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Kreisgruppe Osnabrück

Allgemein

Wenn Theorie zu Praxis wird

Reservisten des Kreisverbindungskommandos im Corona-Einsatz im Landkreis Osnabrück.

Lagevortrag durch S3 (v.li.n.re.) Herr Volker Trunt, Leiter Fachdienst Ordnung, Kreisrat Dr. Winfried Wilkens, Landrätin Frau Anna Kebschull, Erste Kreisrätin Frau Bärbel Rosensträter

Foto: Landkreis Osnabrück, Uwe Lewandowski

Blick durch den Stab

Landkreis Osnabrück, Uwe Lewandowski

Führungspersonal des Landkreises (v.li.n.re.) Kreisrat Dr. Winfried Wilkens, Landrätin Frau Anna Kebschull, Erste Kreisrätin Frau Bärbel Rosensträter

Landkreis Osnabrück, Uwe Lewandowski

Eigentlich war alles schon geplant. Die neue Landrätin, Frau Anna Kebschull, hatte im November 2019 ihr Amt angetreten. Leiter und stellvertretender Leiter des Kreisverbindungskommandos (KVK), Oberstleutnant d.R. Dr. Heinrich Gehrs und Oberstleutnant d.R. Marcus Jung hatten einen Termin zum Antrittsbesuch im März 2020 geplant, um das Kommando und seine Tätigkeit vorzustellen. Doch es kam alles anders, aus Theorie wurde Praxis.

Der Landkreis Osnabrück war einer der Corona-Hotspots in Niedersachsen. Seit dem 17. März war der Stab des Landkreises aktiv und bereitete sich auf die Arbeit mit den Herausforderungen durch Corona vor. Bei der ersten Teilnahme von Hauptmann d.R. Volker Hindermann als Verbindungsstabsoffizier des KVK bei der Stabsbesprechung war noch nicht abzusehen, wie es weitergehen würde. Nahezu überall in Deutschland waren in der ersten Zeit Schutzausrüstungen für medizinisches Personal knapp. Sehr schnell folgten daher erste Anfragen an die Bundeswehr, Lagemeldungen wurden abgegeben und Kontakte zu Nachbarn hergestellt.

Die Herausforderung: Gewohnte Abläufe an die neue Lage anpassen.  

Schnell zeigte sich, dass die gewohnte Stabsgliederung eines KVK in dieser Lage nicht zielführend war. Zum einen war keine 24‑Stunden-Schicht notwendig, zum anderen musste jeder überflüssige Kontakt mit anderen Personen vermieden werden. Daher unterstützten alsbald weitere Soldaten des KVK den Offizier im Stab mit Telefon und Notebook aus dem „Backoffice“ zu Hause.

Die Bundeswehr hatte bundesweit mittlerweile auch eine beachtliche Zahl von ca. 15.000 Soldatinnen und Soldaten in Bereitschaft zur Unterstützung bei Hilfeleistungen.

Ein Blick in die Stabsarbeit.

Der Stab hatte sich im großen Sitzungssaal des Landkreises aufgestellt, genügend Abstand und technische Ausstattung, wie moderne Videokonferenztechnik zur Anbindung des kleinen Sitzungssaals und bspw. Bürgermeistern und weiteren Fachberatern hatten sich schnell etabliert.

KVK und Landkreis Osnabrück hatten glücklicherweise bereits mehrfach miteinander geübt. Das Stabspersonal war durch Übungen und einen Lehrgang an der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) gut vorbereitet, ein reger Austausch zwischen zivilen und militärischen Akteuren fand sehr schnell statt. Bedingt durch vorgeschriebene Trennung der Stabsschichten, zur Vermeidung von Ansteckungen, wurde Leutnant d.R. Patrik Romanowski als weiterer Lageoffizier aktiviert. Oberstabsfeldwebel d.R. Detlef Radke agierte im Hintergrund als S3 Feldwebel.

Das KVK fand sich jeden Abend zu einer Videokonferenz zusammen, zur allgemeinen Lageinformation und zum Austausch über die weitere Planung. Sollte ein aktivierter Offizier krankheitsbedingt ausfallen oder wäre weiteres Personal erforderlich, konnte jeder ohne Wissenslücken einspringen. Steigende Fallzahlen und weiter unklare Lage bei der Versorgung mit Schutzausstattung forderten den Landkreis in den folgenden Tagen.

Nach sechs Wochen intensiver Stabsarbeit trat eine gewisse Routine und Entspannung ein. Die Fallzahlen sanken und die ersten Beschränkungen wurden gelockert. Der Stab verringerte seine Schichten und auch das KVK stellte die direkte Beratung ein.

Die Lage im Griff. Positive Resonanz.

Die Arbeit wurde äußerst positiver Resonanz durch Landrätin und Stab quittiert. Der „Fachberater Bundeswehr“ ist beim Landkreis Osnabrück spätestens jetzt ein etablierter Bestandteil. In dieser Lage zeigte sich beim KVK aber auch, dass die trainierten Verfahren hier nicht vollumfänglich umsetzbar waren, auch die Verfügbarkeit von Personal war anders, als man im Allgemeinen bei Schadenslagen annimmt. Eine interne Aufarbeitung wird folgen. Wenn es Lage und Abstandsregeln irgendwann mal wieder zulassen, werden Leiter und Stellvertreter vielleicht doch noch ein nettes Gespräch mit ihrer Landrätin führen können. Nur, was ein KVK tatsächlich macht, dass weiß die Landrätin inzwischen.

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