtigt werden kann. Im Obergeschoss kamen alle Freunde von Handfeuerwaffen voll auf ihre Kosten. Eine Sammlung aus ca. 500 Exemplaren aus allen möglichen Ländern ließ die Herzen der Waffenfreunde höher schlagen. Auch eine ebenso große Uniformausstellung ließ nichts zu wünschen übrig.

Nach diesem ereignisreichen Tag, gespickt mit vielen nachhaltigen Eindrücken, fuhren wir zum letzten Mal in unsere Quartiere um uns für die Abreise am Sonntag vorzubereiten. Ein paar ereignisreiche, spannende und durchaus informative Tage gingen allmählich zu Ende. Nach einem deftigen Frühstück in Kehl ging es dann am Sonntag auf die Heimreise. Einen Besuch des Technikmuseum in Speyer war jedoch noch eingeplant. Hier, wo eine Sensation die andere jagt, von Technik unter Wasser, bis ins Weltall. gingen die vier Stunden viel zu schnell vorbei, die hierfür vorgesehen waren. Um 13 Uhr ging es dann endgültig auf die Heimreise. Müde und vollgestopft mit Eindrücken und Informationen trafen wir um 19 Uhr wohlbehalten in Schüttorf ein. Hier endete unsere diesjährige SiPol-Fahrt.

Bericht: Alfred Rademaker
Foto: Alfred Wenning

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