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Militärhistorische Informationsfahrt nach Polen




Militärhistorische Informationsfahrt nach Polen

Im Rahmen einer einwöchigen Besichtigungstour informierten sich Reservisten des Führungsteams für die Kriegsgräberpflege im Kaliningrader Oblast, das aus Mitgliedern verschiedener Reservistenkameradschaften in der Kreisgruppe Emsland / Grafschaft Bentheim besteht, über viele militärhistorische Ereignisse vergangener Zeiten. Besucht wurde u.a. die Domburg in Frauenburg (heute Frombork), die Ordensburg in Marienburg (heute Malbrok) und die Stadt Danzig (heute Gdansk).

Auf der Fahrt in das ehemalige Ostpreußen nahmen die Reservisten in Seelow (Brandenburg) Informationen zur größten Schlacht des Zweiten Weltkrieges auf deutschem Boden auf. Im Frühjahr 1945 standen sich im Rahmen der letzten sowjetischen Großoffensive im Kampf um Berlin auf dem Höhenzug im Oderbruch hunderttausende Soldaten, 14 000 Geschütze, 5 000 gepanzerte Fahrzeuge und die gleiche Anzahl an Flugzeugen gegen-über. Ziel der sowjetischen Truppen war es, den deutschen Widerstand endgültig zu brechen, den Krieg in Berlin zu beenden. Bei den Kämpfen um die Brückenköpfe und bei der „Schlacht um die Seelower Höhen“ starben auf beiden Seiten ab 16.04.1945 mehr als 100.000 Soldaten. Aber auch tausende deutscher Zivilisten wurden im Rahmen der Kampfhandlungen getötet. Noch heute werden am Ort des Geschehens immer wieder Gebeine gefallener Soldaten entdeckt, jährlich werden etwa 100 Kriegstote umgebettet. Weitere 480.000 Soldaten wurden verwundet. Eine sehenswerte Gedenkstätte mit Museum erinnert an die Ereignisse im Oderbruch.

Beeindruckend für die Reservisten präsentierte sich in Frombork die dortige mit einer festen Wehrmauer versehene Kathedrale Mariä Himmelfahrt, Sitz des Erzbischofs von Ermland. Die am Frischen Haff auf einem Dünenberg von 1329 bis 1388 errichtete Domburg ist als 99 m lange Hallenkirche im weitgehend ursprünglichen Zustand erhalten. In ihr ist der Astronom und Domherr Nikolaus Kopernikus begraben.

Mit dem Besuch der größten Backsteinburg der Welt in Malbork besuchten die Reservisten neben Frombork eine weitere Festung des Deutschen Ordens. Mit dem Bau der östlich an der Nogat gelegenen Festung wurde im Jahr 1270 begonnen. Sie war ab 1309 der Hauptsitz der deutschen Ordens-ritter. Die Burg fiel 1457 an Polen und diente bis zur ersten Teilung Polens von 1772 als Residenz der polnischen Könige. Im zweiten Weltkrieg diente dir Burg als militärische Festung und wurde stark zerstört. Ab Ende der 1950 er Jahren erfolgte eine fachgerechte Restauration und ein Wiederaufbau, 1997 wurde sie ins UNESCO-Welterbe aufgenommen.

Mit dem Beschuss eines Munitionslagers auf der Westerplatte In Danzig, dem heutigen Gdansk, durch das deutsche Schulschiff Schleswig-Holstein begann am frühen Morgen des 01. September 1939 der Zweite Weltkrieg. Ausführlich ließen sich die Reservisten über den Hergang des damaligen Geschehens auf der Halbinsel am Hafenrand von Danzig informieren.

Im Museum Zweiter Weltkrieg konnten sich die Reservisten mit verschiedenen Aspekten der Umwälzungen in Europa im 20. Jahrhundert, den Ursachen der Weltkriege, Beginn und Verlauf der Weltkriege, den Terror und Alltag in der Kriegszeit, dem Holocaust, erfolgten ethnischen Säuberungen, militärischen Widerstand u.a. befassen. Beeindruckt von den Ereignissen, den Exponaten der Ausstellung, den Schilderungen von Zeitzeugen rundete eine gut geführte Stadtbesichtigung der im Zweiten Weltkrieg stark zerstörten und wiederaufgebauten Altstadt den Besuch der alten Hansestadt ab.

Zum Ausflugsprogramm gehörte auch eine interessante Schifffahrt auf dem Oberländer Kanal (Elbinger Kanal) bei der auf relativ kurzer Distanz ein Höhenunterschied von ca. 100 m überwunden wird. Der Wasser- und Schienenweg führt durch ein wirkliches Naturparadies mit vielen Biotopen, Wiesen und Feldern, an denen Schwäne, Enten, Kormorane und viele andere Tierarten beheimatet sind. Das Schiff wird über sogenannte Rollberge über das Land gezogen, was ein einzigartiger Eindruck macht. Die Konstruktion des Werkes ist zweifelsohne die technische Meisterleistung.

Verfasser: Georg Schroer, RK Meppen

 

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