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Kreisgruppe Weserbergland

Plattform: Sicherheit und Rußland




Katja Gloger

Bildautor: Christian Günther

Das Bückeburger Hubschraubermuseum diente erneut als Austragungsort für eine der wichtigsten sicherheitspolitischen Veranstaltungen im Land. Die nunmehr bereits „9. Schaumburger Plattform“ stand in diesem Jahr unter der Überschrift „Sicherheit mit oder vor Rußland“. Als Partner der von der Sektion Minden der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) durchgeführten Vortragsreihe wieder dabei die Kreisgruppe Weserbergland. Organisator, und bis vor kurzem noch Sektionsleiter, Oberst a. D. Klaus Suchland konnte unter den fast 200 Gästen wieder zahlreiche hochrangige Vertreter des öffentlichen Lebens begrüßen. Darunter auch Oberstabsfeldwebel d.R. Dirk Merten, der den Landesvorstand des Reservistenverbandes vertrat. Als Neuerung diesmal mehrere Panels, in denen die Referenten Rede und Antwort standen uns somit den Zuhörern die Möglichkeit zur aktiven Teilnahme boten. Dies unter der fachkundigen Leitung von General a.D. Richard Roßmanith, der auch die Moderation der Veranstaltung übernommen hatte. Der Auftaktvortrag mit dem Thema „Was uns verbindet, was uns trennt“ der Journalistin Katja Gloger war fulminanter Einstieg in den Tag. Sie beklagte die Unterdrückung durch die Polizei in Russland und fehlende Rechtssicherheit, stellte aber auch fest, „das Land ist zurück, und wir sollten uns daran gewöhnen“. In Syrien zeige es wozu es wieder in der Lage ist. Präsident Putin sei schon jetzt in die Geschichte eingegangen, aber in nicht allzu ferner Zukunft sei auch diese Ära beendet. Ihrer Einschätzung nach sei Rußland weder ewiger Gegner noch Freund. Gorbatschow habe 1989 ein Europa von Lissabon bis Wladiwostok vorgeschlagen, mit einem würdigen Platz im Haus Europa, habe aber nur ein Hinterzimmer erhalten. Die Demütigung in der Periode Jelzin habe in Rußland tiefe Spuren hinterlassen. Die Osterweiterung der NATO bis vor die Haustür ist ein Hauptgrund der derzeitigen Konfrontation. Die Ukraine und Georgien sind für Rußland verloren, das angestrebte Sicherheitsglacis nicht mehr erreichbar. Das Land sei eine schwache Großmacht, die ihre Zukunft in der Vergangenheit suche, so die Referentin. Aus Moskau angereist Dr. Sergey Utkin, dem die Aufgabe zufiel die russische Sicht darzustellen. In seinem Vortrag „Sanktionen um jeden Preis“ machte er deutlich, daß diese nicht nur Rußland wirtschaftlich schadeten, sondern auch Deutschland. Das nach China zweitgrößter Handelspartner ist. Sollten die Sanktionen länger bestehen bleiben, könnte sich Rußland China und Asien zuwenden. „Wir sind bei Energielieferungen von Rußland abhängig, aber nicht erpreßbar“, stellte Staatssekretär a. D. Dr. Wolf-Ruthart Born im Panel fest, und betonte, daß Deutschland die Nordstream II für die Energiewende dringend benötige. In seinem Impulsvortrag mit dem Thema „Kann man Rußland trauen“ stellte er die Frage einmal andersherum, kann Rußland dem Westen vertrauen? Seine Hoffnung sei, daß mit der neuen Regierung in Kiew der Status der Ostukraine neu geregelt werden könne. „Wir dürfen nicht zulassen, daß Rußland und China eine Gegenmodell zur EU entwickeln“ forderte Alexander Rahr, Mitglied des Deutsch-Russischen Forums, Berater von Gazprom und persönlich mit Putin bekannt. Oberst a.D. Wolfgang Richter bedauerte in seinem Vortrag, daß das Vertrauen aus der Zeit der NATO-Rußland Grundakte verlorengegangen sei. Trotzdem gebe es keinen neuen kalten Krieg. Allerdings Gebiete, in denen keine Kontrolle der Streitkräftestärken durch die OSZE erfolgen könne. Auf der oberen politischen Ebene ist derzeit Eiszeit angesagt, so seine Einschätzung. In seinem Resümee stellte Moderator Roßmanith zum Abschluß der Veranstaltung fest, daß Rußland als Macht auf die Weltbühne zurückgekehrt ist. Grundaussage der Referenten: Sicherheit gibt es nur mit Rußland!

Dr. Sergey Utkin (re), Alexander Rahr und Dr. Wolf-Rutart Born (li)

 

 

 

 

 

 

 

Interessierte Zuhörer

 

 

 

 

 

 

 

Oberst a.D. Klaus Suchland

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bilder: Christian Günther

Text: Christian Günther

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