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Kreisgruppe Lüneburg

Photovoltaik, YouTube und 500er Maschine




Aktivitäten der Kameraden zur Zeit der Covid19-Beschränkungen

LÜNEBURG. Was machen eigentlich meine Kameraden, wenn sie nicht gerade mit den Reservisten der deutschen Bundeswehr unterwegs sind? Ein Blick hinter die Kulissen des vergangenen Quartals zeigt die Kreisgruppe Lüneburg mal von ihrer privaten Seite – ohne Veranstaltungen vom Verband und ohne militärische Ausbildung!

 

Zunächst begann das Jahr wie immer: das erste Halbjahr war schon gut geplant, die ersten Veranstaltungen sind bereits erfolgreich durchgeführt worden und die Vorfreude auf bevorstehende Aktivitäten war groß.

Doch Mitte März kam plötzlich alles ganz anders. Bis Ende Juni wurde wirklich alles abgesagt. Diese Einschränkungen wurden nach wenigen Wochen nochmals erweitert: bis Ende September!

Ich wollte dieses Jahr doch unbedingt die Wertungsübungen für die Schützenschnur schießen – nein, wird abgesagt. Mein EEHA muss ich doch verlängern – nein, das wird später nachgeholt. Dienstag will ich beim RK-Abend die Kameraden noch mal was fragen– ach nee, geht ja nicht. Gähnende Leere in einem sonst vollen Kalender… was macht man plötzlich mit soviel Freizeit? Gute Frage, … da hat wohl jeder so seine eigenen Vorstellungen und Aufgaben.

Rechtzeitig zum Mittsommerfest wurden die aktuellen Regelungen zu den Covid19-Beschränkungen gelockert und einer ganz kleiner Kreis tauschte sich über Neuigkeiten aus der Kreisgruppe aus. Erstaunlich war, dass viele nach mehreren Wochen Quarantäneregelungen sehr positive Erfahrungen gemacht haben und einige Vorhaben umgesetzt wurden!

 

In der Wettkampfgruppe, wo auch sonst, entstand die Idee einer Fitness-Challenge. Alle Interessierten konnten an einer Seven-Days-Challenge zur körperlichen Fitness teilnehmen. Es wurden jeweils Tagessieger und ein Wochensieger ermittelt. Die Begeisterung und Beteiligung war recht groß, flaute dann jedoch merklich ab. So gab es nur noch eine weitere Challenge, danach wurde diese Idee leider nicht mehr weitergeführt. Die Ursachen dafür sind klar: jeder hält sich mit einer für sich passenden Sportart fit. Und diese lassen sich kaum miteinander vergleichen.

Doch damit nicht genug: Angefixt durch Angebote in der Kaserne, mehrfach abgehalten von Terminüberscheidungen, hat sich einer der Sportler mit Hilfe passender Videos auf YouTube schnell in die grundlegenden Yoga-Übungen eingefuchst. Er hat auch genauso schnell die gewünschten positiven Effekte erzielt. Durch die Lockerung der Rücken-, Nacken- und Schultermuskulatur gingen Beschwerden in den betroffenen Bereichen zurück, die Beweglichkeit nahm insgesamt zu und mentale Entspannung steigerte das Wohlbefinden zusätzlich.

 

Aus der RAG Schießsport wurde bekannt, dass ein privater Garten in entsprechender Lage um einem neuen selbstgebauten Luftpistolenstand erweitert wurde. Dieser soll bei einem Grillen in einem ganz kleinen Kreis eingeweiht und darf nach entsprechender Unterweisung unter Aufsicht genutzt werden.

 

Ein weit verbreitetes Langzeitprojekt bei Reservisten ist Gewichtreduktion, um den Body-Mass-Index (BMI) deutlich zu senken. Bereits einige Monate vor den Covid19-Beschränkungen hatte ein Handwerksmeister begonnen, seine Ernährung komplett umzustellen. Auch mit dreifacher Arbeitsbelastung in den vergangenen Wochen hielt er sein neu erlerntes Verhalten sehr diszipliniert durch.

Genauso diszipliniert marschiert ein Noch-Übergewichtiger bei jedem Wetter nahezu täglich 45min mit seinen Nordic-Walking-Stöcken. Die ersten 10kg hat er bereits geschafft, aktuell ist er hoch motiviert noch zwei weitere Zehnersprünge zu schaffen.

 

Ein erfolgreiches Projekt zwischen Vater und Sohn, beide Reservisten, wurde stolz in deren WhatsApp-Status gepostet: sie haben gemeinsam einen Bausatz einer Honda CB 500 Four aus dem Jahr 1973 zusammengeschraubt. Zur Erinnerung: dieses Modell war Mitte der 70er Jahre mit einem Marktanteil von rund 70% das meistverkaufte 500er Modell.

Nicht weniger stolz berichtete ein leidenschaftlicher Motorradfahrer, dass er nun auch von einem Freund gelernt habe an seinem Motorrad Hinterrad, Benzinhahn, Öl und Ölfilter zu wechseln. Bilder der ersten Fahrt an entlang der Elbe wurden natürlich freudestrahlend über soziale Medien geteilt!

 

Auch im Kleinen wurde fleißig weitergearbeitet. Eine Modellbausammlung wurde um den historischen Panzerkampfwagen E100, einen Leo 2 A6 im finnischen Tarnmuster und einen Tiran-67 erweitert. Der Tiran-67 ist ein sowjetischer Tiran 5, der von Israel modifiziert wurde.

 

Im Eigenheim gibt es immer viel zu tun und manche Vorhaben brauchen schon eine lange Vorlaufzeit. So auch der Aufbau einer Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung auf einem Hausdach und einem Carport. Nach längerer und intensiver Planung wurde sie in Eigenleistung installiert, nur unterstützt durch einen Nachbarn, der die einzelnen Module mit auf das Dach gebracht hat. Interessierte konnten tagelang den Fortschritt des Aufbaus mitverfolgen. Die Anlage ist nun fertig und wartet auf den bestellten Elektromeister zum Freischalten.

Ein Haus war schon vor 30 Jahren von alten Efeuranken bewachsen und inzwischen fast komplett eingewachsen. Dieser Bewuchs sollte nun weichen und wurde in mühseliger Arbeit sorgfältig entfernt. Möglich wurde die Tätigkeit nur durch eine gemietete Hebebühne, von der aus sicher gearbeitet werden konnte.

Was sich so auf dem Dachboden ansammelt, ist immer wieder erstaunlich. Wäre nicht der Verdacht auf Holzwurmbefall des Bodenbelags gewesen, wäre wohl kaum einer auf die Idee gekommen, das ganze Zeug, Kram und Gedöns von Angelrute bis Zentrifuge zur Seite zu räumen. Glücklicher Weise mussten nur fünf Bretter ausgetauscht werden.

Angeregt durch ansprechende Bilder auf Pinterest und Instagram sollte in einem historischen Wohnhaus eine Holztreppe aufgearbeitet und farblich etwas moderner gestaltet werden. Dank YouTube wurden die einzelnen Arbeitsgänge erlernt und sogleich ausprobiert. Die Treppe ist nun geschliffen, ausgebessert und zum Teil schon neu lasiert. Die Abschlussarbeiten werden wegen eines Einsatzes zur Amtshilfe um gut 2 Wochen verschoben und ab Anfang Juli zu Ende geführt.

Manchmal muss man auch in Mietwohnungen schon vor dem eigentlichen Einzug grundlegend sanieren, damit die Bude überhaupt bewohnbar wird. Helfende Hände wurden hier dankend angenommen, sowohl für die Sanierung als auch für den Umzug selbst.

 

Mehrfach wurden hier schon die sozialen Medien genannt, die intensiv zum Lernen oder als Anregungen für eigene Ideen genutzt wurden. Doch es geht auch anders herum: bei der intensiven Einarbeitung in das Programm iMovie für die Verbandsarbeit wurde plötzlich die Idee geboren, einen eigenen YouTube Chanel zu erstellen. Zunächst sollten die online-Schulungen für werdende Mütter nur während der Covid19-Beschränkungen zu sehen sein. Die Rückmeldungen waren jedoch so gut, dass dieser Kanal nun dauerhaft beruflich weitergeführt wird. Und ja, mit der Professionalisierung kam auch der Wunsch nach besserer technischer Ausstattung, so dass bereits neue Hardware angeschafft wurde. Die Entwicklungen der nächsten Wochen und Monate bleiben abzuwarten, 30 Abonnenten und über 1500 Aufrufe lassen jedoch das Beste hoffen!

 

Dies ist nur eine kleine Auswahl der Aktivitäten aus dem Kreis unserer Kameraden. Es gibt bestimmt noch weitere Vorhaben, Projekte und Aktionen, die im vergangenen Quartal erfolgreich umgesetzt, hier jedoch leider nicht weiter erwähnt wurden. Und wer weiß, vielleicht hat ja der ein oder andere Kamerad nun eine Idee selbst aktiv zu werden

 

 

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