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Leuchtturmveranstaltung ‚Retten und Bergen‘ 2014




Vom 25. Juli bis 27. Juli fand im Steinbruch NÜXEI, südlich von Osterhagen, die Leuchtturmveranstaltung ‚Retten und Bergen‚ 2014 statt.
Bilder gibt es hier : bitte anklicken

Nachfolgend der ausführliche Textbeitrag von Alfred Claußen, der als Landespressebeauftrager , aus dem Saterland  angereist war.
Nochmals vielen Dank für die Zusammenarbeit.

GÖTTINGEN  / BAD LAUTERBERG – Reges Treiben herrschte an den Wochenendtagen 25. – 27. Juli 2014 im sonst allgemein ruhigen Steinbruch Nüxei bei Osterhagen. Das Landeskommando Niedersachsen der Bundeswehr führte mit Unterstützung der Reservistenkameradschaft (RK) Barbis und den Hilfsorganisationen des Katastrophenschutzes eine Ausbildungsveranstaltung durch, bei der das Retten und Bergen von verletzten Personen geübt wurde. Hierzu waren in dem sonst nicht zugänglichen Steinbruch unter der Leitung von Stabsfeldwebel d.R. Uwe Roloff am Samstag mehrere
Ausbildungsstationen für die knapp über dreißig teilnehmenden Reservisten aufgebaut worden.

Bereits am Vortag wurde ein Zeltlager einschließlich sanitärer Anlagen für die angereisten Teilnehmer errichtet. Den Reservisten wurde ein interessantes Ausbildungsprogramm geboten:
Mit Hilfe der Bergwacht des DRK, welche mit sechs Personen, einem Spürhund und einem Gerätefahrzeug aus St. Andreasberg angereist waren, wurde den Teilnehmern an der Ausbildungsstation „Höhenrettung“ zunächst einige Grundlagen der Höhenrettung und die zugehörige Ausrüstung erklärt. Danach absolvierten alle das Abseilen an einem ca. zehn Meter hohen Steilhang. Grundlagen zur Erstversorgung von Verletzten vermittelten drei Angehörige der Johanniter Unfallhilfe an der Ausbildungsstation „Erste Hilfe“.

Das Technische Hilfswerk (THW), Ortsverband Bad Lauterberg, war mit einem Einsatzfahrzeug und 5 Personen angerückt, um im unwegsamen Gelände die Ausbildungsstation „Suchen und Retten“ zu betreuen. Hier wurde das Suchen, Retten und Bergen einer verletzten Person geübt. Zum Bergen des Verletzten mussten jeweils durch das „Bergeteam“ Schleiftrage und Leiter eingesetzt werden.

Stabsfeldwebel Henning Borchers übte mit den Teilnehmern an der Ausbildungsstation „ABCGrundlagen“ das korrekte An- und Ablegen der ABC-Schutzausstattung einschließlich ABC-Maske und Schutzanzug Overgarment in den einzelnen BAS-Sufen (BAS = Bedrohungs- und auftragsangepasste Schutzzustände).

Der 3. Zug der Umweltfeuerwehr des Landkreises Northeim unter der Leitung von Gary Scheele kam mit insgesamt 24 Feuerwehrleuten und sieben Fahrzeugen, um einen Dekontaminationsplatz aufzubauen und im Betrieb zu präsentieren. Von einigen Oldtimerfahrzeugfreunden wurde dabei der bestens gepflegte MAN aus dem Jahre 1978 besonders bewundert.

Eine solch umfangreiche Veranstaltung erfordert selbstverständlich eine intensive Vorplanung. Stabsfeldwebel d.R. Uwe Roloff, Vorsitzender der RK Barbis, Leutnant d.R. Björn Römermann, Organisationsleiter der Kreisgeschäftsstelle Göttingen des Reservistenverbandes, Stabsfeldwebel Henning Borchers, Feldwebel für Reservisten beim Landeskommando Niedersachsen in Göttingen, Obergefreiter d.R. Axel Ludwig und weitere Kameraden der RK Barbis hatten während der Vorbereitungsarbeiten ihr Organisationstalent gezeigt und bis ins Detail alles bestens vorbereitet. Hiervon konnten sich Oberstleutnant Norbert Reuter, S3-Stabsoffizier beim Landeskommando Niedersachsen, und Oberstleutnant d.R. Hans-Joachim Stegemeyer, Stv. Vorsitzender der Landesgruppe Niedersachsen des Reservistenverbandes, vor Ort bei einem Rundgang durch die Ausbildungsstationen persönlich überzeugen.

Auch der Bürgermeister der Stadt Bad Lauterberg, Dr. Thomas Gans, ließ es sich nicht nehmen, die Akteure im Steinbruch Nüxei zu besuchen, obwohl sein persönlicher Terminplan wegen der zeitgleich stattfindenden Jubiläumsfeierlichkeiten „175 Jahre Badejubiläum Bad Lauterberg“ sehr eng gestrickt war.

Die Idee zu einer derartigen Veranstaltung hatte vor einigen Jahren Obergefreiter d.R. Axel Ludwig, Kassenwart der RK Barbis. Als ausgebildeter Rettungsassistent beim DRK wollte Ludwig damals einen Beitrag für die Zivil-Militärische Zusammenarbeit im Katastrophenschutz leisten und das gegenseitige Kennenlernen mit gleichzeitiger Vertiefung der Fachexpertise bei den Beteiligten fördern. Dieses ist mit der inzwischen im Zweijahresrhythmus stattfindenden Ausbildungsveranstaltung „Retten & Bergen“ hervorragend gelungen.

Der Nüxeier Dolomitsteinbruch befindet sich zwischen Osterhagen, einem Stadtteil von Bad Lauterberg, und Bad Sachsa im Landkreis Osterode am Harz.

Der Höhepunkt der Veranstaltung kam am Samstagnachmittag mit der gemeinsamen Übung der Reservisten und den zivilen Rettungskräften. In dem Übungsszenario war bei einem, am Steinbruch vorbeifahrenden, Güterzug aus einem Tankanhänger Ammoniak ausgetreten, wodurch einige Passanten am Berghang schwer verletzt wurden. Deshalb war von den vor Ort befindlichen Kräften sofort eine Rettungs- und Bergeaktion unter Atemschutz bzw. ABC-Schutzausrüstung und Sofortversorgung der Verletzten durchzuführen. Der hierfür benötigte Dekontaminierungsplatz der Umweltfeuerwehr war glücklicherweise in Nähe des Unfallortes bereits fertig aufgebaut.

Nach entsprechender Alarmierung rückten auch eine gemischte Einsatzgruppe, bestehend aus Personal und Fahrzeugen des Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Kreisverband Northeim-Osterode und des Deutschen Rote Kreuzes (DRK) Osterode am Harz e.V. sowie der Johanniter Unfallhilfe Kreisverband Northeim-Osterode an. Dieser aus rund 15 Rettungskräften und mehreren Rettungs- und Gerätefahrzeugen bestehender Trupp errichtete organisationsübergreifend den benötigten Behandlungsplatz für die Erstversorgung in selbstaufblasbaren Behandlungszelten. Nachdem die ersten Personen „gerettet und behandelt“ waren, kam es aufgrund der extremen Witterung bei mehreren ABC-Vollschutz tragenden Übungsteilnehmern zu Kreislaufproblemen, so dass sich die Übungsleitung entschloss, die Übungslage vorzeitig zu beenden.

Der für den Abend geplante Kameradschaftsabend mit Grillen musste aufgrund des einsetzenden Gewitters mit Dauerregen in das Zelt verlegt werden. Gemeinsam mit den zivilen Kameraden der Feuerwehr ließen dann die Reservisten in vielen Gesprächen die Erlebnisse des Tages noch einmal Revue passieren.

Die Veranstaltung war wieder ein gutes Beispiel für gelebte Zivil-Militärische Zusammenarbeit unter den „Blaulichtorganisationen“ des Katastrophenschutzes.

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