DAS MAGAZIN

Monatlich informieren wir unsere Mitglieder mit der loyal über sicherheitspolitische Themen. Ab sofort können Mitglieder auch im Bereich Magazin die darin aufgeführten Artikel lesen!

Mehr dazu
DER VERBAND

Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr (VdRBw) hat mehr als 115.000 Mitglieder. Wir vertreten die Reservisten in allen militärischen Angelegenheiten.

Mehr dazu

Reservistenkameradschaft Wingst und Umgebung

Deutsche Sicherheitspolitik im neuen Zeitalter geopolitischer Grossmächterivalität- Erster Klönschnackabend im Reservistenheim Wingst / 02.10.2020




Das Hans Hermann Hahn Heim auf dem Campingplatz Knaus in Wingst absolvierte seinen ersten Klönschnackabend unter den Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz in der Coronapandemie.

Brigadegeneral a D. Rainer Meyer zum Felde, Senior Fellow, also begleitendes Mitglied des Institutes für Sicherheitspolitik der Universität zu Kiel, Büro Berlin war im Rahmen eines Fachvortrages zu Gast, aber eigentlich doch zu Hause, ist er doch Mitglied in der Reservistenkameradschaft Wingst und Umgebung. Diese hatte hier die Möglichkeit, einem hoch versierten Vortragenden zuzuhören oder auch im Anschluss seiner Präsentation gezielte Fragen zu stellen. Thema des Vortrages war die Lage deutscher Sicherheitspolitik zwischen den rivalisierenden Grossmächten im neuen Zeitalter der Geopolitik.

Eine interessierte Schar von Gästen, unter ihnen auch ein Mitglied der Landesgruppe Niedersachsen, war erschienen, um diese Gelegenheit kristalliner Informationen wahrzunehmen. Meyer zum Felde zeigte zunächst die Lage Deutschlands und der Bundeswehr auf. Deutschland sehe sich seit 1990 als „Zivile Friedensmacht“, sei durch eine internationale Ordnung geschützt und halte zivile Ziele wie Diplomatie, Abrüstung und maximal wirtschaftliche Sanktionen für vorrangig.

Der Auftrag der Bundeswehr sei von einer Landesverteidigung nach Osten auf Stabilisierungsmassnahmen im Süden transformiert worden. Die Einsatzstärke belegte Meyer zum Felde mit nüchternem Zahlenmaterial. Grossverbände in der Grössenordnung mehrerer Tausend SoldatInnen seien nicht mehr darstellbar.

Die geopolitische Situation Deutschland habe sich jedoch nicht verändert. Seit März 2014 sei Russland revisionistische Grossmacht, die EU-Europa und NATO bedrohe. China greife strategisch auf wirtschaftlichem und militärischem Wege zur Weltmacht. Der euro-atlantische Zusammenhalt stehe vor strategisch kritischen Zeiten, eine anti-westliche Gegenallianz könnte ein Anfang sein… Die Anpassung der NATO sei konzeptionell durchaus gelungen, der Paradigmenwechsel seit 2014 von der Bundesrepublik Deutschland konstruktiv mitgestaltet worden. Dazu zählten das Versprechen zum 2% Bruttoinlandsproduktinvestment für militärische Zwecke, die Übernahme der Funktion als Rahmennation im Speerspitzenverband der NRF als Rahmennation für einen erhöhte Einsatzbereitschaft und die  Krisenmanagementmissionen in Afghanistan oder Mali. Die Abwehr der Bedrohung durch den islamistischen Staat gehöre auch dazu. Dieser Konsens der Bundesregierung sei im Wahlkampf 2017 zerbrochen, mit der Konsequenz bündnispolitisch nur noch eingeschränkter Handlungsfähigkeit. Ausweg sei die Rückkehr zum Münchner Konsens.

Die NATO müsse im Verbund bleiben, EU-Europa solle an eigener militärischer Ausrüstung, personell und materiell weiterarbeiten. Auch die Digitalisierung benötige Inklusion. Anderenfalls drohe ein Abstieg in die Drittklassigkeit unter Dominanz Amerikas und Chinas. Meyer zum Felde zog Resumee und betonte unmissverständlich, dass eine Zukunft Deutschlands und EU-Europas ohne Anpassung des Verteidig- ungshaushaltes und eines Wiederaufbaus einer fakultativen Gesamtver-teidigung auf deutlich erhöhtem Niveau unrealistisch sei. Eine plakative AntiAmerikahaltung sei kontraproduktiv, ein „britischer Weg“, mit Amerika durch Dick und Dünn ebenso wenig optional. Die Aufteilung verteidigungspolitischer Aufträge zwischen den USA im Indopazifik und EU-Europa gegenüber dem Osten sei eine Zielsetzung, die mit Amerika vernünftig verhandelbar wäre.

Leider werde diese Konstruktion zur Herbeiführung aussenpolitischer Stabilität nicht ausreichend verstanden. Die Reservistenkameradschaft Wingst bedankte sich herzlich für einen brillanten Vortrag vom Mitgestalter des Weissbuches der Bundeswehr, Brigadegeneral a D. Rainer Meyer zum Felde. Es wurde noch ausgiebig diskutiert und alle Beteiligten wussten es zu schätzen, mit einem Bildungszugewinn den Heimweg antreten zu können.

Verwandte Artikel
Aus den Ländern

Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2022

Heute feiern wir in Deutschland den „Tag der Deutschen Einheit“. Vor rund drei Jahrzehnten – am 03. Oktober 1990, wurde...

03.10.2022 Von Reservistenverband / Alfred Claußen
Allgemein

Reservistenkameradschaft Mecklenburgische Seenplatte auf dem alljährlichen Penzliner Landmarkt

Die frisch neugegründete Reservistenkameradschaft Mecklenburgische Seenplatte war auf dem alljährlichen Penzliner Landmarkt, vertreten....

02.10.2022 Von Mecklenburg-Vorpommern
Aus den Ländern

Teilnahme an einer Gedenkfeier in Polen

Mitglieder der Reservistenkameradschaft Meppen folgten kürzlich einer Einladung der Stadt Wasewo/Polen, um an einer Gedenkfeier auf dem Soldatenfriedhof Rososz teilzunehmen....

02.10.2022 Von Reservistenverband / Jürgen Bradler